Sei Network hat die zweite Version seines „Giga Whitepaper“ veröffentlicht und darin seine Vision für eine leistungsstarke Layer-1-Blockchain für den Handel näher erläutert – mit schnellerer Transaktionsfinalität, verbessertem Datenschutz und Schutzmaßnahmen auf Protokollebene gegen „Maximal Extractable Value“ (MEV).
Das aktualisierte Dokument beschreibt mehrere architektonische Änderungen gegenüber dem ursprünglichen Vorschlag, darunter die Senkung der angestrebten Finalitätszeit auf unter 250 Millisekunden – gegenüber den zuvor angegebenen 400 Millisekunden. Laut Sei Labs sollen die Verbesserungen den Durchsatz steigern und gleichzeitig die Transaktionsabwicklung für Händler und Entwickler vorhersehbarer machen.
Giga V2 führt Verbesserungen bei Datenschutz und Ausführung ein
Im Mittelpunkt der Neugestaltung steht „Autobahn“, ein Konsensmechanismus, der die Reihenfolge der Transaktionen von der Ausführung und der Zustandsbestätigung trennt. Unter der vorgeschlagenen Architektur erreichen Transaktionen ihre Reihenfolge-Finalität, bevor die Ausführung abgeschlossen ist, sodass die Blockproduktion ohne Verzögerungen durch rechenintensive Arbeitslasten fortgesetzt werden kann.
Eine Blockchain für die moderne Wirtschaft.
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— Sei Development Foundation (@Sei_FND) 1. Juli 2026
Das Whitepaper stellt außerdem „Sedna“ vor, ein Framework zum Datenschutz vor der Ausführung, das speziell auf die MEV-Risiken von Multi-Proposer-Blockchains zugeschnitten ist. Anstatt einzelnen Proposern die vollständigen Transaktionsdaten offenzulegen, fragmentiert Sedna Transaktionen auf mehrere Proposer-Lanes, wobei die Rekonstruktion erst erfolgt, nachdem das Netzwerk die Endgültigkeit erreicht hat. Sei erklärt, dass dieser Ansatz die Privatsphäre der Transaktionen wahrt, ohne auf verschlüsselte Mempools oder Schwellenwert-Entschlüsselung zurückzugreifen.
Die deterministische Transaktionsreihenfolge ist eine weitere wichtige Neuerung. Das von Giga vorgeschlagene Reihenfolgemodell leitet anhand vordefinierter Zusammenführungsregeln eine kanonische Transaktionssequenz aus finalisierten Daten ab, sodass jeder Netzwerkteilnehmer dieselbe Ausführungsreihenfolge rekonstruieren kann.
Handelsorientierte Architektur zielt auf höheren Durchsatz ab
Über die Konsensänderungen hinaus ersetzt Giga V2 den traditionellen Merkle-Patricia-Trie durch einen flachen, auf Log-Structured Merge (LSM) basierenden Schlüssel-Wert-Speicher und führt eine mehrstufige Architektur mit Hot-, Warm- und Cold-Storage ein. Das Design beinhaltet außerdem Divergenz-Commitments über Schreibprotokolle, um den Rechenaufwand bei Statusaktualisierungen zu reduzieren.
Auf der Ausführungsebene plant Sei die Implementierung der parallelen Block-STM-Ausführung mit optimistischer Parallelitätskontrolle sowie pipeliniertes Transaktions-Parsing, Adresswiederherstellung und Signaturüberprüfung. Insgesamt ist die Architektur darauf ausgelegt, einen Durchsatz von über 200.000 Transaktionen pro Sekunde zu unterstützen.
Das Whitepaper skizziert zudem zukünftige Forschungsbereiche, darunter eine Produktionsversion von Sedna mit der PIVOT-K-Incentive-Schicht, weitere Verbesserungen des Autobahn-Konsensverfahrens, einen umfassenden Mechanismus für Transaktionsgebühren, Alternativen zur Post-Quanten-Kryptografie jenseits von ML-DSA sowie die Tokenomics von Giga.
Die Veröffentlichung hatte zunächst nur geringe Auswirkungen auf den Markt. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der SEI-Token im Vergleich zu den letzten 24 Stunden um etwa 0,26 % im Plus, während das Handelsvolumen um rund 32 % gestiegen war, was auf eine stärkere Marktaktivität nach der Ankündigung hindeutet.
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