Zusammenführung von Kryptowährungen mit regionalen QR-Systemen
Die Kryptowährungsplattform Kucoin gab am 22. Juni die Ausweitung ihres digitalen Zahlungssystems auf Argentinien und Peru bekannt, wobei Kryptowährungen und Stablecoins direkt in die regionalen Netzwerke integriert werden, die alltägliche QR-Code-Transaktionen ermöglichen. Dieser Schritt spiegelt einen sich beschleunigenden Trend in ganz Südamerika wider, wo Inflation und eingeschränkter Zugang zum Bankwesen die Verbraucher dazu veranlasst haben, mobile digitale Geldbörsen den traditionellen Kreditkarten vorzuziehen.
Im Rahmen der neuen Einführung wird Kucoin Pay an das von der argentinischen Regierung regulierte System „Transferencias 3.0“ angebunden. Das System schreibt vor, dass QR-Codes interoperabel sein müssen, was bedeutet, dass ein Verbraucher einen einzigen Code an der Kasse eines Händlers scannen und mit einer Vielzahl konkurrierender digitaler Geldbörsen bezahlen kann, darunter auch der marktbeherrschende Anbieter Mercado Pago. In Peru wird das System mit Yape und Plin verbunden, zwei mobilen Zahlungs-Apps, die Bargeld bei Peer-to-Peer- und Einzelhandelsgeschäften im ganzen Land weitgehend ersetzt haben.
Die Integration stellt einen bedeutenden Wandel in der Funktionsweise digitaler Vermögenswerte in wachstumsstarken Märkten dar. Während sich die frühe Einführung von Kryptowährungen stark auf den spekulativen Handel konzentrierte, haben lokale wirtschaftliche Zwänge zunehmend eine Neuausrichtung auf den praktischen Nutzen im Alltag erzwungen.
„Der praktische Nutzen im Alltag wird die nächste Phase der Krypto-Einführung bestimmen, und im Zahlungsverkehr wird dieser Wandel am deutlichsten sichtbar“, erklärte Alicia Kao, Geschäftsführerin von Kucoin, in einer Stellungnahme. Kao fügte hinzu, dass die Erweiterung darauf abzielt, Blockchain-basierte Vermögenswerte „mit den Bank- und Zahlungssystemen zu verbinden, auf die sich die Menschen bereits verlassen“.
Anstatt Händler dazu zu zwingen, eine spezielle Infrastruktur für die Annahme digitaler Vermögenswerte einzurichten, leitet das Backend-System der Plattform die Kryptowährung oder den an den Dollar gekoppelten Stablecoin während des „Scan-and-Pay“-Vorgangs automatisch weiter und wandelt sie in die lokale Fiat-Währung um.
Die Einführung erfolgt in einem stark umkämpften regionalen Umfeld. Während kryptogestützte Debitkarten in der Region in den letzten Jahren stetig an Bedeutung gewonnen haben, werden lokale Zahlungsökosysteme zunehmend von sofortigen, fiat-basierten Banküberweisungssystemen dominiert – allen voran das brasilianische Pix-Netzwerk.
Durch die direkte Einbettung von Krypto-Optionen in bestehende QR-Infrastrukturen wie „Transferencias 3.0“ und peruanische digitale Geldbörsen versuchen Fintech-Unternehmen, die Reibungsverluste eigenständiger Krypto-Anwendungen zu umgehen, mit dem Ziel, digitale Vermögenswerte an der Kasse von alltäglichen Geldtransfers nicht mehr unterscheidbar zu machen.