Canaan Inc. wurde ausgewählt, um ein Fernwärmenetz in Skandinavien mit Hash-to-Heat-Anlagen zu beliefern. Dabei kommen die wassergekühlten Mining-Einheiten des Modells Avalon A1566HA zum Einsatz, um Wohnkunden direkt mit Warmwasser zu versorgen.
Canaan setzt 920 Avalon A1566HA-Miner ein, um 2.800 Haushalte in einem nordischen Fernwärmenetz zu beheizen
Das Projekt nutzt die wassergekühlten Geräte der Avalon A1566HA-Serie von Canaan (Nasdaq: CAN), die hochwertiges Warmwasser mit Temperaturen nahe 80 Grad Celsius erzeugen. Diese Wärme wird direkt in die bestehende Fernwärmeinfrastruktur des Kunden eingespeist und ersetzt damit die traditionellen Heizlösungen, auf die der Anbieter zuvor gesetzt hatte.
Die Gesamtleistung der Anlage beträgt etwa 8 MW. Eine erste 2-MW-Phase mit 228 A1566HA-Einheiten ist in der Region bereits in Betrieb und versorgt die Anwohner mit Warmwasser. Aufgrund dieser Leistung gab der namentlich nicht genannte nordische Heizungsanbieter im März 2026 eine Folgebestellung über weitere 6 MW auf, wodurch das Netz um 692 Einheiten erweitert wird.
Bei voller Auslastung soll die 8-MW-Anlage voraussichtlich rund 2.800 Haushalte zuverlässig mit Wärme versorgen. Nangeng Zhang, CEO von Canaan, erklärte, er sei persönlich an der Gestaltung des Formfaktors des Systems beteiligt gewesen und habe dessen thermische Optimierung sowie die Optimierung der Bereitstellung geleitet. „Wärmerückgewinnung ist nicht länger ein nebensächliches Nebenprodukt der Rechenleistung“, bemerkte Zhang in der Pressemitteilung. „Sie ist von zentraler Bedeutung für den Aufbau einer effizienteren, nachhaltigen Energiezukunft und ein zentraler Bestandteil unserer Systemdesign-Philosophie bei Canaan.“ Ein technischer Vorteil, den Canaan hervorhebt, ist die parallele Architektur der A1566HA-Einheiten. Da jeder Heizknoten aus mehreren Minern besteht, die nebeneinander arbeiten und dynamisches Übertakten sowie Untertakten unterstützen, liefert das System eine gleichmäßigere Leistung als Heizgeräte mit einer einzigen Quelle, wie beispielsweise Heizkessel. Diese Architektur vereinfacht zudem die Wartung und verringert das Risiko von Versorgungsunterbrechungen. Die nordischen Länder sind in Europa seit langem führend bei der Einführung von Fernwärme, wo zentralisierte Warmwassernetze große Teile der städtischen und ländlichen Bevölkerung versorgen. Die Regierungen dort fördern regelmäßig Fernwärmeprojekte, da diese thermische Energie effizient über weite Gebiete verteilen.
Die Bereitstellung nutzbarer Hochtemperaturwärme in großem Maßstab war bislang ein hartnäckiges technisches Problem im Bereich „Hash-to-Heat“. Die meisten Abwärmequellen aus Rechenzentren erreichen Temperaturen, die für eine direkte Integration in Fernwärmesysteme zu niedrig sind. In der Pressemitteilung erklärte Canaan, dass seine Halbleiter- und Systemdesign-Technologie diese Lücke schließt und eine Leistung bei Temperaturen erzeugt, die den Fernwärmestandards entsprechen. Canaan betrachtet die Auswahl im Wettbewerb als eine umfassendere Bestätigung seines Vorstoßes in den Bereich der energieintegrierten Recheninfrastruktur. Das Unternehmen wertete den Zuschlag als Beweis dafür, dass Hash-to-Heat-Lösungen in der Lage sind, veraltete Heizsysteme auf Basis fossiler Brennstoffe zu ersetzen, insbesondere in Regionen mit günstigen regulatorischen Rahmenbedingungen. Das nordische Hash-to-Heat-Projekt ist eines der konkreteren Beispiele für den Einsatz von Bitcoin-Mining-Infrastruktur für einen doppelten Zweck, bei dem sowohl Rechenleistung als auch Wärmeenergie im Fernwärmemaßstab für Privatkunden erzeugt wird.