Solana ($SOL) will weniger neue Coins ausgeben und zugleich deutlich mehr Coins dauerhaft aus dem Verkehr ziehen. Validatoren, die das Netzwerk betreiben, unterstützen in dieser Woche einen Vorschlag, der beim Angebot an zwei Stellen ansetzt. Für den Solana-Kurs wäre das auf dem Papier eine positive Nachricht.
Höherer Burn, weniger neue Coins
Der Vorschlag trägt den Namen SGP-0003 und bündelt zwei frühere Pläne der Entwickler. Der erste richtet die Transaktionsgebühren künftig danach aus, wie stark eine Transaktion das Netzwerk belastet.
big news
— mert (@mert) August 2, 2026
the solana deflation & burning proposals will go to an early vote starting tomorrow
if they get at least 15% of stake to signal support, they'll go to a final vote after that
if you're a node or holder that want these on Solana, show support fast
no time to waste https://t.co/MRZVX54QyD
Dadurch steigt der Burn pro Tag von rund 650 $SOL auf 7.500 bis 9.000 Coins. Bei einem Burn werden Coins an eine Adresse geschickt, auf die niemand Zugriff hat. Beim aktuellen Solana-Kurs steigt der Gegenwert damit von rund 47.000 Dollar auf mehr als 650.000 Dollar pro Tag.
Der zweite Plan verdoppelt das Tempo, mit dem die Coin-Emission zurückgefahren wird, von 15 auf 30 Prozent pro Jahr. Die Inflation liegt derzeit bei rund 3,8 Prozent und erreicht dadurch bereits 2029 die Untergrenze von 1,5 Prozent statt erst 2032.
Über sechs Jahre gerechnet entspricht das rund 18,9 Millionen $SOL, die aktuell etwa 1,36 Milliarden Dollar wert sind.
Was bedeutet das für den Solana-Kurs?
Kurzfristig wenig. Solana gibt pro Tag rund 60.000 neue $SOL aus; selbst bei der höchsten Schätzung verschwinden durch den Burn nur 9.000. Das Angebot wächst also weiter, nur deutlich langsamer als bisher.
Deflationär wird $SOL damit nicht; dafür müsste das Angebot tatsächlich sinken statt weiter zu wachsen. Das Netzwerk müsste dafür mehr als sechsmal so viele Coins verbrennen, wie der Vorschlag vorsieht.
Genau deshalb liegen beide Pläne gemeinsam auf dem Tisch. Die geringere Emission soll leisten, was der Burn allein nicht schafft.
Dieser zweite Hebel gewinnt zudem mit den Jahren an Gewicht. Die Emission sinkt schneller auf die Untergrenze von 1,5 Prozent, sodass jedes Jahr weniger neue Coins hinzukommen als nach dem bisherigen Plan.
Für den Kurs zählt am Ende vor allem, ob Anleger das knappere Angebot honorieren. Bleibt die Nachfrage nach $SOL stabil, während weniger Coins hinzukommen, spricht das theoretisch für den Kurs.
$SOL notiert bei rund 74 Dollar, die Marktkapitalisierung liegt bei 43 Milliarden Dollar. Das Rekordhoch von 293 Dollar stammt von vor gut einem Jahr.
Letzte Hürde für die Validatoren
Ein Vorschlag braucht die Unterstützung von 15 Prozent aller im Netzwerk gestakten $SOL, sonst kommt er gar nicht erst zur Abstimmung. Am Dienstagmorgen lag die Unterstützung bei 63 Millionen $SOL beziehungsweise 14,4 Prozent, verteilt auf 73 Unterstützer.
Es fehlen noch rund 3 Millionen $SOL; die Frist endet am 18. August. Unter den Unterstützern sind bekannte Namen wie Helius, Jupiter und Drift. Helius hat dabei ein eigenes Interesse: Das Unternehmen beschäftigt den Entwickler hinter dem Emissionsplan.
Nimmt der Vorschlag die Hürde, folgt zunächst eine Diskussionsphase und anschließend die eigentliche Abstimmung.