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Gold und Bitcoin im Doppelpack: Warum Anleger laut einem Experten auf beide Assets setzen sollten

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  • Gold und Bitcoin gelten laut 3iQ zunehmend als komplementäre Anlageklassen
  • G7-Schuldenquote soll laut IWF 2026 auf rund 124 Prozent des BIP steigen
  • Tokenisiertes Gold verbindet physische Bullion mit Blockchain-Infrastruktur

Anhaltende Haushaltsdefizite, wachsende Staatsschulden und geopolitische Spannungen bringen institutionelle Investoren dazu, ihr Verständnis von sicheren Häfen neu zu justieren. Wie Kitco berichtet, sieht Tommaso Mancuso, President und Chief Investment Officer beim globalen Vermögensverwalter für digitale Assets 3iQ, die klassische Debatte darüber, ob Bitcoin Gold ablösen könne, mittlerweile als überholt an. Stattdessen sollten institutionelle Anleger beide Werte als sich ergänzende Bausteine einer breiteren Absicherung in werthaltigen Anlagen betrachten.

Zentralbanken kaufen Gold - Bitcoin gewinnt institutionelle Basis

Mancuso verweist laut Kitco darauf, dass Zentralbanken zwischen 2022 und 2025 im Jahresschnitt rund 1.000 Tonnen Gold gekauft haben, etwa doppelt so viel wie im Schnitt des vorangegangenen Jahrzehnts. Parallel dazu ist Bitcoin über Spot-ETFs, den Einzug in Unternehmensbilanzen und wachsende institutionelle Beteiligung tiefer im etablierten Finanzsystem verankert. Sovereign-Institutionen halten laut dem Bericht inzwischen mehr als 36.000 Tonnen physisches Gold im Wert von umgerechnet knapp 5 Billionen US-Dollar. Der gemeinsame Nenner hinter beiden Entwicklungen sei laut Mancuso die wachsende Sorge um die Tragfähigkeit klassischer Staatsanlagen, die den Trend zu Vermögenswerten außerhalb traditioneller staatlicher Verbindlichkeiten zusätzlich beschleunigt habe.

Staatsschulden treiben die Anleger-Nachfrage nach Alternativen

Der IWF projiziert für 2026 eine durchschnittliche Verschuldung der G7-Staaten von 123,7 Prozent der Wirtschaftsleistung, ein struktureller Belastungsfaktor, den Mancuso als zentralen Treiber der Entwicklung ausmacht. Gleichzeitig verstärken geopolitische Spannungen laut seiner Einschätzung die Nachfrage nach diversifizierten Reserven und rücken das Kontrahentenrisiko einzelner Staaten stärker in den Fokus institutioneller Anleger. Gold und Bitcoin würden dabei eine ähnliche monetäre Grundstruktur teilen: Beide verfügen über ein begrenztes Angebot, lassen sich außerhalb des klassischen staatlichen Finanzsystems halten und beziehen einen wesentlichen Teil ihres Werts aus der Fähigkeit, Kaufkraft zu erhalten, statt aus industrieller oder transaktionaler Nutzung.

Gold als Anker, Bitcoin als Wachstumsmotor?

Trotz dieser Gemeinsamkeiten mahnt Mancuso laut Kitco zu einer differenzierten Betrachtung. Gold verfüge über ein seit Jahrhunderten gewachsenes monetäres Netzwerk, das von Zentralbanken und institutionellen Investoren getragen werde und historisch eine annualisierte Volatilität von etwa 12 bis 15 Prozent bei Rückschlägen von selten mehr als 30 Prozent aufweise. Bitcoin komme dagegen auf eine annualisierte Volatilität von 40 bis 50 Prozent und historische Rückgänge von 70 bis 80 Prozent. „Gold fungiert in erster Linie als defensiver Anker im Portfolio", so Mancuso. Bitcoin sei damit kein digitaler Ersatz für Gold, sondern ein deutlich volatileres monetäres Netzwerk mit potenziell höherem Wachstum.

Tokenisiertes Gold schlägt die Brücke zur Blockchain

Technologisch beginnt sich laut Mancuso zudem ein klassischer Nachteil von Gold gegenüber digitalen Assets aufzulösen. Tokenisierte Goldprodukte wie Tether Gold und Pax Gold koppeln die Wertentwicklung an physisch verwahrte Barren und ermöglichen zugleich Blockchain-Abwicklung, durchgehenden Handel und die Nutzung als Sicherheit in Kreditmärkten. Der Markt für tokenisiertes Gold hat laut dem Bericht Anfang 2026 die Marke von 6 Milliarden US-Dollar überschritten, ein Bruchteil des von 3iQ auf rund 30 Billionen US-Dollar bezifferten globalen Goldmarkts oberhalb der Erdoberfläche. Mancuso weist laut Kitco zugleich darauf hin, dass daraus resultierende Erträge nicht dem Gold selbst innewohnen und zusätzliche Smart-Contract-, Kontrahenten- und Liquiditätsrisiken mit sich bringen, die physische Barren nicht kennen.

Sollten Anleger jetzt auf beide Assets setzen?

Für Anleger spricht die Entwicklung weniger für einen Austausch von Gold durch Bitcoin als für eine unterschiedliche Rolle beider Anlageklassen im Portfolio. Gold kann dabei als vergleichsweise defensiver Baustein zur Diversifikation und Absicherung dienen, während Bitcoin mit potenziell deutlich höheren Kursschwankungen und größeren historischen Rücksetzern einhergeht. Wer beide Anlageklassen kombiniert, sollte daher insbesondere die unterschiedliche Risikostruktur, die eigene Verlusttragfähigkeit und den jeweiligen Anlagehorizont berücksichtigen. Tokenisiertes Gold bietet zusätzliche digitale Einsatzmöglichkeiten, bringt gegenüber physischem Gold jedoch weitere technische und Gegenparteirisiken mit sich. Eine Beimischung sollte deshalb nicht allein mit Blick auf mögliche Renditechancen, sondern auch auf Volatilität, Liquidität und die konkrete Ausgestaltung des jeweiligen Produkts erfolgen.

Für die weitere Einordnung dürfte relevant bleiben, wie sich die G7-Schuldenquote im weiteren Jahresverlauf entwickelt und ob das Tempo der Zentralbankkäufe bei Gold anhält. Ebenso lohnt ein Blick darauf, ob der noch junge Markt für tokenisiertes Gold weiter wächst und sich damit die Infrastruktur beider Anlageklassen zunehmend annähert.

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