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Kampf um Stablecoin-Reserven an der Wall Street: Fidelity und State Street starten Fonds

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Der Kampf an der Wall Street um die Reserven hinter Stablecoins hat sich beschleunigt. State Street und Fidelity starten in wenigen Tagen jeweils einen eigenen Fonds für die Herausgeber digitaler Dollar und mischen sich so in ein Rennen ein, das in den letzten Monaten erheblich an Fahrt aufgenommen hat.

Zwei Giganten, zwei Fonds

Fidelity bringt heute das Fidelity Reserves Digital Fund auf den Markt. Dieser Geldmarktfonds richtet sich an Stablecoin-Herausgeber und institutionelle Investoren und erfüllt die Reserveanforderungen des $GENIUS Act.

Der Fonds investiert in kurzfristige US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von maximal 93 Tagen, Bargeld und Repos (kurzfristige Kredite mit Staatsanleihen als Sicherheit).

„Fidelity hat eine lange Erfolgsgeschichte im Bereich der Anleihen und Geldmärkte, wodurch wir einzigartig positioniert sind, einen Geldmarktfonds für Stablecoin-Herausgeber anzubieten, der den neuen $GENIUS Act-Regelungen entspricht“, so Robin Foley, Leiter der Anleihenabteilung bei Fidelity.

Der $GENIUS Act ist das US-amerikanische Stablecoin-Gesetz, das Präsident Trump im Juli letzten Jahres unterzeichnete. Es verpflichtet Herausgeber, ihre digitalen Dollar mit sicheren Vermögenswerten wie Bargeld und kurzfristigen Staatsanleihen zu decken, genau das Papier, in das diese Fonds investieren.

Fidelity ist einer der größten Vermögensverwalter weltweit und hat zu Beginn des Jahres auch schon seine eigene Stablecoin auf den Markt gebracht. Diese Fidelity Digital Dollar, abgekürzt FIDD

State Street war Fidelity zwei Tage voraus. Der Vermögensverwalter präsentierte am Dienstag das State Street Stablecoin Reserves Money Market Fund, mit ersten Investoren wie der State Street Bank and Trust Company und der Kryptobank Anchorage Digital.

State Street sieht den Fonds als Teil eines umfassenderen Schrittes in Richtung tokenisierter Finanzen. Zuvor hatte das Unternehmen bereits SWEEP gestartet, ein tokenisiertes Liquiditätsfonds, das zusammen mit Galaxy Digital entwickelt wurde.

Für die Vermögensverwalter liegt das Geschäftsmodell in der Verwaltungsgebühr. Je mehr Reserven ein Herausgeber in einem solchen Fonds parkt, desto mehr Geld kommt unter Verwaltung und desto mehr Einnahmen werden erzielt.

Wall Street als Banker für digitale Dollar

Morgan Stanley eröffnete Ende April die Jagd mit MSNXX, gefolgt von JPMorgan, das im Mai einen tokenisierten Fonds auf Ethereum auflegte.

Tether und Circle, die beiden größten Herausgeber, halten zusammen bereits rund 200 Milliarden Dollar an US-Staatsanleihen. Tether allein hält etwa 141 Milliarden Dollar, was ihnen einen Platz unter den größten Gläubigern der US-Regierung sichert. Diese Verwaltung bringt Gebühren ein, weshalb Banken und Vermögensverwalter alle ein Stück vom Kuchen abhaben wollen.

BlackRock verwaltet zudem bereits einen großen Teil der hinter Circles USDC-Stablecoin stehenden Staatsanleihen von 75 Milliarden Dollar.

Der Markt hat inzwischen ein Volumen von rund 320 Milliarden Dollar erreicht und könnte Prognosen zufolge bis 2030 auf mehrere Billionen anwachsen. Kein Wunder, dass große Namen sich drängen.

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