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Bank of England prüft Stablecoin-Schutzmaßnahmen vor Entwurfsvorschriften

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Die Bank of England teilte am Dienstag mit, dass sie Alternativen zur Auferlegung von Halteobergrenzen für Stablecoins prüft und plant, nächsten Monat Entwurfsvorschriften zu veröffentlichen, was nach Kritik aus der Kryptoindustrie auf einen möglichen Strategiewechsel hindeutet.

Auf der CityWeek 2026 sagte die stellvertretende Gouverneurin Sarah Breeden, temporäre Schutzmaßnahmen für die insgesamt ausgegebenen Stablecoins könnten dazu beitragen, Bedenken hinsichtlich der Auswirkungen auf die Kreditversorgung zu adressieren und gleichzeitig für den Sektor im Vergleich zu Halteobergrenzen die Kosten zu senken.

Die Äußerungen folgen darauf, dass die Zentralbank zuvor Beschränkungen von 20,000 pounds (26,786 $) pro Privatperson und 10 Millionen pounds pro Unternehmen für auf Pfund Sterling lautende Stablecoins vorgeschlagen hatte, die vielfach in alltäglichen Zahlungen verwendet werden.

Der Vorschlag stieß auf Kritik von Kryptounternehmen, die argumentierten, die Beschränkungen gehörten zu den strengsten weltweit.

BoE überprüft Stablecoin-Beschränkungen

Stablecoins sind digitale Vermögenswerte, die typischerweise an den US-Dollar oder eine andere wichtige Währung gekoppelt sind.

Sie sind darauf ausgelegt, einen festen Wert zu halten, und werden zunehmend als Alternative zu traditionellen Banksystemen für Inlands- und grenzüberschreitende Zahlungen positioniert.

Die BoE hat wiederholt Bedenken über die Risiken geäußert, die mit einer raschen Verbreitung von Stablecoins einhergehen.

Vertreter fürchten, dass großflächige Abflüsse von Einlagen aus Banken in Stablecoins die Finanzstabilität schwächen und möglicherweise zu einer Verringerung der Kreditverfügbarkeit führen könnten.

Breeden sagte, die Zentralbank prüfe nun, ob temporäre Emissionskontrollen effektiver und weniger störend sein könnten als eine direkte Begrenzung der Menge an Stablecoins, die Nutzer halten dürfen.

Die Kryptoindustrie hat argumentiert, dass die früheren Vorschläge der BoE Innovationen einschränken und das Vereinigte Königreich gegenüber anderen Jurisdiktionen benachteiligen könnten, die digitale Asset-Regulierungen entwickeln.

Entwurfsvorschriften nächsten Monat erwartet

Breeden sagte, die BoE werde nächsten Monat Entwurfsvorschriften veröffentlichen und strebe an, das Rahmenwerk bis zum Jahresende abzuschließen.

Laut Breeden wird der Zeitplan in Einklang mit dem US-Zeitplan gebracht, was darauf hindeutet, dass britische Aufseher die Entwicklungen in den Vereinigten Staaten beobachten, während sie ihr eigenes Stablecoin-Regime gestalten.

Die anstehenden Regeln sollen voraussichtlich mehr Klarheit darüber schaffen, wie Stablecoins im britischen Finanzsystem operieren können und welche Sicherungsmaßnahmen Emittenten vorhalten müssen

Banken dürfen Stablecoins ausgeben

Breeden sagte außerdem, Banken werde unter bestimmten Bedingungen gestattet sein, Stablecoins auszugeben.

Sie erklärte, Banken könnten Stablecoins ausgeben, sofern die digitalen Assets über eine nicht einlagennehmende Einheit emittiert werden und einen eigenen Markenauftritt nutzen, der weiterhin auf die Marke der Mutterbank verweisen kann.

Der Ansatz zielt offenbar darauf ab, eine Trennung zwischen traditionellen Bankaktivitäten und der Stablecoin-Emission sicherzustellen, während Finanzinstitute dennoch am Markt für digitale Assets teilnehmen können.

Die jüngsten Äußerungen der BoE deuten darauf hin, dass die Politikverantwortlichen versuchen, ein Gleichgewicht zwischen der Unterstützung von Innovationen im Bereich digitaler Zahlungen und der Begrenzung potenzieller Risiken für das weitere Finanzsystem zu finden.

invezz.com