Die USA haben Maßnahmen gegen eine weltweit tätige, kriminelle Organisation namens Prince Group eingeleitet. Ihr werden unter anderem Zwangsarbeit, Erpressung, Online-Betrug und Geldwäsche vorgeworfen. Neben der Anklage und Sanktionen gegen den Gründer Chen Zhi, seine Mitarbeiter und ihre zahlreichen verbundenen Unternehmen hat das Justizministerium auch die Beschlagnahmung von 127.271 Bitcoin angeordnet – die bisher größte Konfiszierung einer US-Behörde. Dabei treten auch neue Details zum angeblich „größten Bitcoin-Hack aller Zeiten“ zutage, die dessen Darstellung grundlegend infrage stellen.
Chen Zhi und die „Prince Group“
Der 38-jährige, in China geborene Geschäftsmann Chen Zhi (陳志), auch bekannt als Vincent, steht im Zentrum eines der größten Betrugs- und Geldwäscheskandale der jüngeren Geschichte. Chen ist Gründer und Vorsitzender der Prince Holding Group, eines weit verzweigten Firmenkonglomerats mit Sitz in Kambodscha, das offiziell in über 30 Ländern in Bereichen wie Immobilien, Finanzdienstleistungen, Konsumgütern oder Unterhaltung tätig ist. Hinter dieser Fassade soll sich jedoch ein global agierendes kriminelles Netzwerk verbergen.
Am 14. Oktober 2025 erhob die US-Staatsanwaltschaft des östlichen Bezirks von New York (EDNY) Anklage wegen Verschwörung zu Online-Betrug und Geldwäsche. Demnach betrieb Chen in Kambodscha ein System aus sogenannten „Forced-Labor Scam Compounds“ – abgeschotteten Anlagen, in denen Menschen unter Zwang und Gewalt festgehalten wurden, um betrügerische Krypto-Investment-Operationen („Pig Butchering“, z. Dt. Schweineschlachten) durchzuführen. Opfer aus den USA und vielen anderen Ländern wurden über soziale Medien kontaktiert, über Monate hinweg manipuliert und schließlich dazu gebracht, hohe Summen in nicht existente Krypto-Investitionen zu stecken. Zu diesem Zweck wurden auch riesige „Telefonfarmen“ errichtet.
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