Crypto.com erhält als erstes Kryptounternehmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) eine Sonderlizenz, um Krypto-Zahlungen für staatliche Dienstleistungen zu ermöglichen. Die Lizenz wurde von der Zentralbank der VAE an Foris DAX Middle East vergeben, die lokale Tochtergesellschaft von Crypto.com.
Mit der sogenannten Stored Value Facilities-Lizenz (SVF-Lizenz) darf das Unternehmen digitale Zahlungsdienste in Dubai anbieten – darunter digitale Wallets, Prepaid-Zahlungskarten und weitere digitale Zahlungsmittel.
Die Einwohner Dubais können künftig bestimmte staatliche Gebühren mit Kryptowährungen oder Stablecoins bezahlen, die an den VAE-Dirham (AED) gekoppelt sind. Stablecoins sind Kryptowährungen, deren Wert an eine traditionelle Währung, in diesem Fall den Dirham, gebunden ist.
Zentralbank der VAE verschafft Crypto.com einzigartige Position
Crypto.com hatte bereits im Oktober 2025 eine vorläufige Genehmigung von der Zentralbank der VAE erhalten. Diese Genehmigung wurde nun in eine offizielle Lizenz umgewandelt.
Eine SVF-Lizenz ist in den VAE für Unternehmen vorgeschrieben, die digitale Wallets, Prepaid-Zahlungskarten oder andere digitale Zahlungsmittel anbieten. Banken bilden dabei eine Ausnahme.
Dank der Lizenz darf Crypto.com Zahlungen für staatliche Dienste in Dubai abwickeln. Laut dem Unternehmen werden alle Transaktionen letztlich in VAE-Dirham oder in von der Zentralbank genehmigten AED-Stablecoins abgewickelt.
Damit will Dubai sichere digitale Zahlungen fördern und gleichzeitig die sogenannte „Dubai Cashless Strategy“ vorantreiben. Dabei handelt es sich um einen Regierungsplan, mit dem Dubai die Verwendung von Bargeld weiter reduzieren will.
Crypto.com kann mit Finanzministerium kooperieren
Dank der neuen Lizenz kann Crypto.com mit dem Finanzministerium von Dubai zusammenarbeiten, um Krypto-Zahlungen für staatliche Abgaben zu ermöglichen.
Laut Crypto.com ist das Unternehmen derzeit der einzige Virtual Asset Service Provider in den VAE mit einer solchen Lizenz. Virtual Asset Service Provider, kurz VASP, sind Unternehmen, die Dienstleistungen rund um digitale Vermögenswerte anbieten, wie deren Verwahrung, Handel oder Übertragung. Nutzer, die diese Zahlungsdienste in Anspruch nehmen möchten, müssen daher über ein Konto auf der VARA-lizenzierten Plattform von Crypto.com verfügen.
VARA steht für Virtual Assets Regulatory Authority und ist die Aufsichtsbehörde für digitale Vermögenswerte in Dubai. Die Behörde überwacht Kryptounternehmen, die in der Region tätig sind.
Emirates Airlines und Dubai Duty Free könnten folgen
Crypto.com hat in den letzten anderthalb Jahren mehrere Kooperationen mit öffentlichen und privaten Organisationen in Dubai geschlossen. Unter anderem haben Emirates Airlines, Dubai Duty Free, Emarat Energy und das Dubai Land Department bereits Vereinbarungen mit dem Unternehmen getroffen.
Nach weiteren Genehmigungen der Zentralbank der VAE plant Crypto.com, Krypto-Zahlungen auch bei Emirates Airlines und Dubai Duty Free zu integrieren.
Eric Anziani, CEO und COO von Crypto.com, bezeichnet die Lizenz als wichtigen Meilenstein für das Unternehmen und sagt, dass die Genehmigung den Fokus auf Regulierung und Compliance unterstreicht. Compliance bedeutet die Einhaltung von Gesetzen und Vorschriften durch Unternehmen, insbesondere im Finanzsektor.
Mohammed Al Hakim, Geschäftsführer von Crypto.com für die VAE und Bahrain, erklärt, dass das Unternehmen nun einen einzigartigen Service in Dubai anbieten kann: digitale Zahlungen für staatliche Dienstleistungen mittels Kryptowährungen.
VAE entwickelt sich weiter zum Krypto-Hub
Die Vereinigten Arabischen Emirate positionieren sich zunehmend als internationaler Krypto-Hub. Auch an den VAE-Dirham gekoppelte Stablecoins gewinnen rasch an Boden.
AE Coin, der erste regulierte, an den AED gekoppelte Stablecoin, zieht mittlerweile sowohl Behörden als auch Unternehmen an. Unter anderem nutzen Organisationen in Abu Dhabi und die Nephos Group die digitale Währung.