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CLARITY wird die Dollar-Stablecoins stärken, aber Asien gewinnt beim Ertrag: HashKey Research

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Der CLARITY Act, der jüngste Vorstoß des US-Senats zur Etablierung umfassender Regeln für die Marktstruktur im Kryptobereich, könnte mehr bewirken als nur die institutionelle Adoption zu fördern. Laut einem Forscher des Venture-Fonds HashKey könnte er auch die Rolle des US-Dollars in der globalen digitalen Finanzwelt stärken und gleichzeitig den Wettbewerb mit asiatischen Krypto-Hubs um stabile Kryptowährungskapital intensivieren.

Der Finanzausschuss des Senats am Donnerstag hat den Digital Asset Market CLARITY Act mit einer parteiübergreifenden 15-9 Abstimmung vorangebracht, wodurch die Gesetzgebung näher an eine vollständige Abstimmung im Senat rückt, während die Gesetzgeber weiterhin über Themen wie Anti-Geldwäsche-Maßnahmen und Ethikbestimmungen verhandeln.

Klarere US-Krypto-Regeln könnten die institutionelle Adoption regulierter Stablecoins fördern und deren Nutzung in den Bereichen Zahlungen, Abwicklung und Treasury-Management in ganz Asien vertiefen. Wenn Washington jedoch eine strikte Linie bei renditebasierten Strukturen zieht, könnten dieselben Regeln Möglichkeiten für Offshore-Wettbewerber schaffen.

„Die Auswirkungen des CLARITY Act reichen weit über den US-Markt hinaus bis in den globalen Kryptomarkt“, sagte Tim Sun, leitender Forscher bei HashKey Group, in einem E-Mail-Interview mit CoinDesk. „Sobald das Gesetz verabschiedet ist, werden konforme Wege vollständig geöffnet sein. Traditionelle Banken, Vermögensverwaltungsgesellschaften und Staatsfonds erhalten eine solidere rechtliche Grundlage, um Kryptoanlagen in ihre Investitionsrahmen einzubeziehen.“

Für Krypto-Unternehmen in asiatischen Zentren wie Hongkong oder Singapur stellt sich die größere Frage, was klarere US-Vorschriften für Stablecoins bedeuten könnten.

„Viele asiatische Märkte weisen zwei gemeinsame Merkmale auf: einen aktiven grenzüberschreitenden Handel und Kapitalflüsse sowie lokale Währungen, die anfälliger für Druck durch externe Schocks sind“, ergänzte Sun. „In einem Umfeld, in dem die globalen USD-Finanzierungskosten hoch bleiben und die Volatilität bei Schwellenländerwährungen zugenommen hat, bieten USD-Stablecoins Unternehmen und Investoren ein flexibleres Liquiditätsinstrument.“

Das Ergebnis, so sagte er, sei, dass der Wettbewerb möglicherweise nicht darum geht, ob die USA oder Asien zum dominierenden regulatorischen Zentrum für Kryptowährungen wird, sondern darum, wer die durch die zunehmende Akzeptanz von Stablecoins entstehenden Kapitalflüsse auf sich zieht.

Diese Spannung wird deutlicher, wenn Washington einen restriktiven Ansatz gegenüber renditebringenden Stablecoins verfolgt, ein zunehmend umstrittenes Thema, da politische Entscheidungsträger abwägen, ob Stablecoins mit Bankeinlagen konkurrieren sollten.

Ein wesentlicher Streitpunkt für CLARITY bleibt die Rendite von Stablecoins, bei der die Gesetzgeber eine Einigung erzielt Verbot für Krypto-Unternehmen, Zinsen anzubieten, die wie eine traditionelle Bankeinlage funktionieren, während gleichzeitig Belohnungen beibehalten werden, die an bona fide On-Chain-Aktivitäten gebunden sind.

Doch Bankenverbände, angeführt von der American Bankers Association, haben den Gesetzgeber weiterhin zu strengeren Beschränkungen gedrängt und argumentiert, dass selbst aktivitätsbasierte Belohnungen einen Abzug von Einlagen aus traditionellen Banken in digitale Dollar fördern könnten

„Das kritischste Thema bleibt die zinstragende Natur von Stablecoins“, sagte Sun. „Sollten die USA strenge Vorschriften und Beschränkungen verhängen, könnte dies Chancen für regulatorischen Arbitragehandel schaffen.“

Das könnte bedeuten, dass Kapital in Richtung asiatischer Märkte fließt, wo Börsen, Wallets, dezentrale Finanzprotokolle oder Drittanbieter-Finanzprodukte Möglichkeiten bieten, höhere Renditen auf Stablecoin-Bestände zu erzielen.

„Der Markt könnte auch verschiedene ‚verpackte‘ Produktstrukturen einführen, um den Nutzern die Möglichkeit zu geben, höhere Renditen zu erzielen“, sagte er.

Dennoch argumentierte Sun, dass klarere US-Vorschriften asiatische Zentren wie Hongkong oder Singapur nicht zwangsläufig schwächen würden.

„Der Wettbewerb zwischen Asien und den USA ist kein Nullsummenspiel der Substitution“, sagte er. „Der Schwerpunkt des zukünftigen Wettbewerbs wird nicht darin liegen, wer wen ersetzt, sondern vielmehr darin, wer USD-Liquidität, regionale Vermögenswerte, lokale Finanzinstitute und konforme Kanäle am effektivsten verbinden kann.“

Wenn Washington Erfolg hat, könnte der nächste Wettbewerb der Kryptoindustrie weniger wie ein Kampf um Token-Listings aussehen und vielmehr ein Wettstreit darüber sein, wer die Infrastruktur zur Bewegung digitaler Dollar weltweit kontrolliert.

coindesk.com