Bitcoin-Anstieg setzt sich weiter fort
Nachdem am Dienstag vergangener Woche die wichtige Verfahrensabstimmung im Senat zum US-Krypto-Gesetz CLARITY Act scheiterte, fiel Bitcoin noch kurzfristig unter 75.000 US-Dollar. Am darauffolgenden Mittwoch hob die Federal Reserve dann auch noch zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren den Leitzins an. $BTC rutschte nach der eher hawkish aufgefassten Notenbanktagung kurzfristig erneut unter 75.000 US-Dollar.
Doch die auf den ersten Blick schlechten Nachrichten konnten den Bitcoin-Kurs nicht nachhaltiger unter Druck bringen. Am Freitag stieg $BTC schließlich wieder über 80.000 US-Dollar. Für dieses Kursplus von circa 6 % im Tagesverlauf gab es keinen klar erkennbaren Auslöser.
Nach der für das Wochenende typischen Konsolidierung ging es am Montag um weitere knapp 7 % bergauf. Im Hoch kostete ein $BTC am Montag knapp 87.400 US-Dollar – so viel wie zuletzt am 29. Januar 2026. Seit dem Bärenmarkttief vom 1. Juli konnte $BTC um mehr als 50 % zulegen.
Mit dieser Rally gelang es $BTC dann auch, den vielbeachteten 50-Wochen-Durchschnitt deutlich zu übersteigen. Dieser gilt als zentraler Indikator dafür, ob sich $BTC in einem Bären- oder Bullenmarkt befindet.
Das bis dahin letzte Mal, dass Bitcoin diese Trendlinie nachhaltig von unten nach oben durchbrechen konnte, war im März 2023. $BTC handelte zu der Zeit bei circa 23.000 US-Dollar und verfünffachte sich binnen 2,5 Jahren.
Großes Kaufinteresse der Wall Street
Insbesondere an der Wall Street scheinen diese technischen Marken eine große Rolle zu spielen. Der Ausbruch über den 50-Wochen-Durchschnitt war nämlich begleitet von starken Zuflüssen in die US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs.
Nachdem es am vergangenen Freitag schon 433 Millionen US-Dollar waren, flossen den Anlageprodukten am gestrigen Montag allein 999 Millionen US-Dollar zu.
Damit war es der beste Tag für die Bitcoin-Spot-ETFs seit fast einem Jahr. Denn zuletzt gab es am 6. Oktober 2025, dem Tag des Bitcoin-Allzeithochs, Zuflüsse in Höhe von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Während der Rekordrally im August betrug der höchste Tageszufluss 730 Millionen US-Dollar.
Die kumulierten Nettozuflüsse seit Zulassung der Anlageprodukte betragen jetzt wieder mehr als 56 Milliarden US-Dollar. Zu Höchstzeiten im Oktober 2025 waren es knapp 63 Milliarden US-Dollar. Das zeigt, dass den Bitcoin-Spot-ETFs trotz der seither unter dem Strich eher schwierigen Marktphase nur im begrenzten Rahmen Mittel abgeflossen sind.
Unter dem Strich ist und bleibt beobachtbar, dass die Nachfrage nach den Anlageprodukten eher prozyklisch ist: Hohe ETF-Zuflüsse korrespondieren nämlich mit steigenden Kursen, während an Tagen mit fallenden Kursen im Regelfall Abflüsse vonstattengehen.
Welche institutionellen Investoren bei den Bitcoin-Spot-ETFs zugeschlagen haben, wird sich Mitte November zeigen, wenn die 13F-Filings für das dritte Quartal spätestens eingereicht werden müssen. Ein großer Anteil der ETF-Halter sind aber auch Kleinanleger.
ETF-Halter wieder im Plus
Die Marktstimmung rund um Bitcoin hat sich wieder deutlich aufgehellt.
Das könnte unter anderem daran liegen, dass der durchschnittliche Bitcoin-ETF-Halter jetzt wieder im Plus ist.
Laut Daten der Bloomberg-ETF-Experten James Seyffart und Eric Balchunas beträgt die Anschaffungskostenbasis nämlich umgerechnet rund 81.722 US-Dollar.
Der durchschnittliche Bitcoin-ETF-Anleger ist zum ersten Mal seit Januar wieder im Plus. Durch die Kursrallye liegt der $BTC-Kurs nun über unserer geschätzten ETF-Anschaffungskostenbasis von 81.722 US-Dollar pro Coin.
James Seyffart, Bloomberg
NEW: The average Bitcoin ETF Holder is back above water for the first time since January. The rally this morning has bitcoin:native above our estimated ETF cost basis of $81,722 per coin. h/t @EricBalchunas pic.twitter.com/h21zuvTxj6
— James Seyffart (@JSeyff) September 21, 2026
Die Kostenbasis bestimmter Investoren ist oftmals eine Unterstützung beziehungsweise ein Widerstand im Chart. Das heißt, dass Ausbrüche über diese Niveaus dazu führen können, dass die Anleger wieder optimistischer sind und möglicherweise weiter nachlegen.
Das Momentum ist zurück
Steigende Kurse haben meist selbstverstärkende Effekte. Einerseits ziehen sie neue Käufer an. Andererseits werden dadurch Short-Wetten aus dem Markt gespült.
Ein Short-Squeeze war der Haupttreiber für die Bitcoin-Rally im August. Damals wurden an einem Tag 1,37 Milliarden US-Dollar an Shorts liquidiert, was der bisherige Rekord war.
Aber auch jetzt zeigt sich, dass im Zuge des Anstiegs der vergangenen Tage weitere Wetten auf einen fallenden Bitcoin-Kurs auf dem falschen Fuß erwischt wurden. Am gestrigen Montag gab es Short-Liquidierungen in Höhe von 558 Millionen US-Dollar, wie Coinglass-Daten zeigen.
Eine bessere Marktstimmung führt außerdem dazu, dass die Kapitalbeschaffungsmöglichkeiten für „Bitcoin Treasury Companies“ besser werden.
Strategy, der größte $BTC-Firmenhalter, gab am Montag bekannt, in der Woche zuvor weitere 950 $BTC gekauft zu haben – finanziert durch den Cash-Bestand. Während des Sommers stellte das von Michael Saylor gegründete Unternehmen weitestgehend die Käufe ein und verkaufte sogar ein paar Coins. Strive kaufte derweil in der vergangenen Woche 1.355 $BTC hinzu.
„Bitcoin Treasury Companies“ waren im vergangenen Zyklus einer der zentralen Kurstreiber. Im Bärenmarkt wurden sie aus Sorgen vor Zwangsverkäufen zu einem Belastungsfaktor. Sollten sich die Marktbedingungen für Strategy, Strive und Co. weiter verbessern, könnte dies den Bitcoin-Kurs zusätzlich weiter anfachen – auch wenn es zentrales Learning der vergangenen Wochen war, dass Bitcoin auch ohne Käufe von Strategy stark steigen kann.
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