Die Aussage, dass eine Anlageklasse durch einen erleichterten Zugang nicht direkt zu einer sinnvollen Investition wird, ist grundsätzlich korrekt. Vielmehr sollte in diesem Kontext aber hinterfragt werden, ob es fundamentale Gründe dafür gibt, dass immer mehr Finanzunternehmen und sogar Staaten inzwischen auf Bitcoin setzen.
Das Konzept des „inhärenten Wertes“, das Vermögenswerte ohne Cashflows herabsetzt, ist überdies mehr als nur fraglich. Denn ein Gut hat immer und überall so viel Wert, wie die Menschen diesem beimessen. Bitcoin ist eine zensurresistente, konfiszierungssichere und in seiner Gesamtmenge verifizierbar begrenzte Kapitalform, die für eine wachsende Anzahl an Entitäten relevante Probleme löst.
Der Vergleich mit einem Casino mag für die meisten Kryptowährungen zwar zutreffend sein. Doch Bitcoin gilt es hiervon getrennt zu betrachten. Das mehr als 16 Jahre alte Asset ist in seinen Grundeigenschaften so konservativ, wie es nur sein kann. Es wegen der noch starken Schwankungen als reine Spekulation abzutun, wird der Sache nicht gerecht.
Während die Krypto-Kritik aus dem Hause der BaFin nicht abreißt, sorgen die US-amerikanischen Aufsichtsbehörden SEC und CFTC aktiv dafür, dass die Anlageklasse noch zugänglicher wird. In den Vereinigten Staaten scheint man erkannt zu haben, dass man sich den gesamten Sektor zunutze machen kann, wie unter anderem auch die Bitcoin-Reserve der USA zeigt.
Aus Sicht eines deutschen Bitcoin-Befürworters bleibt zu hoffen, dass das „Paralleluniversum“ hierzulande nicht durch die Aufsicht am Wachstum gehindert wird. Es wäre nämlich nicht die erste neuartige Technologie, bei der diesseits des Atlantiks der Anschluss verpasst wird.