de
Zurück zur Liste

Südkoreas neue Regeln gefährden Krypto-Treasury-Firmen mit Delistings

source-logo  news-krypto.de 3 S
image

Was sind DAT-Unternehmen und welche Regeln gelten künftig?

Ein Digital Asset Treasury, kurz DAT, ist ein börsennotiertes Unternehmen, das Kryptowährungen als zentralen strategischen Vermögenswert auf seiner Bilanz hält. Das Modell wurde in den USA von Strategy, früher bekannt als MicroStrategy, geprägt und anschließend von Metaplanet auf den japanischen Kapitalmarkt übertragen. Südkoreanische Unternehmen haben diesen Ansatz in jüngster Zeit übernommen.

Mit den überarbeiteten KOSDAQ-Regeln steigt die Mindestmarktkapitalisierung auf 200 Milliarden KRW, umgerechnet rund 145 Millionen US-Dollar, bis Ende 2026. Ab Januar 2027 erhöht sich der Schwellenwert auf 300 Milliarden KRW, entsprechend etwa 217 Millionen US-Dollar. Unternehmen, die diesen Wert 30 aufeinanderfolgende Handelstage unterschreiten, erhalten den Status eines verwalteten Wertpapiers. Erholen sie sich nicht innerhalb von 45 aufeinanderfolgenden Tagen auf das geforderte Niveau, droht ihnen innerhalb von 90 Tagen die automatische Notierungsaufhebung.

Warum geraten DAT-Firmen konkret in den Fokus?

Mehrere DAT-Unternehmen haben im vergangenen Jahr erhebliche Buchgewinne durch steigende Bitcoin-Kurse verzeichnet. Genau diese Gewinne könnten nun unter die neuen Schwellenwertregelungen fallen und die betroffenen Firmen unmittelbar einer Delisting-Prüfung aussetzen. Die Regulierung sendet damit ein klares Signal: Koreanische Behörden ziehen die Zügel im gesamten digitalen Vermögensbereich an, von Eigentumsregeln für Kryptobörsen bis hin zu Stablecoin-Rahmenbedingungen. Die KOSDAQ-Reform dehnt diesen Druck nun explizit auf börsennotierte Firmen mit Krypto-Beständen aus.

Bitplanet als wichtigstes Beispiel der neuen DAT-Welle

Das bekannteste Beispiel des entstehenden südkoreanischen DAT-Sektors ist Bitplanet. Das Unternehmen wurde im Juli 2025 gegründet, als ein Konsortium unter Führung von Asia Strategy und Sora Ventures das KOSDAQ-gelistete Unternehmen SGA übernahm. Bitplanet hält derzeit 300 Bitcoin und verfolgt das langfristige Ziel, insgesamt 10.000 Bitcoin zu akkumulieren. CEO Lee Seong-hoon hat öffentlich Strategy und Metaplanet als Vorbilder für das Geschäftsmodell genannt und Bitplanet als erstes echtes treasury-fokussiertes Kryptovehikel Südkoreas positioniert.

Diversifizierung durch Mining und Rechenzentren

Neben der Bitcoin-Akkumulierung baut Bitplanet weitere Einnahmequellen auf. Das Unternehmen unterzeichnete ein Memorandum of Understanding mit dem Nasdaq-gelisteten Unternehmen Antalpha, um Bitcoin-Mining-Ausrüstung im Wert von rund 15 Milliarden Won, umgerechnet etwa 10,8 Millionen US-Dollar, an Standorten in Oman und Paraguay einzusetzen. Zusätzlich sind Pläne für KI-Rechenzentren als zweites Standbein geplant.

Strukturelle Frage für den gesamten Sektor

Südkorea zählt zu den weltweit größten Märkten für Krypto-Privatanleger. Die Zukunft börsennotierter DAT-Unternehmen hängt nun davon ab, wie streng die Regulierungsbehörden die neuen Schwellenwerte ab dem 1. Juli anwenden und ob Transparenz formale Compliance-Lücken unter dem neuen Regelwerk ausgleichen kann. Die Reform dürfte die Strukturierung börsennotierter Kryptounternehmen in Südkorea grundlegend verändern.

news-krypto.de