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Ripple-IPO: Brad Garlinghouse öffnet die Tür für einen Börsengang

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Ripple-CEO Brad Garlinghouse hat die Tür für einen möglichen Börsengang deutlich geöffnet. Nachdem die Führung des Unternehmens über Jahre betonte, Ripple bewusst privat halten zu wollen, bezeichnete Garlinghouse die Haltung zu einem IPO nun als „neutraler“. Eine konkrete Entscheidung oder einen Zeitplan gibt es aber noch nicht.

Garlinghouse schließt einen Börsengang nicht mehr aus

Garlinghouse sagte am Dienstag im Gespräch mit CNBC-Reporterin Tanaya Macheel beim Wyoming Blockchain Symposium, dass Ripple lange Zeit sehr zufrieden damit gewesen sei, ein privates Unternehmen zu bleiben. Inzwischen habe sich die Position jedoch verändert:

„Wir waren lange sehr glücklich damit, privat zu sein. […] Ich würde sagen, dass wir dem Thema neutraler gegenüberstehen als früher. Wir werden sehen, wie es sich entwickelt.“

Dabei betonte Garlinghouse, dass Ripple auch ohne Zugang zum öffentlichen Kapitalmarkt große Transaktionen finanzieren konnte. Allein im vergangenen Jahr habe das Unternehmen rund 2,5 Milliarden US-Dollar für Übernahmen ausgegeben.

Zusätzlich habe Ripple seinen Anteilseignern über Tender Offers Liquidität verschafft. Laut Garlinghouse kaufte das Unternehmen innerhalb der vergangenen zwei Jahre Aktien im Wert von insgesamt drei Milliarden US-Dollar von bestehenden Investoren und Mitarbeitern zurück.

Die neue Wortwahl ist vor allem deshalb brisant, weil die Ripple-Führung einen IPO bislang regelmäßig heruntergespielt hatte. Noch im Januar erklärte Präsidentin Monica Long, das Unternehmen plane weiterhin, privat zu bleiben.

Garlinghouse nannte auch Gründe gegen einen schnellen IPO. Die Börsengänge von BitGo im Januar und Securitize im Juli seien von den öffentlichen Märkten aus seiner Sicht nicht besonders gut aufgenommen worden. Das wirke abschreckend. Circle habe sich seit seinem Börsendebüt hingegen vergleichsweise gut entwickelt.

Für $XRP wäre ein Ripple-IPO zunächst nur indirekt relevant. Eine Börsennotierung könnte jedoch deutlich mehr Transparenz über Ripples Umsätze, $XRP-Bestände und Token-Verkäufe schaffen.

Ripple erwartet trotz Krypto-Winter ein Rekordjahr

Neben dem möglichen IPO äußerte sich Garlinghouse ausführlich zur Geschäftsentwicklung. Ripple werde 2026 voraussichtlich einen neuen Umsatzrekord erzielen:

„Ripple wird ein Rekordjahr haben. Wir werden unseren Umsatz in diesem Jahr mehr als verdoppeln.“

Absolute Zahlen nannte er nicht. Garlinghouse sieht Ripple jedoch besser positioniert als Unternehmen, deren Einnahmen stark vom Retail-Handel und den Kryptokursen abhängen.

Eine zentrale Rolle spielen die Übernahmen von Hidden Road und GTreasury. Der Prime Broker Hidden Road, inzwischen Ripple Prime, verarbeitet jährlich Transaktionen über rund drei Billionen US-Dollar. GTreasury, heute Ripple Treasury, umfasst weitere 13 Billionen US-Dollar.

Zusammengenommen erreicht Ripple damit Finanzströme von etwa 16 Billionen US-Dollar pro Jahr. Bislang wurden laut Garlinghouse lediglich rund 0,1 Prozent davon über Stablecoins, $XRP oder andere Onchain-Instrumente abgewickelt.

Würde Ripple ein Prozent des Gesamtvolumens onchain bringen, wären es bereits 160 Milliarden US-Dollar. Genau darin sieht Garlinghouse das langfristige Wachstumspotenzial: bestehende Finanzströme sollen schrittweise auf schnellere und kostengünstigere Blockchain-Infrastruktur verlagert werden.

Garlinghouse widersprach außerdem Unternehmen, die große Entlassungswellen mit künstlicher Intelligenz begründen. Ripple beschäftige derzeit rund 1.500 Mitarbeiter und habe etwa 150 offene Stellen. KI soll laut Garlinghouse das Wachstum beschleunigen, nicht als Vorwand für Stellenabbau dienen.

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