Über die Anbindung können ausgewählte institutionelle Kunden Dollartransaktionen unmittelbar abwickeln – auch nachts und am Wochenende, wenn herkömmliche Zahlungssysteme nicht immer uneingeschränkt verfügbar sind.
Laut einer am Montag veröffentlichten Pressemitteilung wollen Payward und die Singapore Gulf Bank ihre Zusammenarbeit in nächster Zeit ausbauen. Weitere Kunden sollen Zugang zum Netzwerk erhalten. Zudem sollen künftig auch andere Währungen unterstützt werden.
Payward reagiert damit auf einen umfassenderen Wandel in der Finanzbranche. Banken und andere Finanzinstitute suchen nach Möglichkeiten, Zahlungen schneller abzuwickeln und weniger von festen Geschäftszeiten abhängig zu sein.
Singapore Gulf Bank erhält Zugang zu Kraken Prime
Die Zusammenarbeit geht über Dollarzahlungen hinaus. Die Singapore Gulf Bank erhält in den kommenden Monaten über Kraken Prime auch Zugang zu Liquidität für digitale Vermögenswerte.
Kraken Prime ist Paywards Angebot für institutionelle und professionelle Marktteilnehmer. Über die Plattform können Großkunden unter anderem mit digitalen Vermögenswerten handeln.
Darüber hinaus wird die Singapore Gulf Bank die Handelsplattformen von Payward zur Preisermittlung bei Kundentransaktionen nutzen. Damit erhält die Bank Zugang zu weiteren Teilen der Infrastruktur, die Payward für den professionellen Kryptohandel einsetzt.
Großbanken setzen auf Zahlungsverkehr rund um die Uhr
Payward und die Singapore Gulf Bank sind nicht die einzigen Unternehmen, die Finanztransaktionen rund um die Uhr ermöglichen wollen. Auch Großbanken und Zentralbanken arbeiten an vergleichbaren Systemen.
Eine Gruppe von Banken, darunter JPMorgan Chase, Bank of America und Barclays, entwickelt beispielsweise ein Netzwerk für tokenisierte Einlagen. Herkömmliche Bankguthaben werden dabei digital abgebildet, sodass sie über neue Finanzinfrastrukturen übertragen werden können.
The Clearing House soll das Netzwerk betreiben. Der Start ist für das erste Halbjahr 2027 geplant. Eines der wichtigsten Ziele ist es, Transaktionen an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr zu ermöglichen.
Auch in Japan wird an einer solchen Infrastruktur gearbeitet. Circle und Nomura sollen gemeinsam einen Dienst entwickeln, mit dem Unternehmen ab 2027 Devisentransaktionen unmittelbar abwickeln können.
Die Bank of Korea kündigte am 21. September ebenfalls ein Pilotprojekt an. Ausländische Anleger sollen damit Transaktionen in südkoreanischen Won auch außerhalb der üblichen Bankgeschäftszeiten abwickeln können.
Für institutionelle Marktteilnehmer kann das im Alltag erhebliche Vorteile bringen. Die Finanzmärkte sind weltweit aktiv, und Anleger handeln aus unterschiedlichen Zeitzonen heraus. Viele herkömmliche Bankensysteme sind jedoch weiterhin an feste Geschäftszeiten gebunden.