Strategys Bitcoin-Wette steht vor einer Bewährungsprobe hinsichtlich der Kapitalstruktur
Die Aktionäre von Strategy Inc. (Nasdaq: MSTR) sehen sich mit zwei konkurrierenden Szenarien konfrontiert. Eine Erholung des Bitcoin-Kurses könnte die Attraktivität von MSTR als verstärkter Stellvertreter wiederherstellen, während eine fortgesetzte Ausgabe von Stamm- und Vorzugsaktien das pro Aktie repräsentierte Bitcoin-Engagement verringern könnte.
Der Ökonom, Goldbefürworter und langjährige Bitcoin-Kritiker Peter Schiff argumentiert, dass das zweite Szenario immer wahrscheinlicher wird. In einem Beitrag vom 16. Juli auf X erklärte er, MSTR sei „keine gehebelte Bitcoin-Wette mehr“ und warnte, dass weitere Aktienverkäufe den Bitcoin-Anteil pro Stammaktie verwässern würden, während Gläubiger und Vorzugsaktionäre davon profitierten.
Das Live-Dashboard von Strategy zeigte, dass das Unternehmen 843.775 $BTC im Wert von etwa 54,13 Milliarden US-Dollar hielt, was 207.776 Satoshi pro Aktie entspricht. Das Unternehmen meldete zudem Schulden in Höhe von 6,75 Milliarden US-Dollar und Vorzugsaktien im Wert von 15,46 Milliarden US-Dollar.
Bitcoin pro Aktie liefert beiden Seiten Argumente
Schiffs Argumentation hängt weniger von den gesamten $BTC-Beständen von Strategy ab als vielmehr davon, ob der Bitcoin-Anteil pro Aktie weiter steigt. Ein größerer Bestand führt nicht automatisch zu einem höheren Engagement für Stammaktionäre, wenn die Anzahl der verwässerten Aktien schneller wächst.
Die jüngsten Zahlen sind gemischt. Strategy meldete eine vierteljährliche $BTC-Rendite von minus 1,6 %, was darauf hindeutet, dass sich das Bitcoin-Engagement pro Aktie im Berichtszeitraum abgeschwächt hat. Die $BTC-Rendite seit Jahresbeginn blieb jedoch mit 6,6 % positiv und liefert damit ein Gegenargument zu Schiffs Behauptung.
Diese uneinheitliche Entwicklung lässt die Debatte offen. Eine Erholung des Bitcoin-Kurses pro Aktie würde das Finanzierungsmodell von Strategy stützen, während weitere Rückgänge das Argument für eine Verwässerung stärken würden.
Vorzugsverbindlichkeiten erhöhen den Einsatz für Stammaktionäre
Schiffs Kritik konzentriert sich zudem darauf, wer am meisten von der Kapitalstruktur von Strategy profitiert. Das Unternehmen wies Vorzugswertpapiere in Höhe von 15,46 Milliarden US-Dollar aus, darunter STRC, seine unbefristete Vorzugsaktie, die eine variable jährliche Dividende zahlt, die derzeit auf 12 % festgelegt ist.
Strategy könnte zudem seine Dollar-Reserve nutzen, um Zins- und Vorzugsdividendenverpflichtungen zu erfüllen, und diese Reserve anschließend durch Kapitalmarktaktivitäten oder Bitcoin-Verkäufe wieder auffüllen. Das verschafft dem Unternehmen Flexibilität, setzt Stammaktionäre jedoch auch einem höheren Verwässerungs- und Finanzierungsrisiko aus.
Der nächste Auslöser ist die Veröffentlichung der Ergebnisse von Strategy für das zweite Quartal am 30. Juli. Aktualisierte Angaben zur Anzahl der Aktien, zum Bitcoin-Bestand pro Aktie und zu den Finanzierungsaktivitäten werden zeigen, ob MSTR weiterhin ein verstärktes Bitcoin-Engagement bietet oder ob ein größerer Teil des Unternehmenswerts in Richtung der vorrangigen Investoren fließt.