Der Wettlauf um die begehrten MiCA-Lizenzen in Europa geht weiter. Nun hat auch die Kryptobörse WhiteBIT von der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA) eine Zulassung nach der europäischen Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCA) erhalten. Damit darf das Unternehmen seine Dienstleistungen künftig reguliert im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) anbieten.
Die Lizenz wurde an die österreichische Tochtergesellschaft WB-Shield Innovations GmbH vergeben, die unter dem Namen WhiteBIT EU auftritt. Dank des sogenannten Passporting-Mechanismus reicht eine einzige Zulassung innerhalb der Europäischen Union aus, um Dienstleistungen in allen EWR-Staaten anzubieten. Separate Genehmigungen in einzelnen Ländern sind nicht mehr notwendig.
WhiteBIT wurde 2018 gegründet und zählt nach eigenen Angaben mittlerweile über 35 Millionen Nutzer weltweit. Bekannt ist die Börse unter anderem durch ihre Sponsoring-Partnerschaften mit dem FC Barcelona, Juventus Turin sowie der ukrainischen Fußballnationalmannschaft. Trotz dieser prominenten Kooperationen gehört WhiteBIT gemessen am Handelsvolumen nicht zu den ganz großen Marktführern und rangiert derzeit unter den 55 größten Kryptobörsen weltweit.
Für WhiteBIT stellt die MiCA-Lizenz einen wichtigen Meilenstein dar. Unternehmensgründer Volodymyr Nosov bezeichnete die Zulassung als Bestätigung der langfristigen Europa-Strategie. Gleichzeitig unterstrich er die Bedeutung von MiCA als potenziellen globalen Standard für die Regulierung digitaler Vermögenswerte.
Mit der neuen Zulassung bereitet das Unternehmen den Start seiner speziell für europäische Kunden entwickelten Plattform whitebit.eu vor. Diese soll als vollständig regulierter Zugangspunkt für Nutzer im EWR dienen und sämtliche Anforderungen an Compliance, Transparenz und Kundenschutz erfüllen.
Die Entscheidung der österreichischen FMA erfolgt nur wenige Tage vor dem Ende der europäischen Übergangsfrist am 1. Juli 2026. Ab diesem Zeitpunkt müssen Krypto-Unternehmen, die ihre Dienste in der EU anbieten wollen, grundsätzlich über eine MiCA-Lizenz verfügen. Anbieter ohne entsprechende Zulassung stehen unter erheblichem Druck und müssen ihre Aktivitäten einstellen oder ihre Kunden geordnet auf regulierte Plattformen migrieren.
Österreich gehört zu den ersten EU-Staaten, die vollständig auf das neue MiCA-Regime umgestellt haben. Mit WhiteBIT steigt die Zahl der von der FMA zugelassenen MiCA-Anbieter auf zehn. Die Behörde hatte bereits zuvor von einem hohen Antragsaufkommen berichtet.
Während immer mehr Börsen ihre MiCA-Zulassung erhalten, bleibt die Situation für andere Marktteilnehmer angespannt. Besonders aufmerksam verfolgt die Branche derzeit die regulatorischen Entwicklungen rund um Binance. Medienberichten zufolge könnte die griechische Aufsichtsbehörde den dort eingereichten MiCA-Antrag ablehnen. Die kommenden Wochen dürften daher entscheidend dafür werden, welche Börsen künftig offiziell auf dem europäischen Markt aktiv bleiben dürfen.
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