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Mining-Fima CleanSpark sichert sich 6.6 Mrd. USD KI-Deal

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CleanSpark hat ein 20-jähriges Triple-Net-Leasing über 6.6 Mrd. USD für einen Rechenzentrums-Campus in Georgia mit einem unbenannten globalen Technologiekonzern der „high-investment-grade"-Kategorie unterzeichnet. Mit zwei Verlängerungsoptionen kann der Vertragswert auf bis zu 11.6 Mrd. USD steigen.

Das Unternehmen CleanSpark war ursprünglich ein reiner Bitcoin-Miner. Die Firma betreibt grosse, bereits ans Stromnetz angeschlossene Rechenzentrumsflächen mit langfristig gesicherten Stromverträgen. Genau jene Ressourcen sind im aktuellen KI-Infrastrukturboom knapp geworden. Der Umbau zur Digital-Infrastruktur-Plattform begann im Oktober 2025, als der Miner Jeffrey Thomas als SVP AI Data Centers verpflichtete und parallel Land sowie Stromkapazität in Texas erwarb. Der neue Mieter bezieht ab dem vierten Quartal 2027 rund 175 MW an „critical IT load". Die kumulative Netto-Betriebsergebnis-Marge liegt bei nahezu 100%, mit einem jährlichen Beitrag von etwa 330 Mio. USD.

Triple-Net-Vertrag sichert CleanSpark planbare Milliardenerträge

Ein Triple-Net-Leasing verlagert die laufenden Kosten vollständig auf den Mieter. Dieser trägt neben der Miete ausserdem Versicherung sowie sämtliche Betriebskosten des Standorts. Für CleanSpark bedeutet das folglich ein Ertragsprofil, das sich fundamental von den schwankenden Erlösen des Bitcoin-Mining unterscheidet. Während Mining-Einnahmen vom Bitcoin-Kurs und der Netzwerk-Schwierigkeit abhängen, bleiben die Leasing-Zahlungen über die volle Laufzeit vertraglich fixiert. Über die Grundlaufzeit von 20 Jahren sichert der Vertrag somit rund 6.6 Mrd. USD an Einnahmen.

Herzstück des Vertrags ist eine kritische IT-Last von 175 MW, die der Mieter ab dem vierten Quartal 2027 beziehen soll. Diese Kennzahl beschreibt die Rechenleistung, die dem Mieter garantiert und unterbrechungsfrei zur Verfügung steht. Die Projektkosten für den Vermieter beziffert CleanSpark auf 10 bis 12 Mio. USD pro MW an critical IT load. Für den gesamten Campus summiert sich der Investitionsbedarf damit erheblich, dem jedoch zwei Jahrzehnte gesicherter Zahlungen gegenüberstehen.

Die kumulative Netto-Betriebsergebnis-Marge erreicht dabei nahezu 100%. Im Schnitt fliessen dem Anbieter jährlich etwa 330 Mio. USD an Netto-Betriebsergebnis zu. Die Bonität des Mieters, den das Unternehmen als „high-investment-grade" einstuft, senkt das Ausfallrisiko über die lange Laufzeit zusätzlich. Ferner könnten zwei Verlängerungsoptionen von je fünf Jahren den Vertrag ausdehnen. Zieht der Mieter beide, steigt der Gesamtwert auf bis zu 11.6 Mrd. USD.

Absichtserklärung erweitert Leasing auf gesamtes Texas-Portfolio

Sandersville ist womöglich nur der Auftakt. Derselbe Mieter unterzeichnete zusätzlich eine Absichtserklärung mit Exklusivitätsvereinbarung über das gesamte Texas-Portfolio von CleanSpark. Die Exklusivität bindet beide Seiten aneinander, solange die Verhandlungen laufen. Insgesamt umfasst das Portfolio 718 Acres und bis zu 885 MW an gesicherter und geplanter Stromkapazität. Damit würde die Geschäftsbeziehung ein Vielfaches des Sandersville-Vertrags erreichen.

Die Kapazität verteilt sich auf zwei Standorte. Der Standort Sealy umfasst rund 300 MW auf 271 Acres. In Brazoria sind zunächst 300 MW vorgesehen, mit einer geplanten Erweiterung auf 600 MW über 447 Acres. Zusammen entspricht das nahezu der fünffachen Leistung des laufenden Georgia-Deals. Sollte der Mieter die Exklusivität in feste Verträge überführen, würde sich das gesicherte Ertragsvolumen letztlich ein weiteres Mal vervielfachen. Für CleanSpark markiert der Doppelschlag einen Wendepunkt im Geschäftsmodell.

