Laut dem Wall Street Journal haben mit dem Iran verbundene Unternehmen seit 2019 mehr als 3,84 Milliarden Dollar in Kryptowährung über CoinEx transferiert – das geht aus Analysen von Blockchain-Ermittlern wie TRM Labs hervor. Dieses Volumen macht CoinEx zu einem der mutmaßlich wichtigsten Kanäle, um Gelder an den umfassenden US-Sanktionen gegen den Iran vorbeizuleiten. Dabei sind Wallets im Spiel, die mit iranischen Nutzern in Verbindung stehen, sowie die größte iranische Börse und Konten, die die Aufsichtsbehörden bereits zuvor mit sanktionierten Netzwerken in Verbindung gebracht haben.
Das Journal fügt hinzu, dass Ermittler in diesem Jahr ungewöhnliche Aktivitäten bei Wallets festgestellt haben, die mit Nobitex, einer großen iranischen Handelsplattform, in Verbindung stehen. TRM Labs gibt an, dass mit dem Iran verbundene Wallets CoinEx seit Jahren intensiv nutzen und dass die Transaktionsströme zunahmen, nachdem die US-Behörden die Überwachung von Binance verschärft hatten. Außerdem weist das Unternehmen darauf hin, dass sich die Zahl von 3,84 Milliarden Dollar auf einen Zeitraum von etwa sieben Jahren bezieht und auf Methoden zur Adressverknüpfung basiert, nicht auf offiziellen Eigentumsunterlagen.
🚨MASSIV: IRAN HAT 3,8 MILLIARDEN US-DOLLAR ÜBER DIE KRYPTO-BÖRSE COINEX UMGELEITET, UM US-SANKTIONEN ZU UMGEHEN
Eine Untersuchung des WSJ ergab, dass mehr als 3,84 MILLIARDEN US-Dollar von iranischen Nutzern über CoinEx flossen, wobei Blockchain-Analysen die Transaktionen mit Einrichtungen in Verbindung brachten, die der IRGC und der iranischen Zentralbank nahestehen. pic.twitter.com/fPU80TXuMh
— Coin Bureau (@coinbureau) 25. Juni 2026
Anfang des Jahres verfolgten Ermittler zudem verdächtige Bewegungen im Zusammenhang mit zwei digitalen Wallets, die von der iranischen Zentralbank kontrolliert werden, und brachten sie mit einem Teil der rund 1,5 Milliarden Dollar in Verbindung, die nordkoreanische Hacker von Bybit gestohlen hatten – was manche als den bislang größten Krypto-Diebstahl bezeichnen. Die Gelder flossen über mehrere Adressen, bevor sie in die mit der Zentralbank verbundenen Wallets gelangten und anschließend zu CoinEx weitergeleitet wurden.
US-Beamte und Blockchain-Analyseunternehmen hatten den Bybit-Hack zuvor nordkoreanischen Akteuren zugeschrieben, darunter der Lazarus-Gruppe, und Ermittler erklärten gegenüber dem Journal, dass dieselben Kanäle, über die diese gehackten Vermögenswerte gewaschen wurden, offenbar auch dem Iran helfen, Geld außerhalb des traditionellen Bankensystems zu bewegen – möglicherweise zur Finanzierung internationaler Transaktionen, die durch US-Sanktionen normalerweise blockiert würden.
Reaktion von CoinEx und regulatorische Fragen
CoinEx wurde wegen des WSJ-Artikels nicht mit neuen US-Sanktionen belegt, doch Aufsichtsbehörden und Compliance-Teams nehmen die Börse nun genauer unter die Lupe. Das Unternehmen bestreitet jegliche Verbindung zur iranischen Regierung, widerspricht der Einstufung einiger Wallets als „mit dem Iran verbunden“ und hat Berichten zufolge damit begonnen, Nutzer im Iran zu sperren, während es Transaktionen im Zusammenhang mit den Geldern aus dem Bybit-Hack überprüft.
Im Bericht zitierte Analysen deuten zudem darauf hin, dass CoinEx-Wallets mit Adressen interagierten, die mit dem Korps der Islamischen Revolutionsgarden des Iran in Verbindung stehen, darunter auch Einrichtungen, denen Ölverkäufe und die Umgehung von Sanktionen vorgeworfen werden. Diese Verbindungen verstärken die Bedenken, ob die aktuellen KYC- und AML-Kontrollen bei mittelgroßen Offshore-Börsen stark genug sind, wenn Nationalstaaten und sanktionierte Gruppen auf Krypto-Kanäle zurückgreifen.
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