Ein wachsender Anteil europäischer Investoren könnte laut einer neuen Studie von Boerse Stuttgart Digital die Bank wechseln, um besseren Zugang zu Krypto-Dienstleistungen zu erhalten. Dies signalisiert einen Wandel in der Art und Weise, wie digitale Vermögenswerte den Privatkundenbereich in der gesamten Region prägen.
Die von dem Marktforschungsunternehmen Marketagent zwischen August 2025 und Januar 2026 durchgeführte Umfrage sammelte Antworten von 6.000 Personen aus Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich. Dabei ergab sich, dass 35 % der Befragten einen Bankenwechsel in Betracht ziehen würden, falls eine andere Institution stärkere Krypto-Investitionsmöglichkeiten anbietet.
Diese Zahl steigt in Spanien auf 40 %, den höchsten Wert unter den befragten Ländern, gefolgt von Italien mit 35 %, Frankreich mit 33 % und Deutschland mit 29 %.
Gleichzeitig nimmt der Besitz von Kryptowährungen weiter zu. Rund 25 % der Befragten gaben an, bereits in digitale Vermögenswerte investiert zu haben, wobei Spanien mit fast 28 % erneut an der Spitze liegt. Deutschland folgt mit 25 %, während Italien und Frankreich leicht zurückliegen.
Trotz der Ursprünge der Kryptowährungen außerhalb der traditionellen Finanzwelt deutet die Studie darauf hin, dass Banken weiterhin eine zentrale Rolle in der nächsten Phase spielen. Investoren vertrauen ihrer Hauptbank für Krypto-Dienstleistungen mehr als doppelt so häufig wie spezialisierten Plattformen.
Dieser Vertrauensvorteil ergibt sich, da viele Anleger weiterhin Schwierigkeiten haben, die Anlageklasse zu verstehen. Mehr als 60 % gaben an, sich schlecht über Krypto informiert zu fühlen, während 69 % sie als zu komplex beschrieben.
Bedenken hinsichtlich der Regulierung bestehen ebenfalls fort, wobei 76 % Kryptowährungen als unzureichend reguliert und daher riskant ansehen.
Die Ergebnisse deuten auf eine potenzielle Öffnung für Banken hin. Fast jeder fünfte Befragte erwartet, dass seine Bank innerhalb der nächsten drei Jahre Zugang zu Krypto-Dienstleistungen anbietet, was darauf hindeutet, dass digitale Vermögenswerte von einem Nischenangebot zu einer Standardfunktion im Retail-Finanzbereich werden.
Der Zugang zu Kryptowährungen in Europa hat sich in den letzten Jahren ausgeweitet, bleibt jedoch nach wie vor ungleichmäßig. Während einige Banken und Fintech-Unternehmen mittlerweile Handels- oder Verwahrungsdienste anbieten, verfolgen viele große Institutionen einen vorsichtigen Ansatz und beschränken ihre Beteiligung häufig auf ausgewählte Produkte oder Pilotprogramme. Infolgedessen verlassen sich Anleger oft auf eine Kombination aus traditionellen Banken und spezialisierten Plattformen zur Verwaltung ihrer Bestände.
Die Regulierung beginnt, dieses Umfeld zu gestalten. Der Rahmen der Europäischen Union für Märkte in Krypto-Assets (MiCA), der schrittweise in den Mitgliedstaaten eingeführt wird, legt gemeinsame Regeln für Krypto-Dienstleister fest, einschließlich Lizenzierung, Verbraucherschutz und betrieblicher Standards. Ziel ist es, einen einheitlicheren Markt in der Region zu schaffen und Risiken im Zusammenhang mit unregulierten Aktivitäten zu verringern.
Eine klarere Regulierung könnte eine Rolle bei diesem Wandel spielen. Fast die Hälfte der Befragten gab an, dass die Vorschriften der Europäischen Union, wie zum Beispiel die MiCA, ihr Vertrauen in digitale Vermögenswerte stärken, was darauf hindeutet, dass weitere regulatorische Klarheit dazu beitragen könnte, mehr Investoren auf den Markt zu bringen.