„Dieses Leasing ist ein transformativer Moment für CleanSpark, da wir unsere Entwicklung zu einer diversifizierten Digital-Infrastruktur-Plattform vollenden und beginnen, unser Strom-Portfolio in institutionellem Massstab zu monetarisieren." - Matt Schultz, CEO und Chairman, CleanSpark

CleanSparks Wandel vom Bitcoin-Miner zur KI-Infrastruktur-Plattform

Der Sandersville-Vertrag ist kein isoliertes Ereignis. Er ist das Ergebnis eines strategischen Umbaus, der im Oktober 2025 begann. Zunächst verpflichtete CleanSpark Jeffrey Thomas als SVP AI Data Centers, zuvor President of AI Data Centres beim saudischen KI-Unternehmen Humain. Mit der Personalie signalisierte das Unternehmen den Anspruch, KI-Rechenzentren in eigener Regie zu entwickeln. Der Markt quittierte den Schritt seinerzeit mit einem Kursplus von bis zu 13%.

Gleichzeitig erwarb das Unternehmen Land und Stromkapazität in Texas, um dort einen neuen Rechenzentrums-Campus zu entwickeln. Für das Geschäftsjahr 2025 meldete der Anbieter zudem einen Rekordumsatz, getragen von der Neupositionierung als Compute-Plattform für Bitcoin-Mining und KI-Workloads. Aus dem einstigen Pure-Play-Miner wurde folglich ein Betreiber, der seine Rechenkapazität je nach Nachfrage zwischen Mining und KI-Lasten verschieben kann. Das KI-Rechenzentrum in Georgia führt diese Entwicklung nun schliesslich in institutionellem Massstab fort.

Der Zeitpunkt fällt mit einem strukturellen Engpass zusammen. Nach Branchenschätzungen stossen rund 40% der bestehenden KI-Rechenzentren bis 2027 an ihre Stromkapazitätsgrenzen. Bitcoin-Miner verfügen hingegen über genau das knappe Gut: grosse, bereits ans Netz angeschlossene Flächen mit gesicherten Stromverträgen. Diese Ausgangslage macht ihre Standorte daher für Hyperscaler und andere KI-Betreiber attraktiv.

Core-Scientific-Absage zeigt Grenzen von KI-Rechenzentrums-Fusionen

Die Struktur des Deals grenzt CleanSpark von einem prominenten Fehlschlag der Branche ab. Ende Oktober 2025 lehnten die Aktionäre von Core Scientific eine Übernahme durch CoreWeave über rund 9 Mrd. USD ab. Der reine Aktientausch scheiterte, weil Grossaktionäre wie Two Seas Capital und Gullane Capital sowie die Stimmrechtsberater ISS und Glass Lewis das Angebot für zu niedrig hielten. Die Investoren bemängelten vor allem die fehlende Kursabsicherung bei einer schwankungsanfälligen CoreWeave-Aktie. Als Massstab diente den Kritikern ferner der 40-Mrd.-USD-Deal von Aligned Data Centers. Dieser bewertete Kapazität mit rund 8 Mio. USD pro MW und lag damit deutlich über den Bewertungen börsennotierter Bitcoin-Miner.

Core Scientific setzt seinen KI-Pivot deshalb separat fort. Ein bestehender Infrastrukturvertrag mit CoreWeave sieht weiterhin eine 590-MW-Erweiterung vor, projiziert auf 10.2 Mrd. USD Umsatz über zwölf Jahre. Im April 2026 kündigte das Unternehmen ausserdem eine Anleiheemission über 3.3 Mrd. USD zur Finanzierung der Umstellung an. Ein Leasing an einen Bonitäts-Mieter umgeht hingegen die Zustimmungshürden einer Fusion vollständig.

Bernstein-Analysten benannten CleanSpark im Mai 2026 als einen der Profiteure des KI-Infrastrukturbooms und verwiesen auf über 90 Mrd. USD an branchenweit angekündigten Rechenzentrums-Deals. Die Marktreaktion auf das Sandersville-Leasing fiel daher deutlich aus. Die CLSK-Aktie stieg vorbörslich um über 15% auf rund 14.45 USD, nach einem Vortagesschluss von 12.36 USD. Damit zählt die CleanSpark-Aktie vorerst zu den sichtbaren Gewinnern der Miner-zu-KI-Konsolidierung.

Entwicklung der CleanSpark-Aktie CLSK/USD (daily) / Chart: Tradingview
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