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Bitwise: Bitcoin so unterbewertet wie selten – Darum steigt der Kurs trotzdem nicht

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Bitcoin steht nach der jüngsten Zinsentscheidung der US-Notenbank erneut unter Druck. Während der Kurs nach den Signalen einer möglicherweise restriktiveren Geldpolitik unter die Marke von 64.000 Dollar fiel, sehen einige Marktbeobachter darin gerade eine attraktive Einstiegsgelegenheit. Besonders Bitwise argumentiert, dass Bitcoin derzeit so günstig bewertet sei wie in früheren langfristigen Akkumulationsphasen. Gleichzeitig mehren sich jedoch die Hinweise darauf, dass dem Markt weiterhin frisches Kapital fehlt.

Der Vermögensverwalter Bitwise verweist auf das sogenannte Mayer Multiple, einen Bewertungsindikator, der den Bitcoin-Kurs ins Verhältnis zu seinem 200-Tage-Durchschnitt setzt. Dieser Wert liegt aktuell unter 1,0 und signalisiert damit nach historischen Maßstäben eine Phase, in der Bitcoin unter seinem langfristigen Trend gehandelt wird. In der Vergangenheit fielen ähnliche Niveaus häufig mit Akkumulationsphasen zusammen, die später von stärkeren Aufwärtsbewegungen gefolgt wurden.

Besonders auffällig sei laut Bitwise der Vergleich mit dem KI-Sektor. Während zahlreiche Technologie- und KI-Aktien inzwischen deutlich über ihren langfristigen Bewertungsniveaus notieren, erscheine Bitcoin aus fundamentaler Sicht vergleichsweise günstig. Damit stellt sich zunehmend die Frage, ob Investoren weiterhin bereit sind, hohe Bewertungen im KI-Bereich zu akzeptieren, oder ob Kapital perspektivisch wieder stärker in den Kryptomarkt zurückfließen könnte.

Schwache Kapitalzuflüsse belasten den Markt

Genau hier liegt allerdings das zentrale Problem. Daten des Analyseunternehmens CryptoQuant zeigen, dass die Kapitalzuflüsse in das Bitcoin-Netzwerk seit Monaten rückläufig sind. Der sogenannte Realized-Cap-Growth-Indikator befindet sich bereits seit Ende Oktober 2025 in einer Bärenmarktphase.

Die entsprechenden Durchschnittswerte sind seit dem vierten Quartal 2025 deutlich gefallen. Dies deutet darauf hin, dass sich das Tempo neuer Kapitalzuflüsse erheblich verlangsamt hat. Obwohl Bitcoin nach verschiedenen Bewertungsmaßstäben attraktiv erscheint, fehlt bislang die breite Nachfrage neuer Investoren, die eine nachhaltige Aufwärtsbewegung unterstützen könnte.

Milliarden-IPOs konkurrieren um Anlegergelder

Zusätzlichen Gegenwind könnte die wachsende Zahl geplanter Großtransaktionen an den Kapitalmärkten bringen. Bitwise verweist auf potenzielle Börsengänge oder Kapitalmaßnahmen rund um Unternehmen wie SpaceX, Anthropic und OpenAI. Zusammen könnten diese Vorhaben eine Investorennachfrage von mehr als 200 Milliarden Dollar erzeugen.

Für die Finanzmärkte ist das ein zweischneidiges Schwert. Einerseits zeigen solche Transaktionen eine hohe Risikobereitschaft der Anleger. Andererseits binden sie erhebliche Mengen an Kapital, die ansonsten möglicherweise in Aktien, Kryptowährungen oder andere Anlageklassen geflossen wären. Gerade in einem Umfeld höherer Zinsen wird Liquidität zunehmend zu einem knappen Gut.

Fed signalisiert längere Phase hoher Zinsen

Auch die jüngste Sitzung der US-Notenbank sorgte für Verunsicherung. Zwar beließ die Fed den Leitzins wie erwartet in einer Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Der veröffentlichte Dot Plot fiel jedoch restriktiver aus als viele Marktteilnehmer gehofft hatten.

Neun Mitglieder der Notenbank rechnen inzwischen mit mindestens einer Zinserhöhung im weiteren Jahresverlauf, während sechs sogar zwei oder mehr Zinsschritte erwarten. Damit verstärkt sich die Sorge, dass die Märkte ihre Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen zurückstellen müssen.

Bitcoin reagierte unmittelbar negativ auf diese Signale. Besonders auffällig war das hohe Verkaufsvolumen im Bereich um 66.200 Dollar, als der Kurs an diesem Widerstand scheiterte. Auch Gold konnte einen ersten Anstieg nach der Fed-Entscheidung nicht halten und gab anschließend wieder nach.

Damit bleibt die Lage am Kryptomarkt vorerst von zwei gegensätzlichen Kräften geprägt: Auf der einen Seite sprechen Bewertungsmodelle für eine günstige Einstiegsgelegenheit, auf der anderen Seite sorgen hohe Zinsen, schwache Kapitalzuflüsse und die Konkurrenz milliardenschwerer KI-Investitionen weiterhin für Gegenwind. Für Bitcoin dürfte deshalb in den kommenden Wochen vor allem entscheidend sein, ob neues Kapital in den Markt zurückkehrt.

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