Bitcoin könnte gegenüber Gold neuen Rückenwind erhalten. Laut JPMorgan sichern sich derzeit viele Anleger des BlackRock-Bitcoin-ETF über Short-Positionen und Put-Optionen gegen fallende Bitcoin-Kurse ab.
Wenn sie diese Absicherungen abbauen, könnte das den Bitcoin-Kurs stärker stützen als den Goldpreis. Zu diesem Ergebnis kommen JPMorgan-Analysten um Nikolaos Panigirtzoglou.
Gold-ETFs haben ihre Abflüsse vollständig aufgeholt
Seit der Sitzung der US-Notenbank Ende Juli verzeichneten sowohl Gold- als auch Bitcoin-ETFs neue Mittelzuflüsse. JPMorgan führt die Entwicklung auf die Rückkehr des sogenannten Debasement-Trades zurück, bei dem Anleger Vermögenswerte suchen, die Schutz vor einer langfristigen Entwertung staatlicher Währungen bieten.
Gold profitierte bislang stärker. Gold-ETFs haben nach Angaben der Analysten sämtliche Abflüsse aus dem bisherigen Jahresverlauf wieder ausgeglichen. Bitcoin-ETFs konnten dagegen erst rund die Hälfte ihrer vorherigen Abflüsse zurückholen.
In den vergangenen Tagen ließ auch die Nachfrage nach Bitcoin-ETFs wieder nach. Für JPMorgan bedeutet dies jedoch nicht zwangsläufig, dass Gold seinen Vorsprung ausbauen wird. Vielmehr eröffnet die schwächere Erholung zusätzliche Chancen, sollte sich das Nachrichtenumfeld für Bitcoin verbessern.
Der Debasement-Trade verlor laut JPMorgan in der vergangenen Woche an Stärke. Als Belastungsfaktoren nennt die Bank steigende Anleiherenditen sowie das Scheitern des CLARITY Act im US-Senat.
Ungeachtet dessen bleibt die institutionelle Positionierung in den Futures-Märkten bei Bitcoin und Gold hoch. Die entscheidenden Unterschiede zeigen sich laut JPMorgan nicht bei den Terminpositionen, sondern bei den Absicherungsgeschäften rund um die ETFs.
Short-Interesse am Bitcoin-ETF bleibt ungewöhnlich hoch
Das Short-Interesse am iShares Bitcoin Trust von BlackRock, kurz IBIT, liegt weiterhin nahe seinem höchsten Stand des Jahres. Beim SPDR Gold Shares ETF (GLD) bewegt es sich dagegen unterhalb des historischen Durchschnitts.
JPMorgan interpretiert diese Diskrepanz als Zeichen dafür, dass institutionelle Anleger Bitcoin trotz der jüngsten Zuflüsse vorsichtiger behandeln als Gold:
„Dieser Gegensatz deutet darauf hin, dass Bitcoin trotz der jüngsten Zuflüsse und des Aufbaus von Futures-Positionen weiterhin auf ein skeptischeres Positionierungsumfeld als Gold trifft. Ein möglicher Grund ist die stärker ausgeprägte Nachfrage nach Absicherungen.“
Auch das Verhältnis des offenen Interesses an Put- und Call-Optionen liegt beim IBIT höher als beim GLD. Die höhere Quote spricht ebenfalls dafür, dass Investoren ihre Bitcoin-Positionen stärker gegen Kursverluste absichern.
Genau darin sieht JPMorgan mögliches Aufwärtspotenzial. Sollten Anleger ihre Short-Positionen und Put-Absicherungen reduzieren, könnte der daraus entstehende Positionierungseffekt Bitcoin stärker unterstützen als Gold. Die JPMorgan-Analysten schreiben:
„Wir erkennen an, dass auch andere Faktoren die weitere Entwicklung von Bitcoin und Gold beeinflussen könnten. Aus Sicht der Positionierung könnte das höhere Short-Interesse am IBIT gegenüber dem GLD Bitcoin von hier aus stärker unterstützen als Gold, sofern die Nachfrage nach Absicherungen zurückgeht.“
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