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JPMorgan warnt: DeFi-Hacks schrecken Wall Street von Krypto ab

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DeFi-Plattformen erleben eine regelrechte Hack-Welle, die das Vertrauen der Investoren erschüttert. Für die großen Akteure an der Wall Street ist das Grund genug, vorerst Abstand zu halten, so die Analysten der Großbank JPMorgan.

Crypto-Hacker greifen um sich

Die Analysten unter der Leitung von Managing Director Nikolaos Panigirtzoglou verweisen in ihrem Bericht vom Mittwoch auf den jüngsten Angriff auf die Kelp DAO. Dabei verschwanden rund 292 Millionen Dollar, und innerhalb weniger Tage wurden 20 Milliarden Dollar aus dem DeFi-Sektor abgezogen. Das große Ethereum-Leihplattform Aave hat beispielsweise erhebliches Kapital verloren.

„Anhaltende Sicherheitslücken und eine stagnierende TVL schränken weiterhin die institutionelle Attraktivität von DeFi ein“, schreibt die Bank.

Es handelt sich damit um den größten Kryptoraub des Jahres 2026. Anfang des Monats wurde das Solana-Plattform Drift Protocol bereits um 285 Millionen Dollar erleichtert, was zu diesem Zeitpunkt ebenfalls einen Rekord darstellte.

Mit diesen Vorfällen ist der April der schlechteste Monat für Krypto-Hacks seit Februar 2025, als der Bybit-Überfall 1,4 Milliarden Dollar kostete. Insgesamt wurden in diesem Monat bereits 606 Millionen Dollar erbeutet: 3,7 Mal so viel wie in den drei vorherigen Monaten zusammen.

Der Angreifer bei Kelp nutzte eine sogenannte Cross-Chain-Bridge. Das ist eine Art Tunnel, der Token von einer Blockchain zur anderen transferiert. Für 292 Millionen Dollar wurden ungedeckte rsETH-Token aus dem Nichts erstellt, und diese Falschmünzen dienten dann als Sicherheit auf der Leihplattform Aave, um echtes Ethereum zu leihen. Ergebnis: Aave blieb ein Loch von 230 Millionen Dollar.

„Der Vorfall führte zu Abflüssen aus Pools ohne direkte Exposition gegenüber dem kompromittierten Asset und zeigt, dass die Interkonnektivität von DeFi eine Schwäche bei ungünstigen Ereignissen sein kann“, schreiben die JPMorgan-Analysten.

Flucht zu Tethers $USDT

Nach jedem Schlag beobachten die Analysten dasselbe Muster. Investoren flüchten in Stablecoins wie $USDT von Tether, die größte auf dem Markt, ähnlich wie traditionelle Investoren in unsicheren Zeiten Bargeld suchen.

Darüber hinaus bleibt das Wachstum von DeFi hinter den Erwartungen zurück. In Dollar gemessen entspricht das insgesamt eingesetzte Kapital etwa dem der breiteren Kryptomarktbewegung, aber gemessen in Ethereum stagniert der Wert seit Jahren. Die Bank stellt daher die Frage, ob DeFi jemals groß genug wird für ernsthafte institutionelle Investitionen.

DeFi erlebte seine Blütezeit im Sommer 2020, bekannt als DeFi Summer. Protokolle schossen wie Pilze aus dem Boden, und eine Flut an Kapital strömte in den Sektor.

Doch die ständigen Sicherheitsprobleme lassen das Bild von DeFi als Alternative zum traditionellen Finanzsystem verblassen. Der Fokus liegt nun auf anderen Themen, insbesondere Stablecoins und Tokenisierung.

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