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Bitcoin rutscht unter 77.000 Dollar: Geopolitik, Ölpreise und Inflationssorgen belasten Kurs

source-logo  trendingtopics.eu 18 Mai 2026 05:56, UTC
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Der Bitcoin-Kurs ist am Wochenende unter die Marke von 77.000 Dollar gefallen und hat damit einen Teil der jüngsten Gewinne wieder abgegeben. Als Hauptauslöser gelten erneute Spannungen zwischen den USA und dem Iran, steigende Ölpreise sowie wachsende Bedenken hinsichtlich einer anhaltend hohen Inflation. Analysten sehen mehrere zusammenwirkende Faktoren, die den Markt belasten.

Härter als Bitcoin trifft es aktuell (wie so oft) Altcoins, die teilweise ordentlich verlieren. So liegen etw Ethereum, Solana oder Cardano wieder etwa 10% unter den Preisen vor einer Woche:

# Coin/Token Preis 24h % 7d %
1 Bitcoin (BTC) $76.878,28 ▼ 1,59% ▼ 4,86%
2 Ethereum (ETH) $2.118,91 ▼ 3,12% ▼ 9,29%
3 $BNB ($BNB) $642,17 ▼ 1,99% ▼ 1,66%
4 $XRP ($XRP) $1,38 ▼ 2,00% ▼ 4,54%
5 Solana (SOL) $84,85 ▼ 2,44% ▼ 11,26%
6 TRON (TRX) $0,3566 ▲ 0,73% ▲ 1,89%
7 Dogecoin (DOGE) $0,1064 ▼ 3,32% ▼ 2,99%
8 Hyperliquid (HYPE) $45,52 ▼ 6,40% ▲ 7,88%
9 UNUS SED $LEO ($LEO) $10,07 ▲ 0,30% ▼ 0,22%
10 Cardano (ADA) $0,2502 ▼ 2,08% ▼ 10,12%
11 Zcash (ZEC) $536,24 ▲ 4,48% ▼ 7,22%
12 Bitcoin Cash (BCH) $377,08 ▼ 9,23% ▼ 16,58%
13 Monero (XMR) $385,53 ▼ 0,58% ▼ 5,48%

Kursrückgang und aktuelle Marktlage

Laut Daten von The Block fiel Bitcoin am Sonntagabend (Ortszeit New York) um rund 1,2 Prozent auf 76.593 Dollar. Das Tagestief lag bei etwa 76.720 Dollar. Noch wenige Tage zuvor hatte die Kryptowährung die Marke von 82.000 Dollar erreicht, angetrieben durch starke Zuflüsse in Bitcoin-Spot-ETFs und Optimismus rund um den sogenannten U.S. Clarity Act.

Der Bitcoin Fear-and-Greed-Index fiel auf einen Wert von 27 und nähert sich damit wieder der „Angst-Zone“. In der Vorwoche hatte der Index noch im neutralen Bereich zwischen 40 und 50 gelegen.

Geopolitische Eskalation als Auslöser

Am Sonntag veröffentlichte US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social eine Drohung gegen den Iran. Er warnte, dass weitere Verzögerungen bei einem Friedensabkommen militärische Konsequenzen haben könnten. Die Äußerungen lösten unmittelbar Reaktionen an den Rohstoffmärkten aus: Der Brent-Rohölpreis stieg um 1,78 Prozent auf 111,20 Dollar je Barrel, während WTI-Rohöl um 2,2 Prozent auf 107,70 Dollar zulegte.

Inflationssorgen und steigende Anleiherenditen

Parallel zur geopolitischen Lage belasten makroökonomische Faktoren den Kryptomarkt. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen stieg auf 5,13 Prozent, den höchsten Schlussstand seit 2007. Auch die Renditen zehnjähriger und zweijähriger Anleihen erreichten 12-Monats-Hochs. Steigende Anleiherenditen erhöhen die Opportunitätskosten des Haltens von nicht verzinslichen Vermögenswerten wie Bitcoin.

Hinzu kommt, dass Prognosemärkte wie Polymarket die Wahrscheinlichkeit einer unveränderten Fed-Politik bei 98 Prozent für Juni und 94 Prozent für Juli sehen. Zinssenkungen, die risikoreichere Anlagen wie Bitcoin stützen würden, rücken damit in weite Ferne.

ETF-Abflüsse beenden sechswöchigen Zufluss-Trend

Die veränderte Makrolage spiegelt sich auch in den Kapitalströmen bei Bitcoin-ETFs wider. Laut Daten von SoSoValue verzeichneten Bitcoin-ETFs in der Woche bis zum 17. Mai Nettoabflüsse von einer Milliarde Dollar. Damit endete eine sechswöchige Serie von Nettozuflüssen.

Trotz des Kursrückgangs zeigen On-Chain-Daten ein gemischtes Bild. Glassnode-Daten, zitiert von Binance Research, zeigen, dass fast 60 Prozent des Bitcoin-Angebots seit mehr als einem Jahr nicht bewegt wurden. Zudem befinden sich die Bitcoin-Bestände auf Börsen auf einem Sechsjahrestief, was den unmittelbaren Verkaufsdruck begrenzt.

Allerdings weist der sogenannte Short-Term-Holder-MVRV-Wert (Market Value to Realized Value) derzeit unter 1 aus. Das bedeutet, dass neuere Käufer im Durchschnitt Verluste verbuchen. Diese Konstellation macht den Markt anfälliger für weitere makrogetriebene Verkaufswellen.

Ausblick: Zwischen Makrodaten und regulatorischen Impulsen

Analysten nennen mehrere Faktoren, die den weiteren Kursverlauf in der kommenden Woche beeinflussen könnten:

  • US-Inflationsdaten (PPI) am Donnerstag als weiterer Hinweis auf die Breite des Preisdrucks
  • Nvidia-Quartalsergebnisse am Mittwoch als Stimmungsindikator für Risikoassets insgesamt
  • Fortschritte beim CLARITY Act, dem Gesetzentwurf zur Marktstruktur für digitale Assets
  • Kommunikation des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh zu Inflation, Zinsen und Geldpolitik
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