Innerhalb von 24 Stunden flossen mehr als 64 Millionen US-Dollar in den $NFT-Verkauf des Web3-Unternehmens Blokyz. Der weitaus größte Teil dieses Geldes wurde jedoch direkt wieder zurückerstattet. Unter dem Strich behielt Blokyz weniger als 600.000 Dollar. Der Fall zeigt, wie ein ungewöhnliches Verlosungsmodell astronomische Summen durch einen einzigen Verkauf schleusen kann, ohne dass davon tatsächlich etwas beim Verkäufer verbleibt.
Wie 64 Millionen Dollar für 7.500 NFTs zusammenkamen
Blokyz ist ein Web3-Unternehmen, das physische Kunstfiguren aus Kunstharz für Marken wie CoinGecko, Arbitrum und KuCoin produziert. Die jüngste Aktion war deutlich größer angelegt: eine Kollektion von 10.000 sogenannten Original Blokyz NFTs auf der Ethereum-Blockchain. Davon waren 7.500 Exemplare für eine öffentliche Verlosung reserviert, zu einem Preis von jeweils 0,03 $ETH, was zum Zeitpunkt des Verkaufs etwa 75 US-Dollar entsprach.
Die Teilnahme war für jeden offen, und es gab keine Begrenzung der Einträge pro Wallet. Wer kein gewinnendes Los zog, erhielt seinen Einsatz vollständig zurück. Das Modell war damit kein klassischer Mint, sondern ein temporäres Einfrieren von $ETH. Wer mehr Chancen wollte, musste mehr Kapital binden, riskierte aber nicht, es zu verlieren.
Das Ergebnis war bemerkenswert: 22.443 Wallets reichten insgesamt 853.964 Einträge ein und verpfändeten dafür zusammen 25.618,92 $ETH im Wert von 64,4 Millionen US-Dollar. Auf jedes verfügbare $NFT kamen rechnerisch rund 114 Teilnehmer.
Was Blokyz tatsächlich einnahm
Da nur 7.500 Einträge gewinnen konnten, wurden am Ende lediglich 225 $ETH eingenommen, umgerechnet rund 566.000 US-Dollar. Der Rest von mehr als 63 Millionen Dollar wurde zurückerstattet. Blokyz selbst bestätigte via X, dass weniger als 100 NFTs noch nicht beansprucht worden seien und über 63 Millionen US-Dollar zurücküberwiesen worden seien.
Handelt es sich damit um einen Rekord? Das lässt sich kaum eindeutig beantworten. Gemessen am tatsächlich eingenommenen Betrag ist der Vergleich mit etablierten Projekten ernüchternd. Yuga Labs, das Studio hinter dem Bored Ape Yacht Club, erzielte mit seinen Mints rund 410 Millionen US-Dollar an Einnahmen. Blokyz erscheint in dieser Rangliste gar nicht. Gemessen am temporär durchgeleiteten Volumen könnte es sich hingegen um einen Rekord handeln, doch diese Kennzahl wird von niemandem systematisch erfasst. Öffentliche Rankings messen, was ein Projekt behält, nicht, was durch seine Hände fließt.
Marktreaktion und Einordnung
Trotz der massiven Rückerstattungen zeigt der Sekundärmarkt ein positives Bild für die Gewinner. Die NFTs werden aktuell zu etwa dem Fünffachen des ursprünglichen Ausgabepreises gehandelt, was darauf hindeutet, dass die meisten Gewinner ihre Token behalten haben. Kritische Stimmen in sozialen Netzwerken sehen das Geschehen dennoch skeptisch und sprechen von einem weiteren Pump-and-Dump-Muster.
Eine grundsätzliche Einordnung bleibt wichtig: Der gesamte $NFT-Markt ist derzeit rund 2 Milliarden US-Dollar wert. Bitcoin allein kommt auf eine Marktkapitalisierung von 1,6 Billionen US-Dollar. Ein lebhaftes Verkaufswochenende für digitale Sammlerstücke ist kein Beleg für eine Rückkehr des $NFT-Bullenmarkts. Die eigentliche Frage lautet nun, ob die mehr als 22.000 Nutzer, die ihr Geld zurückbekommen haben, es tatsächlich erneut für vergleichbare Projekte einsetzen werden.
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