Bitcoin wurde nahe 77.733 $ zum Zeitpunkt des Mittags in Hongkong gehandelt, laut CoinDesk-Daten, im Vergleich zu den letzten 24 Stunden kaum verändert, nachdem es während der US-Handelszeiten auf bis zu 76.685 $ gefallen war und es nicht schaffte, über 78.000 $ zu bleiben.
Die Positionierung im Derivatemarkt deutete darauf hin, dass der jüngste Ausverkauf eher eine Bereinigung von Hebelwirkungen als der Beginn eines breiteren Marktcrashs gewesen sein könnte. Das Open Interest, ein Maß für ausstehende gehebelte Futures-Positionen, blieb relativ stabil, während die Finanzierungssätze niedrig oder negativ blieben, ein Zeichen dafür, dass Händler vor dem Kursrückgang nicht aggressiv in bullische Wetten eingestiegen sind.
"Vor diesem Zeitpunkt gab es keine massive Akkumulation von gehebelten Long-Positionen, was bedeutet, dass die meisten der bei diesem Rückgang liquidierten Positionen gehebelte Fonds waren, die kurzfristig auf die Talsohle spekulierten. Zweitens signalisiert dies, dass wir uns nicht inmitten einer strukturellen Trendwende nach unten befinden. Das vorübergehende Tief bei 75.000–77.000 US-Dollar bleibt klar definiert", sagte Tim Sun, leitender Forscher bei HashKey Group, gegenüber CoinDesk
Das größere Problem, so sagte er, liegt im Makrobereich: Investoren bauen Risiken ab, da die langfristigen Renditen steigen, Öl- und Inflationsrisiken im Fokus bleiben und es „derzeit keinen zwingenden Grund gibt, neues Kapital in den Markt zu bringen.“
Daten von CoinGlass zeigten in den letzten 24 Stunden Krypto-Liquidationen in Höhe von 200 Millionen US-Dollar, die sich nahezu gleichmäßig auf Long- und Short-Positionen verteilten, was darauf hindeutet, dass die Bewegung weniger eine einseitige Kapitulation als vielmehr ein volatiler Markt war, der in beide Richtungen ausschlug.
Sun verwies auf die 30-jährigen US-Staatsanleihenrenditen, die kürzlich über 5 % gestiegen sind, als den wichtigeren Druckpunkt. Höhere langfristige Renditen wirken sich tendenziell belastend auf spekulative Vermögenswerte aus, indem sie die Opportunitätskosten für das Halten von nicht verzinslichen Vermögenswerten wie Bitcoin erhöhen und gleichzeitig die allgemeinen finanziellen Bedingungen verschärfen.
Der nächste Katalysator könnte aus der Geopolitik stammen.
Sun erklärte, dass eine signifikante Deeskalation der Spannungen zwischen den USA und dem Iran die Ölpreise und Inflationserwartungen senken könnte, wodurch der Druck auf die Renditen nachließe und Bitcoin Raum für eine Erholung erhielte.
Sollten die Renditen jedoch hoch bleiben und geopolitische Risiken anhalten, könnte Bitcoin weiterhin in dem von ihm beschriebenen defensiven, seitwärts tendierenden Markt gefangen bleiben, wobei die Zone von 75.000 bis 77.000 US-Dollar die wichtigste kurzfristige Unterstützungsmarke darstellt.