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STRC-Crash: Strategy-Vorzugsaktie schliesst 11% unter Par bei 89 USD

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Die STRC-Vorzugsaktie von Strategy schloss am 17. Juni 2026 bei 89 USD und damit 11% unter ihrem Nennwert von 100 USD. Das ist einer der tiefsten Tagesschlüsse seit der Emission im Juli 2025. Damit wächst der Druck auf Michael Saylors Bitcoin-Akkumulationsschema.

STRC ist eine variabel verzinste Vorzugsaktie von Strategy, dem grössten börsennotierten Bitcoin-Halter. Das Instrument ist als Bitcoin-gedeckter Titel zwischen High-Yield-Kredit und Aktie konzipiert, dessen Dividendenrate per VWAP-Mechanismus angepasst wird, um den Kurs nahe dem Par von 100 USD zu halten. Lanciert wurde die Aktie im Juli 2025 zu einem IPO-Preis von 90 USD, und zwar als Teil von Strategys „Digital Credit"-Instrumentensuite zur Finanzierung weiterer Bitcoin-Käufe. Die Nominalrate liegt seit März 2026 unverändert bei 11.50% pro Jahr. Mit einem Handelsvolumen von 417.5 Mio. USD am 17. Juni gilt STRC zudem als liquideste Vorzugsaktie des Unternehmens.

Der VWAP-Mechanismus der STRC-Vorzugsaktie und seine Grenzen

Der Stabilisierungsmechanismus von STRC funktioniert über eine monatliche Anpassung der Dividendenrate. Massgeblich ist der volumengewichtete Durchschnittskurs (VWAP), also der über das Handelsvolumen gewichtete Mittelwert des Aktienkurses über den Beobachtungszeitraum. Liegt dieser VWAP unter 95 USD, steigt die Rate um mindestens 50 Basispunkte. Im Bereich zwischen 95 und 98.99 USD greift eine Erhöhung von mindestens 25 Basispunkten. Zwischen 99 und 100.99 USD bleibt die Rate unverändert, während oberhalb von 101 USD eine Reduktion möglich wird. Die Logik dahinter ist eine Selbstkorrektur über den Preis: Eine höhere Verzinsung soll Käufer anlocken, sobald der Kurs unter Par fällt, und so die Nachfrage zurück in Richtung Nennwert ziehen. Die Nominalrate kletterte entsprechend von 11.00% im Januar über 11.25% im Februar auf 11.50% im März 2026.

Allerdings stösst dieser Automatismus bei anhaltender Bitcoin-Schwäche an seine Grenzen. Anfang Juni 2026 fiel STRC unter die Schwelle von 95 USD und löste damit eine Erhöhungspflicht aus, die jährliche Zusatzkosten von rund 53 Mio. USD nach sich zieht. Jeder weitere Rückgang verteuert das Instrument somit zusätzlich, weil die Dividendenlast mit sinkendem Kurs mechanisch steigt. Gleichzeitig pausiert das ATM-Programm, über das Strategy bei einem Kurs über Par neue STRC-Aktien zur Finanzierung von Bitcoin-Käufen ausgibt. Solange der Titel unter Par notiert, bleibt diese Kapitalquelle versperrt. Auffällig ist dabei der eingebaute Zielkonflikt: Die Kapitalbeschaffung versiegt genau dann, wenn das Unternehmen sie am dringendsten bräuchte. Auf Basis des Schlusskurses von 89 USD ergibt sich zudem eine Marktrendite von rund 12.9%, deutlich über der Nominalrate von 11.50%.

Auch die jüngste Kurserholung von Bitcoin reicht nicht aus, um STRC zu stabilisieren. Die Kryptowährung notierte Mitte Juni bei 65'000 USD, nachdem sie Anfang des Monats auf ein Tief auf 59'000 gefallen war. Dennoch hat diese Erholung den Druck auf die Vorzugsaktie nicht spürbar gemildert.

Erstmals seit 2022 verkauft Strategy Bitcoin zur Dividendenfinanzierung

Zwischen dem 26. und 31. Mai 2026 verkaufte Strategy 32 $BTC für rund 2.5 Mio. USD, was einem Durchschnittspreis von 77'135 USD je Bitcoin entspricht. Es war der erste Verkauf seit Dezember 2022 und somit ein Bruch mit der zuvor weitgehend reinen Akkumulationsstrategie. Als Zweck nannte das Unternehmen die Deckung der STRC-Dividendenausschüttungen. Nach dem Verkauf hält der Konzern weiterhin 843'706 $BTC zu einem durchschnittlichen Kaufpreis von 75'699 USD.

Die Transaktion fällt in eine Phase schwindender Liquidität. Der Liquiditätspool sank von 2.25 Mrd. USD zu Jahresbeginn auf rund 900 Mio. USD Anfang Juni 2026, womit das Unternehmen in sechs Monaten etwa 1.35 Mrd. USD verbrauchte. Zudem kaufte Strategy am 26. Mai 2026 Wandelanleihen im Nennwert von 1.5 Mrd. USD für rund 1.38 Mrd. USD Cash zurück. Die Dividendendeckung für STRC schrumpfte dadurch von ursprünglich 24 Monaten auf etwa sieben Monate.

Chairman Michael Saylor hatte den Verkauf vorab angekündigt und ihn als bewusste Kommunikationsmassnahme dargestellt. Damit signalisierte er dem Markt, dass eine Bitcoin-Veräusserung zur Dividendendeckung keine Notlage darstellt, sondern Teil des Kalküls ist.

"Wir werden wahrscheinlich etwas Bitcoin verkaufen, um eine Dividende zu zahlen, nur um den Markt daran zu gewöhnen." - Michael Saylor, Chairman, Strategy

Analysten weisen das Death-Spiral-Szenario zurück

Analysten von Benchmark und TD Cowen wiesen die Befürchtungen einer Todesspirale zurück. Das Kernargument lautet, dass Strategy mehrere Puffer durchlaufen müsste, bevor ein Bitcoin-Notverkauf überhaupt zur Debatte stünde. Die Bitcoin-Reserve von 843'706 $BTC entsprach bei einem Kurs von 65'000 USD einem Wert von rund 54.8 Mrd. USD. Dieser Betrag übersteigt die jährlichen Dividendenverpflichtungen von 750 bis 800 Mio. USD somit um ein Vielfaches.

Dennoch bleibt eine faktische Einschränkung bestehen, die unabhängig von Analystenmeinungen wirkt. Der Liquiditätspuffer ist von ursprünglich 24 auf etwa sieben Monate gesunken, und die Dividendenkosten steigen mit jedem Rückgang des STRC-Kurses weiter an. Bei einem länger anhaltenden Bitcoin-Rückgang würde sich diese strukturelle Anfälligkeit somit verschärfen. Die Argumente gegen eine unmittelbare Eskalation stützen sich auf die Reservegrösse, doch der schrumpfende Liquiditätspuffer markiert die Grenze dieser Beruhigung.

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