KI entwickelt sich schnell zu einem wichtigen Investment-Thema im Kryptobereich, basierend auf der Idee, dass autonome Agenten potenziell Transaktionen und die Nachfrage nach programmierbarer Finanzinfrastruktur vorantreiben könnten.
Das Rennen um die Infrastruktur hat bereits begonnen. KI-Agenten haben im Laufe des Jahres bis April mehr als 73 Millionen US-Dollar über etwa 176 Millionen Blockchain-Transaktionen abgewickelt, so eine Keyrock-Bericht, während Coinbase, Stripe und Visa konkurrierende Systeme für Zahlungen von Maschine zu Maschine entwickeln.
Fidelity Digital Assets, der Krypto-Zweig des Finanzdienstleistungsgiganten Fidelity Investments, sieht jedoch ein wesentliches Risiko.
Mehr KI-gesteuerte Aktivität muss nicht zwangsläufig zu mehr Wert für Krypto-Investoren führen. Die Frage ist weniger, wie viel Aktivität die KI erzeugt, sondern vielmehr, wer den wirtschaftlichen Wert abschöpft.
„Da KI die Hürden für Entwicklung und Teilnahme senkt, könnten Wettbewerbsvorteile zunehmend eher in Liquidität, Distribution, Sicherheit, Vertrauen und regulatorischer Integration liegen als allein in der Technologie“, schrieb Analyst Max Wadington im Bericht vom Mittwoch.
Die Konvergenz von Krypto und künstlicher Intelligenz konzentriert sich zunehmend auf KI-Agenten, autonome Software, die Entscheidungen treffen, Daten und Rechenleistung erwerben und Transaktionen ohne menschliches Eingreifen durchführen kann.
Krypto-Befürworter argumentieren, dass Stablecoins und Blockchains gut für diese aufkommende Maschinenwirtschaft geeignet sind, da sie programmierbare, rund um die Uhr verfügbare Mikrozahlungen ermöglichen, die auf traditionellen Kartenzahlungssystemen schwierig oder unwirtschaftlich sein können. Nikil Viswanathan, CEO des Krypto-Infrastrukturunternehmens Alchemy, ging sogar so weit, sagen dass „Krypto für KI-Agenten und nicht für Menschen entwickelt wurde.“
Obwohl KI die Entwicklung von Blockchain-Anwendungen günstiger und schneller gestalten kann, wodurch möglicherweise eine Flut neuer Produkte im Kryptobereich entsteht, garantiert mehr Entwicklung nicht zwangsläufig Nachfrage oder eine Übereinstimmung mit dem Produktmarkt.
Da Software immer einfacher zu replizieren ist, könnten sich laut Wadington die Wettbewerbsvorteile hin zu schwerer kopierbaren Vermögenswerten wie Liquidität, Distribution, Sicherheit und Vertrauen verlagern, was etablierten Netzwerken zugutekommen könnte.
Autonome Agenten können auch Alternativen zu öffentlichen Blockchains wählen.
Banken, Fintechs und Technologieunternehmen könnten niedrigere Kosten, bessere Leistung, regulatorische Klarheit und etablierte Vertriebswege bieten.
Das bedeutet, dass ein Boom der KI-gesteuerten wirtschaftlichen Aktivität nicht zwangsläufig einen Boom der Blockchain-Aktivität bedeutet, erklärte Fidelity.
Das Problem der Token-Erfassung
Selbst wenn KI-Agenten vermehrt Blockchains nutzen, bedeuten mehr Transaktionen nicht zwangsläufig einen höheren Wert für Token-Inhaber, argumentiert der Bericht.
Mikrozahlungen sind eines der Beispiele. KI könnte ein enormes Volumen dieser Art von Transaktionen antreiben, aber Zahlungen erzeugen in der Regel relativ geringe Gebühren und können über Layer-2-Netzwerke weitergeleitet oder außerhalb der Blockchain abgewickelt werden.