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Binance droht der nächste Krypto-Ärger in den USA

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Für Binance wird es in den USA erneut ungemütlich. US-Bundesstaatsanwälte untersuchen, ob die weltgrösste Kryptobörse bestimmte Geschäfte mit Bezug zum Iran ausreichend verhindert hat. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Binance Transaktionen trotz der US-Sanktionen gegen Iran bewusst ermöglicht haben könnte. Das berichten Bloomberg und Reuters unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Ermittlungen werden demnach vom US-Staatsanwaltschaftsbüro in Manhattan geführt. Auch die Strafabteilung des US-Justizministeriums in Washington soll beteiligt sein. Für Binance ist das brisant, denn die US-Behörden schauen offenbar nicht nur auf einzelne Transaktionen, sondern auch darauf, wie wirksam die Kontrollsysteme der Börse funktionieren.

Binance droht der nächste Krypto-Ärger in den USA

Noch ist allerdings nichts entschieden. Die Untersuchung bedeutet nicht, dass Binance einen neuen Verstoss begangen hat. Die Ermittler prüfen zunächst, ob es zu entsprechenden Verstössen gekommen sein könnte. Das Verfahren könnte deshalb auch ohne Anklage oder weitere Sanktionen enden. Reuters betont ausdrücklich, dass bislang keine Ergebnisse der Untersuchung vorliegen.

Binance selbst weist den Vorwurf zurück. Die Kryptobörse erklärte, sie verfolge gegenüber Sanktionsverstössen eine Null-Toleranz-Politik und arbeite vollständig mit den Strafverfolgungsbehörden zusammen. Zudem betont das Unternehmen, Nutzer zu identifizieren, die die Plattform missbrauchen, und deren Aktivitäten zu beenden.

Für Binance ist das Thema allerdings keineswegs neu. Bereits 2023 geriet die Börse massiv ins Visier der US-Behörden. Damals bekannte sich Binance im Rahmen eines umfassenden Verfahrens schuldig und stimmte einer Zahlung von rund 4,3 Milliarden US-Dollar zu. Die Vorwürfe betrafen unter anderem Verstösse gegen Geldwäsche- und Sanktionsvorschriften. Gründer Changpeng Zhao bekannte sich ebenfalls schuldig, kein wirksames Geldwäscheprogramm aufrechterhalten zu haben, und trat als CEO zurück.

Auch das US-Finanzministerium verhängte damals eine separate Strafe. Das Office of Foreign Assets Control (OFAC) einigte sich mit Binance auf eine Zahlung von rund 968 Millionen Dollar wegen mutmasslicher Verstösse gegen mehrere Sanktionsprogramme. Hinzu kam eine mehrjährige Überwachung der Compliance-Strukturen.

Was lief bei Iran-Geschäften schief?

Der Iran steht derzeit besonders stark im Fokus der US-Behörden. Washington versucht, die finanziellen Netzwerke des Landes stärker abzuschneiden. Kryptowährungen spielen dabei eine wachsende Rolle, weil digitale Vermögenswerte grenzüberschreitend bewegt werden können und Transaktionen nicht zwangsläufig über klassische Banken laufen.

Für Binance kommt die neue Untersuchung deshalb zu einem heiklen Zeitpunkt. Reuters hatte bereits über ein iranisch verbundenes Netzwerk berichtet, über das Milliardenbeträge in Kryptowährungen bewegt worden sein sollen. Dabei sollen auch erhebliche Summen an mit Binance verbundene Wallets geflossen sein. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass Binance selbst an einer Umgehung von Sanktionen beteiligt war.

Damit steht erneut eine grundsätzliche Frage im Raum: Wie zuverlässig können grosse Kryptobörsen ihre globalen Handelsströme kontrollieren, wenn Nutzer und Gelder innerhalb weniger Minuten Grenzen überschreiten? Für Binance dürfte die Antwort darauf diesmal besonders genau geprüft werden. (mck)

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