700 Stellen gestrichen, 14 Prozent der Belegschaft betroffen
Coinbase meldete den Stellenabbau am 5. Mai bei den Aufsichtsbehörden. Das Unternehmen strich rund 14 Prozent seiner Belegschaft, was die Gesamtzahl der Mitarbeitenden von etwa 5.000 auf 4.300 reduzierte. Die Kosten für die Entlassungen beliefen sich auf 50 bis 60 Millionen US-Dollar, wovon nahezu der gesamte Betrag auf Abfindungszahlungen entfiel. Als Gründe nannte Coinbase die Reduzierung von Ausgaben sowie den Umbau des Unternehmens für das sogenannte KI-Zeitalter. Die finanzielle Belastung schlägt sich größtenteils im zweiten Quartal nieder. Coinbase veröffentlichte die entsprechenden Quartalszahlen am 30. Juli. Brock verlässt das Unternehmen 18 Tage danach.
Nicht das erste Mal: Brock war auch 2022 beteiligt
Der Mai 2025 war nicht Brocks erster Einsatz bei einem Stellenabbau. Bereits im Juni 2022 fror er die Einstellungen ein und zog ausstehende Jobangebote zurück, also Zusagen an Kandidatinnen und Kandidaten, die noch nicht angefangen hatten. In einem internen Beitrag schrieb er damals: „We will also rescind a number of outstanding offers for people who have not started yet. This is not a decision we make lightly, but is necessary to ensure we are only growing in the highest-priority areas.“ Zwölf Tage später entließ Coinbase 18 Prozent seiner Belegschaft. Brock verantwortete in seiner Funktion die Bereiche Einstellung, Vergütung und Workplace Policy. Beide Entlassungsrunden liefen über sein Team.
Bedingungen seines Abgangs
Brocks eigener Abgang fällt finanziell vergleichsweise komfortabel aus. Für drei Monate Beratungstätigkeit bis zum 30. November erhält er 182.500 US-Dollar. Die Regulierungsunterlagen bezeichnen dies als drei Monate seines Gehalts, was einem Jahresgehalt von 730.000 US-Dollar entspricht. Ein Teil seiner Aktienoptionen verfällt weiterhin am 20. November, der Rest wird gestrichen. Einen offiziellen Grund für seinen Abgang nennt das Unternehmen nicht. Ein Zusammenhang mit den Entlassungen wird in den Unterlagen nicht hergestellt. Seine Nachfolgerin soll Dominique Baillet werden.
Vierter Führungswechsel seit Anfang Juli
Brock ist nicht der einzige hochrangige Abgang in jüngster Zeit. Chief Legal Officer Paul Grewal trat diesen Monat zurück, um zu einem Startup zu wechseln. Molly Abraham übernahm seinen Posten als General Counsel. Jesse Pollak räumte ein, dass sein Experiment mit einer On-Chain-Social-Plattform gescheitert war, und übergab die Base-App zurück an Coinbase. Greg Tusar, Co-Leiter von Coinbase Institutional, wechselt laut einem Bericht von The Information in eine Policy-Funktion. Keiner dieser Posten wurde mit externen Kandidatinnen oder Kandidaten besetzt. Coinbase setzt stattdessen auf interne Beförderungen.
Umbau in Richtung „Everything Exchange“
CEO Brian Armstrong präsentierte die Umstrukturierung im Mai als strategische Neuausrichtung für das KI-Zeitalter. Coinbase arbeitet daran, sich zu einer sogenannten „Everything Exchange“ zu entwickeln, die neben Kryptowährungen auch Aktien, Derivate und regulierte Vorhersagemärkte umfassen soll. Brock baute die personelle Grundlage für diesen Umbau, verließ das Unternehmen jedoch, bevor sich zeigen konnte, ob die Strategie aufgeht.