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Kelp macht LayerZero für 292-Millionen-Dollar-Hack verantwortlich

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KelpDAO zieht nach dem schweren April-Angriff eine klare technische und politische Konsequenz. Das Protokoll macht LayerZero für den Exploit verantwortlich und will seine Cross-Chain-Infrastruktur künftig auf Chainlink aufbauen.

Für ein DeFi-Projekt, das auf Vertrauen in Brücken, Nachrichtenübermittlung und Liquiditätsflüsse angewiesen ist, ist das kein kleiner Wechsel.

Kelp verweist auf Sicherheitsberichte

In einem Beitrag auf X erklärte KelpDAO, der Vorfall vom 18. April zeige klar, dass LayerZeros eigene Infrastruktur ausgenutzt worden sei.

Dadurch seien über DeFi hinweg Verluste von rund 300 Millionen Dollar entstanden. Für Kelp selbst wird der Schaden mit 292 Millionen Dollar beziffert.

After the recent LayerZero exploit, we are taking steps to ensure rsETH is fully secure, which is why we are migrating to @chainlink CCIP.

From the April 18 incident, it is clear that LayerZero's own infrastructure was exploited, resulting in $300M in losses across DeFi.… https://t.co/beIrfZZLlh

— Kelp (@KelpDAO) May 5, 2026

KelpDAO verweist dabei auf unabhängige Analysen von SEAL 911, Chainalysis und weiteren Sicherheitsforschern.

Diese Berichte würden nach Darstellung des Teams auf denselben Ursprung des Angriffs hindeuten. LayerZero steht damit im Zentrum eines Vorwurfs, der weit über einen einzelnen Protokollfehler hinausgeht.

Der Fall trifft einen empfindlichen Teil des Kryptomarktes. Cross-Chain-Systeme sollen Vermögenswerte, Nachrichten und Zustände zwischen verschiedenen Blockchains verbinden. Genau diese Funktion macht sie wertvoll, aber auch schwierig abzusichern.

Sie müssen nicht nur auf einer Chain korrekt funktionieren, sondern über mehrere Netzwerke hinweg. Ein Fehler in Validierung, Messaging, Konfiguration oder Berechtigungen kann sich deshalb sehr schnell in reale Verluste übersetzen.

Für Nutzer ist diese technische Ebene oft unsichtbar. Sie sehen nur, dass ein Asset von Chain A nach Chain B bewegt wird. Im Hintergrund hängt aber viel an Relayern, Oracles, Sicherheitsmodellen, Signaturen und Annahmen darüber, wer welche Information bestätigen darf. Wenn dort Vertrauen bricht, bricht nicht selten auch das Vertrauen in die Anwendung darüber.

Chainlink soll neue Cross-Chain-Struktur liefern

KelpDAO plant nun einen Neustart mit einem überarbeiteten Cross-Chain-System auf Chainlink. Der Schritt ist auch eine Botschaft an den Markt: Das Protokoll will nicht nur einen Schaden verwalten, sondern seine technische Grundlage neu sortieren.

Chainlink ist im Kryptomarkt vor allem für Oracles bekannt, hat aber seine Infrastruktur in den vergangenen Jahren stärker in Richtung Cross-Chain-Kommunikation, Datenvalidierung und institutionelle Sicherheitsanforderungen ausgebaut.

Für KelpDAO dürfte genau diese Wahrnehmung wichtig sein. Nach einem Angriff dieser Größenordnung reicht es nicht, irgendeine neue Brücke zu wählen. Es muss ein System sein, das Nutzern, Partnern und Liquiditätsanbietern glaubhaft mehr Sicherheit vermittelt.

Parallel läuft weiterhin ein Rechtsstreit um 71 Millionen Dollar. Dieser Teil des Falls zeigt, wie sehr sich DeFi verändert hat. Früher wurden Exploits oft als rein technische Vorfälle behandelt: Patch, Governance-Abstimmung, vielleicht ein Recovery-Plan. Heute landen eingefrorene oder nachverfolgte Gelder zunehmend bei Anwälten, Gerichten und Ermittlungsbehörden.

Für KelpDAO steht deshalb mehr auf dem Spiel als ein technischer Relaunch. Das Protokoll muss erklären, warum der neue Aufbau sicherer ist, wie Risiken künftig begrenzt werden und welche Rolle externe Infrastrukturpartner spielen. Nutzer werden nicht nur auf den Namen Chainlink schauen. Sie werden wissen wollen, welche Kontrollen, Limits und Notfallmechanismen tatsächlich eingebaut sind.

Der Wechsel ist damit ein Test für KelpDAO selbst. Nach einem 292-Millionen-Dollar-Angriff reicht eine Migration allein nicht aus.

Vertrauen kommt erst zurück, wenn die neue Cross-Chain-Architektur im laufenden Betrieb zeigt, dass sie nicht nur besser klingt, sondern auch robuster funktioniert.

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