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Iran Bitcoin Mining bricht um 77 Prozent nach US-Israel-Angriffen ein

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Iran Bitcoin Mining fällt von 9 auf 2 Exahash pro Sekunde in einem Quartal

Laut dem Q2-2026-Report von Hashrate Index verlor Iran Bitcoin Mining rund 7 Exahash Kapazität in einem Quartal. Iran betrieb vor den Angriffen etwa 427.000 aktive Mining-Rigs. Die US- und Israel-Schläge begannen am 28. Februar 2026 und zielten auf Infrastruktur und Energieversorgung.

US-Präsident Trump kündigte am 22. März zusätzlich Angriffe auf Stromkraftwerke und Energieanlagen an. Der globale Hashrate fiel im selben Zeitraum um 5,8 Prozent von 1.066 auf 1.004 Exahash, blieb aber auf hohem Niveau.

Die Nachbarländer VAE und Oman blieben operativ unverändert. Laut Luxor-Analyst Ian Philpot ist der dominierende Treiber des globalen Rückgangs nicht der Iran-Konflikt, sondern der Bitcoin-Preisverfall von rund 45 Prozent seit Oktober 2025.

Iran Bitcoin Mining diente als Umgehungs-Kanal für US-Dollar-Sanktionen

Iran legalisierte Mining 2019 mit einer klaren Auflage: Lizenzierte Miner müssen ihre Bitcoin an die iranische Zentralbank verkaufen. Produktionskosten von rund 1.300 US-Dollar pro Bitcoin machten das Land zu einer der günstigsten Mining-Regionen weltweit. Die gewonnenen Bitcoin finanzierten Importe, ohne US-Dollar oder SWIFT zu durchlaufen.

Chainalysis-Daten zeigen, dass Adressen mit Bezug zu den Revolutionsgarden über 50 Prozent aller iranischen Krypto-Zuflüsse kontrollierten. 2025 liefen über 3 Mrd. US-Dollar Volumen durch IRGC-nahe Wallets. Damit diente Iran Bitcoin Mining zwei Funktionen gleichzeitig: Sanktions-Umgehung und staatliche Einnahmequelle.

Das Arbeitspapier des Bitcoin Policy Institute dokumentiert diese Struktur sowie die Auswirkungen der US-Israel-Operation.

Iran Bitcoin Mining beweist Zensur-Resistenz bei gleichzeitiger staatlicher Angriffsfläche

Der Fall Iran zeigt zwei Ebenen von Bitcoin gleichzeitig. Auf der physischen Ebene ist Mining angreifbar, weil es Strom und Infrastruktur braucht. Auf der Protokoll-Ebene passt das Netzwerk die Difficulty automatisch an und verteilt die Produktion unter den übrigen Minern neu.

Die Gesamtemission bleibt programmatisch bei rund 450 Bitcoin pro Tag. Die fixe Obergrenze von 21 Mio. Einheiten wird von geopolitischen Ereignissen nicht berührt. Genau darin liegt die strukturelle Bedeutung der Bitcoin Zensur-Resistenz: Staaten können Mining-Standorte fördern oder zerstören, sie können Sanktionen verhängen oder umgehen, doch sie können das Protokoll nicht abschalten.

Während die USA mit dem Mined in America Act heimisches Mining steuerlich bevorzugen, bombardieren sie in Iran die Stromversorgung einer konkurrierenden Operation. Beide Maßnahmen greifen in die regionale Verteilung ein, beide verändern die Gesamtknappheit nicht.

Wer Bitcoin als geopolitisches Instrument begreift, stößt auf die gleiche Erkenntnis wie wer es als monetäres Asset hält: Die Regeln des Systems liegen außerhalb des Zugriffs einzelner Staaten. Genau das macht Bitcoin zu einem neutralen Rahmenwerk, das sowohl von Sanktionsregimen als auch von deren Gegnern genutzt wird.

Wir berichteten über die staatliche Bitcoin-Nutzung 2026 und die wachsende Zahl von Ländern, die Bitcoin als geopolitisches Instrument einsetzen.

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