Die Bank of Japan (BOJ) könnte ihren Leitzins in diesem Jahr aufgrund des Yen-Verfalls rasch anheben und ihn schließlich über 2 % treiben.
Dies ist die jüngste Warnung von Tsutomu Watanabe, einem ehemaligen Beamten der Bank von Japan und Wirtschaftsprofessor an der Universität Tokio, der die Zentralbank im Jahr 1999 verlassen hat, berichtet Bloomberg.
Derzeit liegt der offizielle Zinssatz bei 1 %, ein Ergebnis der jüngsten Erhöhungen, und die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihe pendelt laut der Datenquelle TradingView über 2,8 %, dem höchsten Stand seit mindestens drei Jahrzehnten.
Unterdessen setzt der japanische Yen seinen Abwärtstrend fort, trotz jüngster Zinserhöhungen und steigender Renditen japanischer Staatsanleihen. Seit Anfang 2021 hat er gegenüber dem US-Dollar um 60 % auf 162,36 abgewertet, ein erheblicher Rückgang für eine der weltweit meistgehandelten Währungen. Zudem ist der Yen bisher in diesem Jahr um 3 % gefallen.
Schnellere potenzielle Zinserhöhungen der BOJ könnten dem Yen einen Boden geben oder ihn möglicherweise weiter steigen lassen. Die Frage ist dann, ob dies Bitcoin $BTC$62.890,39 zugutekommen oder zuwiderlaufen wird.
Eine seit langem in den Märkten kursierende Theorie besagt, dass eine nachhaltige Rallye im Yen ein Abbau von Long-Positionen in Staatsanleihen fortgeschrittener Länder, Tech-Aktien und sogar Krypto auslösen könnte, die angeblich durch jahrelange günstige Kredite im Yen finanziert wurden. In einem solchen Fall könnten Risikowerte, einschließlich Krypto, fallen.
Doch diese Theorie wird in jüngerer Zeit durch das infrage gestelltstarke positive Korrelation zwischen dem Yen und $BTC. Beide sind im Gleichschritt gegenüber dem Dollar gefallen.
Weitere schnelle Zinserhöhungen könnte sich verschlechtern Japans bereits fragile Finanzlage, ein Argument, das von mehreren Ökonomen vorgebracht wird.
Alles in allem ist es eine komplexe Situation.