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Südkorea kauft XRP: Upbits Handelsvolumen steigt um 227%

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Upbits Handelsvolumen ist im Zuge der jüngsten Bitcoin-Rally um 273 Prozent gestiegen. Innerhalb von 24 Stunden wickelte die südkoreanische Kryptobörse 1.84 Mrd. USD ab, das höchste Tagesvolumen seit Mitte März 2026.

Upbit ist die grösste Krypto-Börse Südkoreas und gehört dem Betreiber Dunamu. Über die Plattform tauschen Anleger die Landeswährung Won gegen Kryptowährungen, zuletzt mit fast doppelt so viel Volumen wie Bithumb. Zuvor hatte ein Bärenmarkt seit Anfang 2026 Bitcoin von rund 90'000 auf 60'000 USD gedrückt. Gleichzeitig verdoppelte sich der Leitindex KOSPI im ersten Halbjahr beinahe, getrieben vom Halbleiter-Boom bei Samsung Electronics und SK Hynix. Koreanisches Kapital floss deshalb in Aktien statt in Token. Nun fliesst ein Teil zurück. Auf Upbit führte $XRP die Rangliste mit 418.9 Mio. USD an. Bithumb, die Nummer zwei im Land, meldete zudem ein Plus von 132.9 Prozent.

$XRP führt die Handelsvolumen-Rally bei Upbit und Bithumb an

Mit 1.84 Mrd. USD in 24 Stunden erreichte Upbit den höchsten Tagesumsatz seit Mitte März 2026. Der Wert entspricht fast dem Vierfachen des Vortages. $XRP führte die Aktivität an und kam allein auf 418.9 Mio. USD. Dahinter folgten Bitcoin, der Stablecoin USDT und Ether. Auffällig ist die Rangfolge, denn den grössten Einzelanteil am Umsatz trug ein Altcoin und nicht Bitcoin.

Bithumb, gemessen am Volumen die Nummer zwei des Landes, verzeichnete ein Plus von 132.9 Prozent auf 934.9 Mio. USD. An der Spitze der meistgehandelten Werte stand dort ebenfalls $XRP. Der Zuwachs fiel jedoch nur halb so stark aus wie jener von Upbit. Zusammen kamen die beiden Börsen somit auf knapp 2.8 Mrd. USD an einem einzigen Tag.

Die Kursbewegungen decken sich mit dieser Rangfolge. Bitcoin notierte bei rund 77'700 USD und damit 13.2 Prozent höher als 24 Stunden zuvor. Ether legte vergleichsweise moderate 8.4 Prozent zu, auf rund 2'387 USD. $XRP hingegen sprang um 25.2 Prozent auf 1.37 USD. Das koreanische Volumen konzentrierte sich also auf den Wert mit dem stärksten Tagesplus. Ein einzelner Altcoin stellte damit gut ein Fünftel des Upbit-Umsatzes.

$XRP-Kurs springt an / Chart: Tradingview

Impuls für die Bitcoin-Rally kam aus Washington

Die Erholung begann nicht in Seoul. Als Auslöser wird die erweiterte Ankündigung des US-Finanzministeriums zu Rückkäufen eigener Anleihen genannt. Bei einem solchen Rückkauf nimmt das Ministerium ausstehende Papiere vom Markt und ersetzt sie durch neue Emissionen. Am Markt gelten solche Operationen als Signal für zusätzliche Liquidität, wovon risikoreiche Anlagen üblicherweise zuerst profitieren. Bitcoin legte daraufhin binnen zweier Handelstage kräftig zu.

Erst danach reagierten die koreanischen Börsen. Für Anleger in Südkorea traf der Impuls ausserdem auf ein verändertes Umfeld. Seit Ende Juni schwankt der heimische Aktienmarkt stärker. Viele blieben trotzdem auf die Halbleiter-Rally fokussiert.

Der Volumensprung bei Upbit ist daher Folge einer globalen Bewegung und nicht deren Ursprung. Ein koreanischer Volumensprung ohne vorangehenden globalen Impuls wäre hingegen ein Signal für eigenständige Nachfrage. Der aktuelle Anstieg zeigt Anleger, die einer bereits laufenden Rally folgen. Wie weit der Effekt trägt, entscheidet sich folglich ausserhalb Südkoreas.

Südkoreas Krypto-Börsen verloren während des KOSPI-Booms an Boden

Die Rückkehr trifft auf Börsen, die gerade ein schwaches Halbjahr gemeldet haben. Upbit-Betreiberin Dunamu verbuchte im ersten Halbjahr 2026 einen operativen Ertrag von 408.1 Mrd. Won (289 Mio. USD). Das entspricht einem Rückgang um 49.1 Prozent. Der operative Gewinn brach zudem um 79.7 Prozent auf 111.5 Mrd. Won (79 Mio. USD) ein. Unter dem Strich blieben schliesslich 108.4 Mrd. Won (77 Mio. USD), 74.1 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bithumb traf es härter. Der Ertrag sank um 48.7 Prozent auf 168.8 Mrd. Won (120 Mio. USD). Fast identisch fiel der Rückgang bei Dunamu aus. Der operative Gewinn schrumpfte um 83.4 Prozent auf 14.9 Mrd. Won (11 Mio. USD). Aus einem Nettogewinn von 55 Mrd. Won wurde letztlich ein Nettoverlust von 108.7 Mrd. Won (77 Mio. USD). Die Erträge beider Börsen stammen im Kern aus Handelsgebühren. Der Gewinneinbruch fiel deshalb deutlich stärker aus als der Ertragsrückgang.

Über alle fünf lizenzierten Börsen hinweg fiel das Handelsvolumen im zweiten Quartal auf 146.4 Mrd. USD. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Minus von 49.5 Prozent. Beide Häuser begründeten das mit einer Kontraktion der Liquidität am globalen Kryptomarkt, die die Anlegerstimmung geschwächt habe. Der Kontrast zum heimischen Aktienmarkt fällt ebenso deutlich aus. Einerseits verlor Bitcoin im ersten Halbjahr über 30 Prozent, Ethereum fiel von 3'000 auf rund 1'600 USD. Andererseits legte der KOSPI im selben Zeitraum fast um 100 Prozent zu. Kapital und Aufmerksamkeit wanderten folglich zu Samsung Electronics, SK Hynix und dem KI-Speicher-Boom. Ein Handelstag mit 1.84 Mrd. USD ändert an dieser Bilanz zunächst wenig.

cvj.ch