Stellar hat am 16. Juni 2026 einen Beitrag von Arcane Finance auf X zur wachsenden Bedeutung von Privacy-Anwendungen auf dem Netzwerk geteilt. In dem Beitrag geht es darum, wie sich Zero-Knowledge-Technologie auf Stellar für Finanzanwendungen nutzen lässt, ohne das Netzwerk selbst zu einer standardmäßig privaten Blockchain wie Zcash oder Monero zu machen.
Stellar zitierte Arcane: „Stellar wurde durch diese Upgrades nicht standardmäßig privat. Es wurde zu einer praktikableren Ausführungsumgebung für Teams, die Privacy-Anwendungen in demselben Netzwerk bauen, in dem Zahlungs- und Asset-Aktivität bereits stattfinden.“
Arcane Finance argumentierte in seinem Beitrag, dass Privacy auf Stellar zunehmend zu einer Infrastrukturfrage wird. Das Netzwerk werde bereits für Stablecoins, Zahlungen, tokenisierte Vermögenswerte und Finanzanwendungen genutzt. Als Beispiele nannte Arcane unter anderem PYUSD von PayPal auf Stellar, Société Générale-FORGEs EUR CoinVertible, Ondo Finances USDY sowie eine von Mercado Bitcoin angekündigte Tokenisierung realer Vermögenswerte im Umfang von 200 Millionen US-Dollar.
Laut Arcane gibt es aber ein großes praktisches Problem für Finanzanwendungen auf öffentlichen Netzwerken. „Sobald diese Umgebung bedeutende finanzielle Aktivität trägt, wird Privacy zu einer Infrastruktur-Anforderung. Payroll sollte keine Gehaltshistorien offenlegen. Treasury-Flows sollten keine operativen Muster preisgeben.“
Technisch verweist Arcane vor allem auf die jüngsten Protokoll-Upgrades von Stellar. Protocol 25, bekannt als X-Ray, führte native Host-Funktionen für BN254 sowie Poseidon beziehungsweise Poseidon2 ein. BN254 wird in pairing-basierten Proof-Systemen wie Groth16 verwendet, während Poseidon-Hashfunktionen effizient in Zero-Knowledge-Circuits eingesetzt werden können. Protocol 26 erweitert diese Richtung mit zusätzlichen BN254-bezogenen Funktionen, darunter Scalar-Field-Arithmetik, Multi-Scalar-Multiplication und Curve Checks.
Mit diesen Funktionen können sensible Informationen wie Betrag und Empfänger verschleiert werden, Double-Spending verhindert werden und die Gültigkeit einer Transaktion nachgewiesen werden, ohne die vollständigen Transaktionsdaten offenzulegen.
Arcane entwickelt die Infrastruktur für Stellar
Arcane baut auf dieser Grundlage eine Privacy-Lösung für Stellar. Nutzer sollen Assets in einen privaten Pool einbringen, dort vertraulich übertragen und bei Bedarf wieder auf die öffentliche Blockchain senden können. Der Fokus liegt dabei auf der Integration in reale Finanzprodukte. Das Unternehmen schreibt via X:
“Arcane entwickelt eine nicht-verwahrende Datenschutzschicht für Stellar, die es Anwendungen ermöglicht, private Finanztransaktionen abzuwickeln, ohne eigene Datenschutz-, Berichts- und Offenlegungssysteme von Grund auf neu entwickeln zu müssen. Im Zentrum steht ein ZK-geschützter Pool. Nutzer können Vermögenswerte in der privaten Schicht schützen, Werte privat transferieren und den Schutz wieder aufheben, wenn eine öffentliche Abwicklung erforderlich ist.”
Eine wichtige Rolle spielt auch die Arbeit von Softwareunternehmen Nethermind. Dessen Privacy-Engineering-Team hatte mit „Stellar Private Payments“ bereits einen Prototyp für private Zahlungen auf Stellar vorgestellt.
Nethermind selbst reagierte auf X positiv auf Arcanes Arbeit und schrieb: „Privacy für echte Finanzanwendungen auf Stellar ist harte Arbeit, besonders auf der Compliance- und Disclosure-Seite. Gut zu sehen, dass Arcane daran baut. Wir haben ebenfalls daran gearbeitet, dort einen Privacy Pool gebaut und entwickeln ihn weiter.“