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Bitcoin-Miner IREN expandiert mit AI Cloud nach Europa

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Der Bitcoin-Miner IREN treibt seinen Umbau zum AI-Infrastrukturunternehmen weiter voran. Das an der Nasdaq gelistete Unternehmen hat die Übernahme der spanischen Ingenostrum, S.L., besser bekannt als Nostrum Group, abgeschlossen. Damit erhält IREN nicht nur einen direkten Zugang zum europäischen Markt, sondern auch etwas, das im Rennen um AI-Rechenzentren inzwischen fast wichtiger ist als Kapital: gesicherte Stromkapazität.

Laut Unternehmensangaben bringt Nostrum rund 490 MW netzgebundene Kapazität in Spanien ein. Dazu kommt eine weitere Entwicklungspipeline sowie ein Team von mehr als 50 Mitarbeitern aus den Bereichen Entwicklung, Engineering, Bau und Betrieb.

IREN war lange vor allem als Bitcoin-Miner bekannt. Das Geschäftsmodell basierte auf großen Rechenzentren, günstiger Energie und effizientem Betrieb von Mining-Hardware. Genau diese Infrastruktur wird nun zunehmend für einen anderen Markt interessant: künstliche Intelligenz.

AI-Modelle brauchen enorme Rechenleistung. Dafür braucht es GPUs, Kühlung, Glasfaseranbindung, geeignete Flächen und vor allem Strom. Viele frühere Bitcoin-Miner besitzen bereits einen Teil dieser Bausteine. Sie haben Standorte entwickelt, Stromverträge gesichert und gelernt, große Mengen an Hardware rund um die Uhr zu betreiben.

IREN versucht nun, diesen Vorteil in den AI-Cloud-Markt zu übertragen. Das Unternehmen beschreibt sich inzwischen selbst als vertikal integrierten AI-Cloud-Anbieter, der große Rechenzentren und GPU-Cluster für Training und Inferenz von AI-Modellen bereitstellt.

Mit Nostrum bekommt IREN nun einen europäischen Fuß in die Tür. Spanien ist dabei kein zufälliger Markt. Das Land verfügt über gute Voraussetzungen für erneuerbare Energien, große Flächen und eine wachsende Nachfrage nach digitaler Infrastruktur.

Daniel Roberts, Mitgründer und Co-CEO von IREN, bezeichnete Europa als einen der größten und am schnellsten wachsenden Märkte für AI-Infrastruktur:

„Europa ist einer der größten und am schnellsten wachsenden Märkte für KI-Infrastruktur, und Spanien zählt mit seinen reichhaltigen erneuerbaren Energien und seiner hervorragenden Glasfaseranbindung zu den attraktivsten Einstiegsmöglichkeiten. Nostrum bietet uns bereits heute eine gesicherte Stromversorgung sowie eine vielversprechende Entwicklungspipeline und ein großartiges Team vor Ort, auf die Zusammenarbeit mit dem wir uns sehr freuen.“

Die übernommenen Nostrum-Aktivitäten sollen künftig unter der Marke IREN weitergeführt werden. Für IREN geht es dabei weniger um eine reine geografische Expansion. Entscheidend ist, dass das Unternehmen in Europa gesicherte Netzanschlüsse und eine lokale Umsetzungsmannschaft erhält. Genau diese Kombination ist im aktuellen AI-Boom knapp.

Der Deal zeigt, wie stark sich der Markt für Bitcoin-Miner verändert hat. Nach Jahren, in denen Mining-Kapazität, Hashrate und Bitcoin-Preis die wichtigsten Kennzahlen waren, rückt nun die Frage in den Vordergrund, wer große Rechenzentren für AI-Workloads schnell genug bauen und betreiben kann.

Für Unternehmen wie IREN ist das eine Chance, aber auch ein Richtungswechsel. Bitcoin-Mining bleibt für viele dieser Firmen ein wichtiger Ursprung und teilweise weiterhin ein relevanter Geschäftsbereich. Der Kapitalmarkt bewertet jedoch zunehmend, ob die vorhandene Energie- und Rechenzentrumsinfrastruktur auch für AI Cloud, GPU-Hosting und High-Performance Computing genutzt werden kann.

Nostrum-CEO Gabriel Nebreda sagte, das Unternehmen habe über Jahre eine der fortschrittlichsten AI-Infrastruktur-Pipelines Spaniens aufgebaut. Durch den Zusammenschluss mit IREN könne diese Pipeline nun schneller und in größerem Maßstab entwickelt werden.

Für IREN passt die Übernahme in eine größere Strategie. Das Unternehmen will nicht nur Rechenleistung verkaufen, sondern möglichst viel der zugrunde liegenden Infrastruktur selbst kontrollieren. Dazu gehören Standorte, Netzanschlüsse, Stromzugang, Bau, Betrieb und GPU-Cluster.

Gerade dieser Ansatz unterscheidet die neue Phase von der klassischen Bitcoin-Mining-Logik. Beim Mining hängt der Umsatz stark vom Bitcoin-Preis, der Netzwerk-Schwierigkeit und den Energiekosten ab. Im AI-Cloud-Geschäft geht es dagegen stärker um langfristige Nachfrage nach Rechenleistung, Auslastung der GPU-Cluster und Verträge mit Unternehmenskunden.

Die Nostrum-Übernahme macht IREN damit nicht automatisch zu einem europäischen AI-Giganten. Sie verschiebt aber die Wahrnehmung des Unternehmens weiter weg vom reinen Bitcoin-Miner und hin zu einem Infrastrukturwert für den AI-Boom. Für den Markt ist genau das der spannende Punkt: IREN versucht, seine Mining-DNA in ein neues, deutlich breiteres Geschäftsmodell zu übersetzen.

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