Der Clarity Act gilt als einer der wichtigsten regulatorischen Meilensteine für das weitere rechtskonforme Wachstum des Bitcoin- und Kryptomarktes weltweit. Vor wenigen Stunden wurde bekannt, dass US-Präsident Donald Trump das letzte große verbleibende Hindernis für die Verabschiedung des Gesetzes aus dem Weg geräumt hat.
Trump akzeptiert Ethikklausel und öffnet Weg für US-Kryptogesetz
US-Präsident Donald Trump hat einer Ethikklausel für den Clarity Act zugestimmt. Die Einigung folgte auf monatelange Verhandlungen zwischen dem Weißen Haus und Mitgliedern des Senats. Die Kryptoreporterin Eleanor Terrett führt dazu auf Twitter aus:
„Aus mehreren Branchenquellen habe ich erfahren, dass sich das Weiße Haus auf ein Ethikpaket für den ‚Clarity Act‘ geeinigt und den Wortlaut heute Nachmittag an bestimmte republikanische Senatoren weitergeleitet hat.“
Noch bei einem Treffen am 16. Juli mit den republikanischen Senatoren Bernie Moreno und Cynthia Lummis sowie dem Kryptoberater des Weißen Hauses, Patrick Witt, war kein Durchbruch erzielt worden. Wenige Tage später gab Trump nach Angaben aus Branchenkreisen grünes Licht.
Die Klausel soll begrenzen, wie Präsidenten, Vizepräsidenten, Kongressmitglieder und andere Bundesbeamte während ihrer Amtszeit finanziell von digitalen Vermögenswerten wie Bitcoin, ETH, XRP und anderen Kryptowährungen profitieren dürfen.
Politisch heikel ist vor allem das Geschäft der Präsidentenfamilie mit zwei auf Solana ausgegebenen Memecoins. Donald Trump brachte am 17. Januar 2025 den Token Official Trump ($TRUMP) auf den Markt, zwei Tage später folgte Melania Trump mit Melania Meme ($MELANIA).
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Hinter $TRUMP stehen unter anderem CIC Digital, eine Tochtergesellschaft der Trump Organization, und Fight Fight Fight LLC. Die beiden Unternehmen kontrollierten laut Projektangaben zunächst 80 Prozent des gesamten Tokenbestands, der über drei Jahre freigegeben werden sollte. $MELANIA wurde über MKT World LLC vermarktet, ein Unternehmen der First Lady.
Hinzu kommt World Liberty Financial, ein separates Kryptoprojekt, das von Trumps Söhnen mitgegründet wurde und unter anderem den Governance-Token WLFI vertreibt. In seiner am 30. Juni 2026 veröffentlichten Vermögenserklärung meldete Trump rund 635 Millionen Dollar an Einnahmen aus dem Memecoin-Geschäft und etwa 800 Millionen Dollar aus World Liberty Financial.
Die parallelen Einnahmen aus digitalen Vermögenswerten und die kryptofreundliche Politik seiner Regierung verschärften damit die Debatte über mögliche Interessenkonflikte.
Bis zum 7. August bleibt wenig Zeit
Der Clarity Act soll die Zuständigkeiten von SEC und CFTC für digitale Vermögenswerte neu ordnen. Das Repräsentantenhaus verabschiedete H.R. 3633 am 17. Juli 2025 um 15:30 Uhr Ortszeit mit 294 zu 134 Stimmen. Der Senat legte am 1. Juni 2026 eine geänderte Fassung vor. Wird sie angenommen, muss das Repräsentantenhaus erneut zustimmen.
Der Zeitplan ist eng. Regulär bleibt nur bis Freitag, den 7. August, Zeit, bevor am 10. August die längere sitzungsfreie Phase des Senats beginnt. Patrick Witt sollte am 27. Juli eine Ausbildung zum Militärjuristen bei der Georgia Army National Guard antreten, verschob sie jedoch erneut.
Das ist relevant, weil Witt als führender Unterhändler des Weißen Hauses die Gespräche zum Clarity Act koordiniert. Sein Stellvertreter Harry Jung, der Witts Aufgaben übernehmen sollte, kündigte am 20. Juli seinen Abschied aus dem Regierungsdienst innerhalb der nächsten zwei Wochen an. Ohne Witts Verbleib hätten die Verhandlungen in ihrer entscheidenden Phase beide operativen Ansprechpartner verloren.
Bitcoin-Kurs steigt trotz weiterer Eskalation im Nahen Osten
Trotz einer weiteren Eskalation zwischen den USA und dem Iran verzeichnet der Bitcoin-Kurs in den letzten 24 Stunden einen Anstieg von 1,64 % auf 65.478,31 USD zum Redaktionszeitpunkt am 21.07.2026 um 07:30 Uhr.
Sollte der Clarity Act tatsächlich noch in diesem Jahr verabschiedet werden, wäre eine der wichtigsten Hürden genommen und der Weg für weitere Kursanstiege frei. Auch Branchenstimmen zeigen sich zunehmend bullisch. Wie wir bereits berichteten, sieht der US-Bankenriese JPMorgan ebenfalls zwei bullische Signale, die Bitcoin den Rücken stärken.
Strategys auf 3 Milliarden US-Dollar gestiegene Barreserve senkt das Risiko weiterer BTC-Verkäufe, während die Nachfrage institutioneller Anleger nach Bitcoin-Futures stabil bleibt. Gleichzeitig bremsen anhaltende Abflüsse aus US-Spot-ETFs und der noch unter der Empfehlung liegende Liquiditätspuffer die Zuversicht, weshalb die Bank kein neues Kursziel nennt.
Darüber hinaus zeigt sich auch BlackRock-Chef Larry Fink bullisch. Fink bewertet den Abbau übermäßiger Hebelpositionen am Bitcoin- und Kryptomarkt als stabilisierend, nachdem das Open Interest bei Futures im Juni um rund 18 Prozent gefallen war. Zusätzlich erwartet er Rückenwind durch KI-getriebene Produktivitätsgewinne an den Aktienmärkten, warnt jedoch vor Engpässen bei der Energie- und Recheninfrastruktur.