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Iran setzt offenbar auf Bitcoin – verändert das jetzt alles?

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Iran arbeitet offenbar an Bitcoin-Modell für die Straße von Hormus

Bitcoin könnte für den Iran künftig eine deutlich größere Rolle spielen als bislang angenommen. Im Mittelpunkt steht dabei die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. Rund 20 Prozent des globalen Ölhandels laufen durch diese Meeresenge. Entsprechend sensibel reagieren Finanzmärkte regelmäßig auf neue Entwicklungen in der Region. Bereits in den vergangenen Wochen gab es Berichte darüber, dass der Iran Gebühren für Schiffe verlangen könnte, die die Straße von Hormus passieren. Zunächst war dabei vor allem von Stablecoins oder dem chinesischen Yuan die Rede. Später tauchten dann erstmals Hinweise auf, dass Zahlungen teilweise direkt in Bitcoin abgewickelt werden könnten.

Lange blieb allerdings unklar, ob tatsächlich $BTC gemeint war oder Bitcoin lediglich als allgemeiner Begriff für Kryptowährungen verwendet wurde. On-Chain-Analysten konnten zunächst keine eindeutigen Zahlungsströme identifizieren. Gleichzeitig nutzten Betrüger die Situation aus und verschickten gefälschte Zahlungsaufforderungen an Schiffe.

Nun gibt es jedoch deutlich konkretere Hinweise. Die halboffizielle iranische Nachrichtenagentur Fars Media berichtete zuletzt über ein neues Versicherungsmodell namens „Hormuz Safe“, das vom iranischen Wirtschaftsministerium entwickelt worden sein soll. Dabei sollen Schiffs- und Frachtversicherungen rund um die Straße von Hormus direkt in Bitcoin bezahlt werden. Offiziell handelt es sich um Versicherungen für den sicheren Durchgang durch die Meeresenge. Faktisch ähnelt das Modell jedoch eher einem neuen Mautsystem unter iranischem Schutz. Laut Berichten könnten dadurch Einnahmen von über 10 Milliarden US-Dollar entstehen.

BREAKING: Iran has launched "Hormuz Safe," a Bitcoin-backed insurance service for shipping companies that want to transit the Strait of Hormuz.

Details include:

1. The Iranian government says it could generate more than $10 billion in revenue from the program

2. The service…

— The Kobeissi Letter (@KobeissiLetter) May 18, 2026

Bitcoin wird zunehmend geopolitisch relevant

Die Entwicklung zeigt, wie stark sich die Rolle von Bitcoin in den vergangenen Jahren verändert hat. Während sanktionierte Staaten lange vor allem auf Stablecoins setzten, wächst inzwischen offenbar das Interesse an wirklich dezentralen Assets wie Bitcoin. Ein wichtiger Grund dafür dürfte die Angst vor Beschlagnahmungen sein. Stablecoins wie USDT können eingefroren werden. Das geschah zuletzt auch bei Kryptowerten, die mit dem Iran in Verbindung gebracht wurden. Bitcoin besitzt dagegen keine zentrale Kontrollinstanz und gilt deshalb als deutlich schwerer konfiszierbar.

Damit entwickelt sich Bitcoin zunehmend zu einem geopolitischen Instrument. Staaten, die vom westlichen Finanzsystem ausgeschlossen werden oder Sanktionen umgehen möchten, könnten künftig verstärkt auf $BTC setzen. Darin sehen viele Bitcoin-Befürworter bereits seit Jahren einen der wichtigsten langfristigen Anwendungsfälle.

Für die Märkte bleibt die Situation trotzdem hochsensibel. Neue Eskalationen rund um den Nahen Osten könnten sowohl den Ölpreis als auch Risikoassets stark beeinflussen. Gleichzeitig zeigt die aktuelle Entwicklung aber auch, dass Bitcoin inzwischen weit mehr ist als nur ein spekulatives Asset. Der Kryptomarkt könnte damit in eine neue Phase eintreten, in der Bitcoin nicht mehr nur als digitales Gold betrachtet wird, sondern zunehmend auch als geopolitisches Werkzeug und alternatives Zahlungssystem.


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