Im Mai erhielten technisch versierte Kunden bereits die Möglichkeit, selbst entwickelte KI-Agenten mit ihrem Konto zu verbinden. Nach Angaben von Robinhood haben inzwischen mehr als 150.000 Kunden ein Konto eröffnet, auf dem ein solches System handeln kann.
Robinhood Agents soll diese Technologie einem deutlich größeren Publikum zugänglich machen. Nutzer eröffnen ein separates Konto für ihren KI-Agenten und legen selbst fest, innerhalb welcher Grenzen das System handeln darf.
Außerdem können sie auswählen, welches KI-Modell sie nutzen möchten. Zu den verfügbaren Optionen gehört GPT Luna von OpenAI, das Robinhood zufolge bis Jahresende kostenlos verfügbar ist.
Robinhood arbeitet zudem an einer Funktion namens Loops. Damit können Nutzer eine Handelsstrategie automatisch und wiederholt ausführen lassen.
So kann ein KI-Agent jeden Morgen den Markt prüfen und eine Transaktion ausführen, sobald zuvor definierte Bedingungen erfüllt sind. Das System kann sogar weiterhandeln, während der Nutzer schläft. Loops soll Robinhood zufolge in Kürze eingeführt werden.
„Wer Robinhood nicht nutzt, gerät ins Hintertreffen – unabhängig davon, ob er KI-Experte ist oder gerade erst anfängt“, sagte Abhishek Fatehpuria, Vice President Product Management bei Robinhood.
Autonomer Handel mit KI birgt Risiken
Einem KI-System eigenständigen Zugriff auf Geld zu geben, bringt auch Risiken mit sich. Robinhood hat deshalb mehrere Beschränkungen eingebaut.
Ein Agent kann nur über das Geld auf seinem eigenen Konto verfügen. Standardmäßig muss der Nutzer zudem jede Transaktion freigeben, bevor sie ausgeführt wird.
Diese verpflichtende Freigabe lässt sich deaktivieren. In diesem Fall erhält der KI-Agent mehr Spielraum, um eigenständig zu handeln.
In größerem Maßstab könnte das neue Risiken schaffen. Viele KI-Systeme dürften dieselben Modelle nutzen und dieselben Marktdaten auswerten. Dadurch könnten große Gruppen von Agenten nahezu gleichzeitig zur gleichen Entscheidung kommen.
Wenn Tausende Systeme etwa zur selben Zeit dieselbe Anlage verkaufen, kann das einen bereits laufenden Kursrückgang verstärken. Für Privatanleger steckt diese Technologie vorerst allerdings noch in den Anfängen.
KI-Agenten erhalten unterdessen auch außerhalb des Aktienmarkts immer mehr finanzielle Handlungsmöglichkeiten. Das von Coinbase entwickelte x402-Protokoll ermöglicht es solchen Systemen beispielsweise, ohne menschliches Eingreifen digitale Dienste mit Stablecoins zu bezahlen.