Bitcoin startet mit erhöhter Unsicherheit in die neue Handelswoche. Neben der angespannten Lage im Nahen Osten rücken mehrere wichtige US-Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten sowie eine umfangreiche Berichtssaison in den Fokus. Gleichzeitig zeigen die Kapitalflüsse bei den US-Krypto-ETFs ein gemischtes Bild: Bitcoin-Produkte kehrten im Juli zwar in den positiven Bereich zurück, während Ether- und $XRP-ETFs zuletzt deutlich stabilere Zuflüsse verzeichneten.
Am Wochenende sorgten zunächst neue Entwicklungen rund um Iran und die Straße von Hormus für Bewegung an den Märkten. US-Präsident Donald Trump sagte geplante Militärschläge gegen Iran ab und erklärte mehrfach, dass sich eine Vereinbarung zur Straße von Hormus abzeichne. Iranische Vertreter bestritten jedoch, dass eine entsprechende Einigung bevorstehe.
Die traditionellen Märkte reagierten zunächst positiv. US-Aktienfutures legten zu, während die Ölpreise deutlich nachgaben. Im Kryptomarkt blieb die Reaktion dagegen überschaubar. Bitcoin stieg kurzfristig bis auf rund 63.500 Dollar, konnte die Bewegung jedoch nicht halten und fiel am Montagmorgen wieder unter die Marke von 63.000 Dollar.
US-Arbeitsmarkt rückt in den Mittelpunkt
Für die weitere Marktentwicklung könnten in dieser Woche vor allem neue US-Konjunkturdaten entscheidend werden. Den Auftakt macht der ISM Manufacturing PMI für Juli, der einen ersten Einblick in die Entwicklung des verarbeitenden Gewerbes liefert.
Am Dienstag folgt der JOLTS-Bericht zu den offenen Stellen im Juni. Einen Tag später veröffentlicht ADP neue Beschäftigungsdaten, bevor am Freitag mit den Nonfarm Payrolls für Juli einer der wichtigsten US-Arbeitsmarktberichte ansteht.
Die Beschäftigungsentwicklung spielt eine zentrale Rolle für die Erwartungen an die weitere Geldpolitik der Federal Reserve. Ein weiterhin robuster Arbeitsmarkt könnte die Hoffnung auf eine Lockerung der Geldpolitik dämpfen. Schwächere Beschäftigungsdaten könnten dagegen die Erwartungen an sinkende Zinsen verstärken.
Für Bitcoin entsteht damit erneut ein schwieriges Spannungsfeld. Eine Abschwächung der US-Wirtschaft bei gleichzeitig begrenzten geopolitischen Risiken könnte die Nachfrage nach Risikoanlagen unterstützen. Stärker als erwartete Konjunkturdaten oder eine erneute Eskalation im Nahen Osten könnten dagegen zusätzlichen Druck erzeugen. Im derzeit fragilen Marktumfeld rückt damit auch die Marke von 60.000 Dollar wieder stärker in den Fokus.
Berichtssaison liefert weitere Impulse
Zusätzliche Bewegung könnte von der US-Berichtssaison ausgehen. Knapp 20 Prozent der Unternehmen im S&P 500 sollen in dieser Woche ihre Quartalszahlen veröffentlichen.
Zu den besonders erwarteten Berichten zählen SpaceX und AMD am Dienstag sowie SanDisk am Mittwoch. Eine direkte Verbindung zum Kryptomarkt besteht bei den meisten dieser Unternehmen zwar nicht, starke Ergebnisse großer Technologieunternehmen können jedoch die allgemeine Risikobereitschaft der Anleger beeinflussen. SpaceX hält zudem Bitcoin.
Die Analysten des Kobeissi Letter bezeichnen die Woche angesichts der Kombination aus Geopolitik, Arbeitsmarktdaten, Produktionsdaten und Unternehmenszahlen als besonders bedeutend.
Bitcoin-ETFs drehen im Juli wieder ins Plus
Parallel dazu haben sich die Kapitalflüsse bei den US-Spot-Bitcoin-ETFs im Juli zumindest vorübergehend stabilisiert. Nach Daten von SoSoValue verzeichneten die Produkte im vergangenen Monat Nettozuflüsse von 172,4 Millionen Dollar. Damit endete eine Serie von zwei Monaten mit Nettoabflüssen.
Die Entwicklung bleibt allerdings fragil. Allein am letzten Freitag des Monats wurden netto 265,4 Millionen Dollar aus den Bitcoin-ETFs abgezogen – der größte Tagesabfluss seit dem 13. Juli. Auch auf Wochenbasis drehten die Flows zum Monatsende wieder ins Minus. In der Woche bis zum 31. Juli beliefen sich die Nettoabflüsse auf 61,53 Millionen Dollar, nachdem zuvor drei Wochen in Folge Kapital zugeflossen war.
Besonders schwach waren die beiden Monate vor Juli ausgefallen. Im Mai und Juni wurden zusammen fast 7 Milliarden Dollar aus den Produkten abgezogen. Der Juni markierte mit 4,5 Milliarden Dollar Nettoabflüssen den bislang schwächsten Monat des Jahres.
Seit Jahresbeginn stehen die Bitcoin-ETFs damit weiterhin bei rund 5,29 Milliarden Dollar Nettoabflüssen. Lediglich März, April und Juli schlossen bislang positiv und brachten zusammen 3,46 Milliarden Dollar an Zuflüssen. Januar, Februar, Mai und Juni kamen dagegen zusammen auf rund 8,75 Milliarden Dollar an Abflüssen.
Langfristig bleibt die Bilanz dennoch deutlich positiv. Seit dem Start der US-Spot-Bitcoin-ETFs im Januar 2024 summieren sich die Nettozuflüsse laut SoSoValue auf 51,32 Milliarden Dollar. Das gesamte Nettovermögen der Produkte lag Ende Juli bei 76,29 Milliarden Dollar.
Ether- und $XRP-ETFs zeigen stabilere Nachfrage
Während die Bitcoin-ETF-Flows zum Monatsende erneut unter Druck gerieten, entwickelten sich andere Krypto-Produkte robuster.
Ether-ETFs verzeichneten vier Wochen in Folge Nettozuflüsse und schlossen den Juli mit einem Plus von 365,2 Millionen Dollar ab. Damit war der Juli nach dem April erst der zweite positive Monat des Jahres. Im April waren 356 Millionen Dollar zugeflossen. Seit Jahresbeginn stehen die Ether-Produkte dennoch noch bei rund 1,1 Milliarden Dollar Nettoabflüssen.
Noch konstanter entwickelte sich die Nachfrage nach $XRP-ETFs. Die Produkte verzeichneten im Juli Nettozuflüsse von 27,3 Millionen Dollar und damit bereits den fünften positiven Monat des Jahres. Seit Jahresbeginn summieren sich die Zuflüsse auf rund 343 Millionen Dollar. Die US-$XRP-ETFs waren im November 2025 gestartet.
Damit zeigt sich innerhalb des Krypto-ETF-Marktes derzeit ein differenziertes Bild. Während sich Bitcoin-Produkte nach den starken Abflüssen der vergangenen Monate nur langsam stabilisieren, weisen Ether- und insbesondere $XRP-ETFs zuletzt eine kontinuierlichere Nachfrage auf. Für Bitcoin dürfte kurzfristig jedoch vor allem entscheidend sein, wie die Märkte auf die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten und die weiteren Entwicklungen im Nahen Osten reagieren.