Der Bitcoin-Kurs ist am Freitag auf den niedrigsten Stand seit mehr als zwei Wochen gefallen. Der Preis sank unter die Marke von 67.000 Dollar, während Ether sich der 2.000-Dollar-Grenze näherte. Besonders hart traf es den Altcoin-Markt. Große Token wie Ethereum, Solana oder $XRP liegen wieder deutlich unter den Werten der Vorwoche.
ETHFI verlor rund 6 Prozent, während WLD, WIF, SEI und FET zwischen 3,6 und 4,7 Prozent einbüßten. $XRP fiel innerhalb von 24 Stunden um mehr als 2,5 Prozent. Parallel dazu brachen auch US-amerikanische Aktienindizes ein: Die Nasdaq-100-Futures notierten bei 23.760 Punkten, rund 10 Prozent unterhalb des Jahreshochs vom Januar.
Der Zusammenhang mit dem Irankonflikt und dem Ölpreis
Der unmittelbare Auslöser für die aktuelle Marktschwäche liegt in der geopolitischen Lage im Nahen Osten. Seit Ausbruch des Krieges gegen den Iran ist der internationale Ölpreis (Brent) um mehr als 50 Prozent gestiegen und notiert aktuell über 100 Dollar pro Barrel. Die de-facto-Schließung der strategisch wichtigen Straße von Hormus hat die globalen Energiemärkte erheblich destabilisiert.
US-Präsident Donald Trump hatte zwar eine Verlängerung seiner Frist für Angriffe auf iranische Energieinfrastruktur angekündigt, konnte die Märkte damit jedoch nicht beruhigen. Analysten warnten bereits, dass die Märkte zunehmend weniger auf Signale aus dem Weißen Haus reagieren und stattdessen die reale Knappheitssituation bei Energie stärker gewichten.
Angst vor Stagflation belastet alle Anlageklassen
Die steigenden Energiepreise schüren Inflationserwartungen und zwingen Zentralbanken möglicherweise zu weiteren Zinserhöhungen. Das klassische „60-40-Portfolio“ aus Aktien und Anleihen steuert auf den schlechtesten Monat seit September 2022 zu. Der MSCI All Country World Index verlor im März mehr als 7 Prozent, während ein breiter Index für globale Staats- und Unternehmensanleihen über 3 Prozent einbüßte.
Selbst Gold, das lange als sicherer Hafen galt, verlor im März rund 17 Prozent, da Anleger Gewinne aus der vorangegangenen Rallye mitnahmen und steigende Zinserwartungen die Attraktivität des Edelmetalls minderten. Investoren flüchteten stattdessen in Bargeld, wie eine aktuelle Umfrage der Bank of America unter Fondsmanagern zeigte.
Krypto als Teil des globalen Risikoabbaus
Bitcoin und der breitere Kryptomarkt reagieren in diesem Umfeld wie klassische Risikoassets. Viele Trader hatten ursprünglich darauf gesetzt, dass der Irankonflikt zu einem Preisanstieg bei Kryptowährungen führen würde, ähnlich wie in früheren geopolitischen Krisen. Diese Erwartung hat sich bislang nicht erfüllt. Stattdessen dominiert ein allgemeiner Risikoabbau, der Kryptowährungen gemeinsam mit Aktien unter Druck setzt.
Solange der Ölpreis auf erhöhtem Niveau bleibt, die Straße von Hormus blockiert ist und keine diplomatische Lösung im Irankonflikt in Sicht ist, dürfte das Marktumfeld für risikobehaftete Anlagen wie Bitcoin angespannt bleiben.