Der 12-Billionen-Dollar-Broker macht ernst: Mit „Schwab Crypto“ können US-Privatkunden BTC und ETH direkt neben Aktien und ETFs handeln – zu Gebühren, die Fidelity und Coinbase unter Druck setzen.
Was lange angekündigt war, ist nun Realität: Charles Schwab, der Brokerage-Riese mit rund 12 Billionen US-Dollar an Kundenvermögen, hat den Rollout seines Spot-Krypto-Handels für US-Privatkunden gestartet. Über die neue Plattform „Schwab Crypto“ erhält eine erste Welle berechtigter Kunden direkten Zugang zum Handel mit Bitcoin und Ether – und zwar rund um die Uhr, an sieben Tagen pro Woche.
Kampfansage bei den Gebühren
Schwab verlangt 0,75 Prozent auf den Dollarwert jedes Trades – weniger als die 1 Prozent bei Fidelity Crypto und deutlich unter der Retail-Gebühr von Coinbase, die bis zu 4 Prozent erreichen kann. Für die Krypto-Börsen ist das eine direkte Kampfansage: Wenn ein Haus dieser Grösse Millionen von Kleinanlegern erlaubt, echte Bitcoin im selben Konto zu kaufen, in dem ihre Indexfonds liegen, ist das mehr als ein Produktstart – es ist ein struktureller Wandel.
So funktioniert das Angebot
Kunden halten ihre digitalen Vermögenswerte in einem separaten Schwab-Crypto-Konto der Charles Schwab Premier Bank, das direkt mit dem bestehenden Brokerage-Konto verknüpft ist. Krypto und traditionelle Anlagen erscheinen so Seite an Seite auf Schwab.com, in der Schwab-App und auf der Trading-Plattform thinkorswim. Im Hintergrund übernimmt der regulierte Blockchain-Dienstleister Paxos die Handelsausführung und Sub-Verwahrung.
Das Startangebot beschränkt sich auf Bitcoin und Ether, die zusammen rund drei Viertel der gesamten Krypto-Marktkapitalisierung ausmachen. Weitere Kryptowährungen sollen folgen, ebenso Transferfunktionen für Ein- und Auszahlungen, damit Kunden bestehende Bestände zu Schwab übertragen können – zum Start sind externe Wallet-Transfers noch nicht möglich.
Riesiges Potenzial – aber nicht für alle
Schwab zählte Ende des ersten Quartals 2026 rund 39,1 Millionen aktive Brokerage-Konten. Bereits heute halten Schwab-Kunden etwa 20 Prozent aller Gelder, die in US-Spot-Krypto-ETPs investiert sind – das Interesse der Kundschaft ist also längst belegt. Ausgeschlossen bleiben vorerst Einwohner von New York und Louisiana sowie US-Territorien und internationale Jurisdiktionen. Für Schweizer Anleger ist das Angebot damit nicht direkt zugänglich.
Einordnung
Schwab reiht sich in eine wachsende Liste traditioneller Finanzhäuser ein, die den Sprung in den direkten Krypto-Handel wagen. Der Schritt bringt den Broker in direkte Konkurrenz zu Robinhood und Coinbase und gilt als jüngstes Beispiel für die zunehmende Krypto-Akzeptanz etablierter Finanzkonzerne. CEO Rick Wurster deutete zudem an, dass Schwab künftig auch Stablecoins und Prognosemärkte ins Auge fasst.
bitcoinnews.ch