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Bitcoin-Kurs fällt unter 75.000 US-Dollar: Darum setzt Panik ein

source-logo  coinpro.ch 9 S
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Der Bitcoin-Kurs sank heute Nacht unter 75.000 US-Dollar. In den folgenden Stunden konnte die grösste Kryptowährung immerhin eine geringe Erholung durchsetzen. Dennoch bleibt Panik am Markt ersichtlich. Warum sich diese heute weiter fortsetzen könnte, Bitcoin über längere Zeit jedoch begünstigt.

Bitcoin-Kurs fällt unter 75.000 US-Dollar: Das steckt dahinter

Der Bitcoin-Kurs fällt seit Montag deutlich. Während sein Marktwert zum Beginn der Woche noch bei rund 79.400 US-Dollar lag – und somit unweit von der bedeutenden Schwelle von 80.000 US-Dollar entfernt – notiert die grösste Kryptowährung zum Redaktionsschluss bei 75.600 US-Dollar.

Kurz nach Mitternacht erreichte $BTC sogar ein regionales Tief bei 74.944 US-Dollar, wie Aufzeichnungen von CoinMarketCap zeigen. Aktuell dominieren rote Zahlen den gesamten Kryptomarkt deutlich.

So sank der Kryptomarkt über die letzten 24 Stunden um 2,16 Prozent auf eine Marktkapitalisierung von 2,57 Billionen US-Dollar. Bitcoin verzeichnet im selben Zeitraum Verluste in Höhe von 1,60 Prozent. Im Wochentrend liegt $BTC 5,00 Prozent im Minus.

Unter den 100 grössten Kryptowährungen lassen sich derzeit sowohl im Tagestrend als auch im Wochentrend insgesamt nur eine Handvoll Coins finden, die weiterhin grüne Zahlen schreiben.

Die Krypto-Heatmap zeigt: Verluste dominieren heute den Markt.

Darum setzt Panik am Kryptomarkt ein

Am 19. August setzte eine Krypto-Rallye ein, die dem Bitcoin-Kurs von 64.000 bis über 80.000 US-Dollar verhalf. Inzwischen scheint diese Euphorie an ein Ende gelangt zu sein – zumindest vorläufig.Marc des Ligneris, Senior Portfolio Manager von CoinShares, erklärt in einer E-Mail an CoinPro, was dahinter stecken dürfte. Der neue Pessimismus stamme demnach vorwiegend aus den USA. In dem nordamerikanischen Land fällt die Inflation höher aus als zuletzt erwartet.

“Die jüngsten Inflationsdaten, steigende Energiepreise und eine zunehmend restriktive Fed setzen Risikoanlagen kurzfristig unter Druck”, schreibt des Ligneris. “Der Verbraucherpreisindex der vergangenen Woche fiel überraschend hoch aus, die Kerninflation sogar noch stärker. Ein wesentlicher Treiber waren die Preise für Speicherchips”, setzt er fort.

Der Experte vermutet, dass die stark steigenden Erdölpreise zu einem politischen Instrument geworden sind, das China und der Iran aktuell bewusst ausspielen.

“Gleichzeitig spannt sich der Ölmarkt weiter an: US-Diesel ist erstmals über sechs US-Dollar pro Gallone gestiegen, während Shanghai-Rohöl deutlich zugelegt hat. Das deutet darauf hin, dass China den Abbau seiner Ölreserven verlangsamt. Für die globale Inflation ist das ein beunruhigendes Signal — und genau auf eine solche Entwicklung scheint der Iran im Vorfeld der Midterms zu setzen.”

Auf dieses Ereignis wartet Krypto jetzt gespannt

Der Kryptomarkt wartet gespannt auf den heutigen Zinsentscheid des FED-Komitees FOMC. Aufgrund der hohen Inflation scheint die Verringerung des US-Leitzinses vom Tisch. Deshalb reagieren Anleger pessimistisch und die Bewertung der Kryptowährungen sinkt.

Stattdessen droht nun sogar eine Zunahme des Zinses, der aktuell bei 3,50 bis 3,75 Prozent liegt. Seit August hatte sich der Markt auf einen schwachen US-Dollar eingestellt. So kündigte das US-Finanzministerium ein Rückkaufprogramm für Staatsanleihen an, das bis zu einer Billion US-Dollar erhalten könnte und den Finanzmarkt mit frischer Liquidität flutet.

Weil von der FED nun eine erneute Steigerung des US-Leitzinses erwartet wird, kann sich die Euphorie der Krypto-Anleger nicht weiter fortsetzen. Die Entscheidung des FOMC wird heute Abend um 20.00 Uhr Schweizer Zeit veröffentlicht. Marc des Ligneris ist bereits sicher, dass es zu einer Zinserhöhung kommen wird.

“Seine inflationskritische Rede in Jackson Hole lässt ihm kaum Spielraum, auf eine Zinserhöhung zu verzichten”, schreibt der Experte über den FED-Vorsitzenden Kevin Warsh.

Die Zinserhöhung werde dem eigentlich zuträglichen Rückkaufprogramm den Wind aus den Segeln nehmen, vermutet des Ligneris. Demnach “schlagen Zinserhöhungen fast unmittelbar auf die Schuldendienstkosten durch. (…) Diese Rückkäufe drücken die langen Renditen bislang nicht: Fiskalsorgen, hartnäckige Inflation und eine zähe Laufzeitprämie überlagern die Käufe.”

Langfristig sei der Ausgang der aktuellen Entwicklungen jedoch egal. Wertspeicher wie Gold oder Bitcoin müssten letztlich profitieren.

“Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche Gemengelage. Eine straffere Geldpolitik begrenzt kurzfristig das Aufwärtspotenzial von Bitcoin”, erklärt des Ligneris.

“Doch beide plausiblen Auswege — eine Rezession, die Zinssenkungen und Liquiditätsspritzen erzwingt, oder eine immer aggressivere Renditedrückung, die in offene fiskalische Dominanz mündet — laufen letztlich auf dasselbe Entwertungsszenario hinaus. Und ein solches Regime begünstigt sowohl Gold als auch Bitcoin.”

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