Der Makrostratege hält einen neuen Bitcoin-Superzyklus in diesem Jahr für wahrscheinlicher denn je. Der bekannte Analyst führt den möglichen Bullenmarkt nicht auf den Hype unter Privatanlegern oder das Halving zurück, sondern auf strukturelle Verschiebungen am globalen Schuldenmarkt und die wachsende Liquidität der Zentralbanken. Was prognostiziert Pal konkret?
Schulden und Liquidität als Motor für Bitcoin
Pal, Gründer von Real Vision, schrieb am Sonntag auf X, dass die Märkte möglicherweise vor einer langanhaltenden Zyklus stehen, die größer werden könnte als frühere Aufwärtsphasen: ein „Superzyklus“. Er begründet dies mit einer Kombination aus steigenden Staatsschulden, massiven Investitionen in künstliche Intelligenz und Infrastruktur sowie der wachsenden Rolle der Zentralbanken bei der Stützung der Finanzmärkte.
Laut Pal greifen Regierungen zunehmend auf kurzlaufende Staatsanleihen zurück, um ihre Schulden tragbar zu halten. Dies führt seiner Meinung nach dazu, dass Schulden häufiger umgeschuldet werden müssen. Letztendlich müssten die Zentralbanken Liquidität hinzufügen, um finanziellen Stress zu vermeiden.
Historisch gesehen fließt ein Teil dieser Liquidität in risikoreiche Anlagen, wobei Bitcoin (BTC) oft als einer der stärksten Profiteure ist. Pal erklärt, dass dieser Liquiditätszyklus traditionell etwa vier Jahre dauerte, nun aber eher in Richtung eines fünfjährigen Zyklus tendiert:
„Alle vier Jahre werden weltweite Schulden umgeschuldet und Zentralbanken müssen Liquidität injizieren, um eine Systemkrise abzuwenden.“
Zusätzlich betont er, dass der Bitcoin-Kurs seinen Modellen zufolge zu rund 90 Prozent mit der globalen Geldmenge korreliert. Wenn Zentralbanken erneut Geld schöpfen, profitiere Bitcoin laut ihm in der Regel besonders stark davon.
Investitionswelle in KI und Infrastruktur
Pal bezeichnet die aktuelle Investitionswelle in künstliche Intelligenz, Infrastruktur und Energie als einen der größten „Capex-Booms“ der modernen Geschichte. Seiner Meinung nach könnte gerade diese Kombination aus hohen Investitionen und steigender Liquidität für einen außergewöhnlich starken Marktzyklus sorgen.
Beim Sui Basecamp-Event nannte Pal ein mögliches Kursziel von 450.000 Dollar für Bitcoin, sofern sein Superzyklus-Szenario eintritt. Er betonte dabei ausdrücklich, dass es sich um Wahrscheinlichkeiten handle, nicht um Garantien.
Bitcoin handelt derzeit bei etwa 80.000 Dollar, deutlich unter dem Höchststand von über 125.000 Dollar im Jahr 2025. Dennoch sieht Pal die aktuellen Preisniveaus eher als Teil eines längeren Zyklus denn als endgültiges Ende des Bullenmarkts.
Auch die gesamtwirtschaftlichen Indikatoren sorgen weiterhin für Aufmerksamkeit. Die Zinsausgaben der Vereinigten Staaten steigen weiter, während globale Liquiditätsindikatoren erneut ein wachsendes Geldmengenwachstum anzeigen. Das stärkt das Szenario, wonach Bitcoin in den kommenden Jahren erneut von einer expansiven Geldpolitik profitieren könnte.