Kampf der Giganten: MSTR vs. IBIT
Strategy, der größte $BTC-Firmenhalter, begann im August 2020 mit der Akkumulation von Bitcoin. Trotz mehrjährigem Vorsprung wurde das Unternehmen aber kurz nach dem Handelsstart der US-amerikanischen Bitcoin-Spot-ETFs von BlackRocks IBIT überholt.
Anfang 2024 hielt Strategy rund 200.000 Bitcoin. Doch IBIT, der Bitcoin-Spot-ETF von BlackRock, konnte durch die phänomenale Nachfrage bereits im März 2024, also rund zwei Monate nach der ETF-Zulassung, schon mehr als diese Menge aufsaugen.
Obwohl Strategy insbesondere seit Ende 2024 bei der Akkumulation von Bitcoin einen Zahn zugelegt hatte, schien der Vorsprung von IBIT fast schon uneinholbar zu sein.
Seit Oktober 2025, als Bitcoin das bisherige Allzeithoch erreichte, gab es jedoch beim $BTC-Bestand von IBIT eine Stagnation. Denn damals befanden sich schon etwas mehr als 800.000 $BTC im Wert von knapp 100 Milliarden US-Dollar in dem Anlageprodukt.
Im Rahmen der Bitcoin-Kurskorrektur waren dann zeitweise stärkere Abflüsse zu beobachten. Diese fielen aber weit weniger dramatisch aus, als viele vorher wohl gedacht hätten. Eine zentrale These war nämlich, dass die ETF-Investoren in einer schwächeren Marktphase direkt wieder im großen Stil ihr Geld abziehen werden.
Unter dem Strich ist das nicht wirklich geschehen. IBIT hält laut der BlackRock-Website zum 17. April 2026 nämlich genau 802.823 $BTC – also ungefähr so viel wie in der Hochphase vor ungefähr einem halben Jahr.
Strategy sitzt derweil nach dem Kauf der vergangenen Woche, der heute verkündet wurde, auf 815.061 $BTC. Das Unternehmen vergrößerte den Bestand um unglaubliche 34.164 $BTC.
Das war der drittgrößte wöchentliche Kauf jemals für Strategy – finanziert durch die Ausgabe der Vorzugsaktie STRC für 2,54 Milliarden US-Dollar sowie das ATM-Programm der Stammaktie MSTR für 366 Millionen US-Dollar.
Damit führte das von Michael Saylor gegründete Unternehmen den Kampf der Giganten wieder an. Aber: Sollte IBIT in den kommenden Tagen starke Zuflüsse verzeichnen, so könnte der größte Bitcoin-Spot-ETF relativ schnell wieder Strategy vom Thron stoßen – sofern das Unternehmen nicht ebenso stark nachlegt.
Strategy jetzt der größte Bitcoin-Halter?
Grundsätzlich ergibt es aber wenig Sinn, den Bitcoin-Bestand eines Unternehmens mit dem eines Spot-ETFs zu vergleichen. Denn während Strategy diese Bitcoin für sich selbst kauft, stellt BlackRock lediglich ein Anlageprodukt zur Verfügung, das die Kunden kaufen können.
In anderen Worten: Bei Strategy befinden sich die Coins auf der Unternehmensbilanz; bei BlackRock hingegen sind diese das direkte Eigentum der ETF-Halter.
Strategy gehört zwar auch den Aktionären, es stellt aber dennoch einen großen Unterschied dar, ob ein Unternehmen diese Bitcoin aktiv für sich selbst kauft, oder lediglich im Auftrag der Kunden. MSTR-Halter haben auch keinen direkten Anspruch auf die Coins der Aktiengesellschaft.
Hinzu kommt, dass BlackRock trotzdem noch mehr $BTC als Strategy hält. IBIT ist nämlich nicht BlackRocks einziger Bitcoin-Fonds. Der größte Vermögensverwalter lancierte beispielsweise ein ähnliches Produkt für den europäischen Markt mit dem Ticker IB1T, in dem sich aktuell circa 13.656 $BTC befinden.
Zudem gibt es noch viele weitere Bitcoin-ETFs beziehungsweise ETPs, die insgesamt weit mehr als 1,3 Millionen $BTC halten – meist über die Krypto-Börse Coinbase, die als Verwahrer insgesamt am meisten $BTC „kontrolliert“.
Ein relevanter Unterschied zwischen der „Bitcoin Treasury Company“-Strategie und börsengehaltenen Fonds ist letztlich, ob diese Coins nachhaltig der Zirkulation entzogen werden oder nicht.
Bei Strategy ist es bislang so, dass das Unternehmen bislang keine Bitcoin wieder abgegeben hat – außer im Dezember 2022, als 704 Bitcoin verkauft wurden, um steuerlich relevante Verluste zu realisieren, direkt danach aber neue 810 $BTC hinzukamen.
Das trifft so zwar nicht auf andere „Bitcoin Treasury Companies“ wie Nakamoto, Sequans, Satsuma Technology oder Empery Digital zu, doch zumindest lässt sich bei Strategy bis dato festhalten, dass das Unternehmen quasi eine Art Einbahnstraße darstellt.
Ein Anlageprodukt wie ein ETF hingegen kann selbstverständlich wieder Abflüsse verzeichnen und demnach um Bitcoin erleichtert werden. Das war – wie bereits angesprochen – bei IBIT über die vergangenen Monate teilweise stärker der Fall.
Das heißt unter dem Strich: Die Bitcoin auf der Bilanz von Strategy, die rund 3,9 % aller jemals existierenden $BTC entsprechen, sind effektiv nicht mehr im Umlauf, während die innerhalb von IBIT gehaltenen Coins schnell wieder auf dem Markt landen können.