Neue Militärschläge der USA gegen Ziele im Iran haben an den internationalen Finanzmärkten deutliche Spuren hinterlassen. Der Ölpreis stieg deutlich, Gold geriet unter Druck und auch Aktien sowie Staatsanleihen gaben nach. Ausgerechnet Bitcoin zeigte sich davon jedoch weitgehend unbeeindruckt.
Die größte Kryptowährung notierte zum Wochenstart bei knapp unter 63.000 US-Dollar. Damit lag der Kurs auf Tagessicht leicht im Minus, im Wochenvergleich steht jedoch weiterhin ein Plus von rund zwei Prozent. Auch Ether bewegte sich kaum und hielt sich bei etwa 1.800 US-Dollar.
Bitcoin steigt, doch klassische Märkte reagieren deutlich stärker
Auslöser der Marktbewegungen waren die jüngsten Angriffe der USA auf iranische Ziele. Zusätzliche Unsicherheit entstand durch widersprüchliche Angaben zur Straße von Hormus. Über die wichtige Schifffahrtsroute wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweit auf dem Seeweg transportierten Öls verschifft. Entsprechend stieg der Preis für Rohöl um vier Prozent auf mehr als 79 US-Dollar pro Barrel.
An den Anleihemärkten stiegen die Renditen ebenfalls. Hintergrund sind Erwartungen, dass höhere Energiepreise den Inflationsdruck verstärken und die US-Notenbank ihren restriktiven Kurs länger beibehalten könnte. Aus dem Protokoll der Fed-Sitzung im Juni geht zudem hervor, dass einzelne Notenbanker sogar weitere Zinserhöhungen diskutiert hatten.
Neue Impulse für den Bitcoin-Kurs
Nach der überraschenden Gelassenheit des Krypto-Markts rücken nun die anstehenden Konjunkturdaten in den Fokus. Am morgigen Dienstag veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Inflationsdaten für Juni. Analysten erwarten einen Rückgang der Teuerungsrate von 4,2 auf 3,9 Prozent. Die Zahlen dürften maßgeblich beeinflussen, wie die Märkte die nächsten Zinsschritte der US-Notenbank einschätzen.
Im weiteren Wochenverlauf folgen der US-Erzeugerpreisindex, die Einzelhandelsumsätze sowie neue Verbraucherpreisdaten aus Europa. Gleichzeitig startet in den USA die Berichtssaison mit Quartalszahlen großer Banken wie JPMorgan, Goldman Sachs, Bank of America und Citigroup. Auch die erste Anhörung des neuen Fed-Chefs Kevin Warsh vor dem US-Kongress könnte für Bewegung an den Finanzmärkten sorgen.