Russland wird am 1. September einen regulierten Weg für den Kryptowährungshandel öffnen, der gewöhnlichen Anlegern legalen Zugang zu digitalen Vermögenswerten gewährt und gleichzeitig strenge Beschränkungen für ihre Teilnahme setzt.
Im Rahmen des neuen russischen Krypto-Handelsrahmens können nicht qualifizierte Investoren jährlich bis zu 300.000 Rubel oder etwa 3.800 US-Dollar über jeden lizenzierten Vermittler kaufen. Sie müssen außerdem einen Risikobewertungstest bestehen, während sich der erste öffentliche Handel auf Bitcoin, Ethereum und Tethers $USDT konzentriert.
Die Struktur ermöglicht Privatanlegern erstmals Zugang zu regulierten Kryptomärkten unter einem umfassenderen rechtlichen Rahmen. Offizielle Prognosen deuten jedoch darauf hin, dass die meisten bestehenden russischen Krypto-Aktivitäten möglicherweise nicht sofort auf regulierte Börsen verlagert werden.
Der Kryptohandel in Russland legt strenge Einzelhandelsgrenzen fest
Die Obergrenze von 300.000 Rubel gilt separat bei jedem Intermediair, einschließlich Brokern, Kryptobörsen und Vermögensverwaltern. Das bedeutet, dass die Regel nicht als landesweite jährliche Obergrenze für jeden Investor gilt.
Der Zugang hängt ebenfalls von Tests ab. Sowohl qualifizierte als auch nicht qualifizierte Investoren müssen vor dem Handel eine Bewertung durchführen, während nicht qualifizierte Investoren nur auf Kryptowährungen zugreifen können, die die Liquiditätsanforderungen des Regulators erfüllen.
Die Bank von Russland hat zunächst Bitcoin, Ethereum und $USDT für den Börsenhandel identifiziert. Ihre Auswahlkriterien berücksichtigen Marktkapitalisierung, durchschnittliches tägliches Handelsvolumen und mindestens fünf Jahre Preishistorie an Auslandsbörsen. Qualifizierte Anleger können Kryptowährungen hingegen ohne das gleiche Kauflimit handeln.
Inländische Kryptowährungszahlungen bleiben verboten. Exporteure und Importeure können Kryptowährungen jedoch für grenzüberschreitende Abwicklungen nutzen, während russische Einwohner Kryptotransaktionen im Ausland über ausländische Bankkonten durchführen können.
Regulierte Börsen erobern möglicherweise nur einen Teil des Marktes
Analysten von SberCIB Investment Research erwarten, dass der regulierte Börsenhandel im ersten Jahr etwa 20 % des bestehenden russischen Kryptowährungsvolumens ausmachen wird.
Daten des Finanzministeriums, zitiert vom stellvertretenden Vorsitzenden der Sberbank, Anatoly Popov, gehen von etwa 50 Milliarden Rubel täglich aus, was etwa 18 Billionen Rubel jährlich entspricht. SberCIB schätzt, dass im ersten Jahr nach der Legalisierung 3,5 Billionen bis 4 Billionen Rubel durch Börsen fließen könnten.
Diese Zahl könnte bis 2028 auf zwischen 4,75 Billionen und 5,25 Billionen Rubel steigen und bis 2029 etwa 7,5 Billionen Rubel erreichen. Popov sagte, die konservative Prognose stimme mit der Erwartung überein, dass ein großer Anteil der Transaktionen über Kryptobörsendienste außerhalb des organisierten Börsenhandels fortgesetzt wird. Marktteilnehmer haben ebenfalls bis zum 1. Juli 2027 Zeit, Lizenzen zu erhalten.
Daher deuten die ersten Zahlen auf eine Verschiebung hin zu regulierten Plattformen hin und nicht auf eine sofortige Migration russischer Krypto-Aktivitäten weg von P2P, Offshore und anderen bestehenden Kanälen hin.