Der südkoreanische Finanzkonzern Mirae Asset stockt seine Anteile an der Krypto-Börse Korbit auf. Über ihre Tochtergesellschaft Mirae Asset Consulting erwarben sie bereits im Februar 92,6 Prozent des Unternehmens. Die Genehmigung des Deals durch die Wettbewerbsbehörde erfolgte jedoch erst Anfang Juli. Nun erweitert der Konzern seine Anteile noch einmal um 4,55 Prozent, wodurch ihre Unternehmensbeteiligung auf 97,15 Prozent ansteigt. Der Marktanteil von Korbit liegt in Südkorea allerdings bei gerade einmal 0,5 Prozent, dennoch könnte sich der Kauf lohnen.
Warum Mirae eine 0,5-Prozent-Börse übernimmt
Der südkoreanische Krypto-Markt wird bislang nahezu vollständig von Upbit und Bithumb kontrolliert. Gemeinsam kommen die beiden Börsen auf 97 Prozent Marktanteile. Für Mirae ging es bei der Übernahme aber vor allem um den Zugang zum südkoreanischen Markt.
Die Krypto-Börse Korbit verfügt bereits über die technische und regulatorische Infrastruktur einer südkoreanischen Krypto-Börse. Der Aufbau einer eigenen Handelsinfrastruktur wäre für Mirae Asset wesentlich aufwendiger gewesen, was sich der Konzern rund 141,4 Milliarden Won, umgerechnet 96 Millionen US-Dollar, kosten ließ. Außerdem soll Korbit künftig nicht mehr als klassische Krypto-Börse fungieren.
Vom Handelsplatz zur RWA-Plattform
Unter dem Namen Digital X will Mirae traditionelle Finanzprodukte künftig mit tokenisierten Vermögenswerten verbinden. Die Blockchain-Infrastruktur von Korbit soll dabei mit den Erfahrungen von Mirae im Wertpapierhandel und in der Vermögensverwaltung kombiniert werden. Die Krypto-Börse würde sich so zu einem Zugangspunkt für institutionelle Digital-Asset-Angebote wandeln. Bislang fehlen allerdings noch konkrete Produkte und ein verbindliches Startdatum für die neuen Angebote wurde auch noch nicht genannt.