In dieser modernen, vernetzten Welt bedeutet das Leben, dass viele unserer Interaktionen virtuell stattfinden. Anstatt in ein Geschäft zu gehen, können wir Waren online bestellen. Keine Lust, in einem Restaurant zu essen? Bestellen Sie online und lassen Sie sich das Essen direkt nach Hause liefern. Da immer mehr Aktivitäten online verlagert werden, haben Betrüger neue Wege gefunden, die Distanz und Anonymität auszunutzen, die digitale Interaktionen schaffen können.
Sogenannte „digitale Festnahme“-Betrügereien können in diesem Umfeld gedeihen. Die Strafverfolgung nimmt Sie nicht über einen Videoanruf fest. Legitimer polizeilicher Maßnahmen beinhalten in der Regel identifizierbare Beamte, etablierte Verfahren und Möglichkeiten zur Überprüfung der Authentizität der Interaktion.
Die jüngste Verletzung von mehr als 153 Millionen Fahrerscheinscans könnte diese Betrugsmaschen potenziell glaubwürdiger erscheinen lassen. Es ist noch unklar, wie die gestohlenen Daten letztendlich verwendet werden könnten, doch Betrüger sind einfallsreich und könnten die Bilder nutzen, um fälschlicherweise zu behaupten, dass der Führerschein eines Opfers aus einer Polizeidatenbank stammt, um angebliche Beweise für die Festnahme des Opfers vorzulegen und den Betrug somit überzeugender erscheinen zu lassen.
Rich Graham ist der Leiter der Abteilung für Finanzkriminalität bei Moody's.
„Digitale Festnahme“-Betrügereien erschweren die Überprüfung von Behörden
Dieser Betrug kann besonders effektiv sein, da er die mit der Strafverfolgung verbundene Autorität heraufbeschwört und gleichzeitig die Möglichkeiten zur unabhängigen Überprüfung verringert. Anstatt eine persönliche Begegnung einzubeziehen, erfolgt die Interaktion typischerweise virtuell. Stattdessen kann ein Fremder anrufen, oft von einer gefälschten Nummer, und behaupten, es gäbe ein Problem mit dem Konto des Opfers. Berichte haben viele frühe Fälle dieses Betrugs mit Indien in Verbindung gebracht, und ähnliche Methoden beginnen hier in den USA Aufmerksamkeit zu erregen.
Beispielsweise kann in der aufstrebenden US-Version ein Betrüger behaupten, er stamme von der Betrugsabteilung einer Bank. Dem Opfer wird möglicherweise mitgeteilt, dass sein Konto wegen eines verdächtigen Kaufs markiert wurde oder dass kriminelle Aktivitäten mit ihm in Verbindung gebracht werden. Der nächste Teil des Betrugs kann dann in Form eines Videolinks erfolgen, bei dem das Opfer aufgefordert wird, sich mit einem „Offizier“ oder „Agenten“ zu treffen, der entweder ein echter Betrüger in Uniform oder ein „Deepfake“ sein kann. Dem Opfer wird dann möglicherweise erklärt, dass die Angelegenheit vertraulich ist, dass es niemanden kontaktieren darf, angewiesen, sich wiederholt zu melden, und unter Druck gesetzt wird, zu zahlen, um die Vorwürfe verschwinden zu lassen. Manchmal findet dieses Ereignis in einer einzigen Sitzung statt, aber andere Male werden Opfer angewiesen, sich mehrmals täglich bei dem „Strafverfolgungsbeamten“ zu melden.
Virtuelle Anrufe können als eine Form der psychologischen Einschließung fungieren. Das Video wird genutzt, um den Anschein von Legitimität zu erwecken, während wiederholte Kontakte das Opfer isoliert und unter Druck gesetzt fühlen lassen können.
Gemeldete internationale Fälle veranschaulichen, wie verheerend diese Art von Betrug sein kann. Laut veröffentlichten Berichten, in Mumbai, ein pensionierter Bankmanager wurde Berichten zufolge wurde 54 Tage lang unter einer sogenannten „digitalen Festnahme“ gehalten und verlor etwa ₹40 Lakh (rund 40.000 US-Dollar), nachdem Betrüger sich als Strafverfolgungs- und Ermittlungsbehörden ausgaben. Die konkreten Namen der Behörden können von Land zu Land variieren, doch die Vorgehensweise ist oft identisch, einschließlich nachgeahmter Autorität, Isolierung des Opfers, wiederholter Überwachung oder Kontrolle, Drohungen sowie Zahlungsaufforderungen, die als Compliance dargestellt werden.
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