Die französische Großbank Crédit Agricole startet mit „Crédit Agricole Savings“ eine neue digitale Plattform mit Sparprodukten, um Kund:innen in Deutschland zu gewinnen. Auf der Webseite finden Sparer:innen eine ganze Palette von Tages- und Festgeldangeboten.
Allerdings geht die Crédit Agricole bei ihrer Deutschland-Offensive einen anderen Weg als etwa Konkurrentin BBVA. Die spanische Bank startet im Sommer 2025 mit einem besonders hohen Zinsangebot von 3 Prozent auf dem deutschen Markt. Allerdings handelt es sich dabei um ein Aktionsangebot, das nur sechs Monate für Neukunden gilt. Danach wird der Zinssatz variabel angepasst und orientiert sich am Zinssatz der Europäischen Zentralbank, der aktuell bei 2 Prozent liegt.
Crédit Agricole Savings bietet jetzt bis zu 2,6 Prozent Zinsen aufs Tagesgeld, allerdings nur in der Variante „Tagesgeld Ziel“, bei dem Sparer:innen regelmäßig mindestens 10 Euro einzahlen müssen. Das Geld ist außerdem nicht wie sonst bei einem Tagesgeldkonto jederzeit verfügbar, sondern wird zwischen 12 und 60 Monaten angelegt und kann auch erst am Ende der gewählten Laufzeit wieder abgehoben werden.
Daneben gibt es auch ein klassisches Tagesgeldkonto mit 1,9 Prozent Zinsen sowie eine Variante, bei der nach zwölf Monaten ein höherer Bonuszins gezahlt wird. Außerdem bietet die Bank mehrere Festgeldangebote mit kurzer, langer oder gestaffelter Laufzeit.
Mehr Angebote im Herbst
Die Einlagen laufen zunächst unter französischer IBAN und unterliegen der französischen Einlagensicherung. Ab Oktober will die Bank auch in Deutschland Girokonten anbieten. Dann soll auch eine Smartphone-App an den Start gehen. Aktuell können Tages- und Festgeldkonten nur über die Webseite eingerichtet werden.
Ab Anfang 2027 – und damit pünktlich zum Start des neuen Altersvorsorgedepots in Deutschland – sollen dann weitere Anlageprodukte wie börsennotierte Indexfonds (ETFs) und andere Fonds folgen.
Bislang war Frankreichs zweitgrößte Bank hierzulande unter anderem über ihre deutsche Tochter Creditplus und die Autobank CA Auto Bank vertreten. Der Deutschlandstart der Sparprodukte ist Teil einer europäischen Expansion, mit der mehr als 40 Milliarden Euro an Einlagen eingeworben werden sollen, davon allein 30 Milliarden Euro in Deutschland. Noch in diesem Jahr will die Crédit Agricole auch in drei weiteren europäischen Ländern starten.
Mit ihrer Deutschland-Offensive ist die Crédit Agricole nicht allein. Auch andere Großbanken wollen auf den deutschen Markt, allen voran US-Rivale JP Morgan, der noch in diesem Jahr den Start der Onlinebank „Chase“ plant.
Die Banking-App soll dann unter anderem mit einem persönlichen Kundenservice punkten. Allerdings wird das wohl kein Alleinstellungsmerkmal mehr sein, denn auch die Neobank Trade Republic hat gerade umgedacht und setzt nach einiger Kritik an der schlechten Erreichbarkeit nun ebenfalls auf Menschen im Kundensupport.